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20.10.2019

Oberbürgermeister Feldmann würdigt Friedenspreisträger Salgado als Mittler zwischen den Völkern

Oberbürgermeister Peter Feldmann (rechts) und Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (links), gratulieren dem brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado zum Friedenspreis 2019, 20. Oktober 2019,  © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Andreas Varnhorn
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„Der Preis an Sie gibt Hoffnung für jene, die sagen, angesichts von Krieg und Umweltzerstörung dürfe es keine Hoffnung mehr geben.“

(ffm) Anlässlich der Friedenspreis-Verleihung an den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado hat Oberbürgermeister Peter Feldmann am Sonntag, 20 Oktober, in der Paulskirche folgende Rede gehalten:

„Meine sehr verehrten Damen und Herren, verehrter Herr Sebastião Salgado, es ist ein schöner Anlass, der uns heute hier zusammenbringt. Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Im Statut der Stiftung, die den Preis verleiht, heißt es, gleich zu Beginn: ‚Die Stiftung dient dem Frieden, der Menschlichkeit und der Verständigung der Völker.‘

Das, meine Damen und Herren, ist ein Ideal nach dem wir alle streben sollten. Frieden. Menschlichkeit. Verständigung der Völker.

Dafür sind wir hier am richtigen Ort. In Frankfurt, einer Stadt mit 180 Nationen und 200 Sprachen. In der Stadt der Paulskirche, in der solche Ideale eine Selbstverständlichkeit sind.

Wir Menschen brauchen solche Orte der Identifikation, der Geschichte, der Zusammenkunft. Nur an solchen besonderen Orten entstehen Dialoge und Debatten. Nur durch Debatten kann Streit beigelegt, kann gesellschaftlicher Fortschritt erzielt werden.

Das wussten auch die Gründungsväter deutscher Demokratie, das wussten diejenigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau der Paulskirche kämpften, die dafür sorgten, dass sie als eines der ersten öffentlichen Gebäude wieder eröffnet wurde, damals noch von Trümmern umgeben. Das gab eine Debatte, aber: Es war richtig!

So wie Debatten über Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Migration vor fast 200 Jahren in der Paulskirche richtig waren - und heute leider wieder existentiell sind. Sebastião Salgado, Sie haben solche Debatten ausgelöst, haben Abbilder der Wirklichkeit unserer Welt gemacht, über die geredet wurde, Fotografien, die nicht abstrakt waren, aber dennoch unglaublich.

Wie wunderbar, dass Sie heute diesen Preis bekommen! Hier, wo vor 70 Jahren die erste Buchmesse nach der Nazi-Zeit eröffnet wurde, auch dies sicherlich kein Zufall. Das gibt Hoffnung für jene, die sagen, angesichts von Krieg und Umweltzerstörung dürfe es keine Hoffnung mehr geben.

Sie dokumentieren nicht nur, Sie erschaffen neu und helfen, den Wald wieder zu beleben, den andere zerstört haben.

Für Frieden. Menschlichkeit. Verständigung der Völker. Dafür ist heute und hier der richtige Ort. Die richtige Zeit.

Sorgen wir dafür, dass dafür immer und überall auf der Welt der richtige Ort, die richtige Zeit ist!“

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hatte Salgado zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt. Die Laudatio hielt der Regisseur Wim Wenders. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Weitere Informationen gibt es unter http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de im Internet.