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18.10.2019

Konzeptvergabe für Areal an der Schöffenstraße entschieden

Stadt Frankfurt am Main vergibt Liegenschaft in Griesheim an Wohnprojekt

(ffm) Bis Ende August konnten sich Wohnprojekte für ein Areal an der Frankfurter Schöffenstraße bewerben – am Freitag, 18. Oktober, wurde die erste Liegenschaft in Griesheim an ein gemeinschaftliches Wohnprojekt vergeben. Statt zum höchsten Preis vergibt die Stadt Frankfurt diese Liegenschaft an das beste Konzept. Auf diese Weise kann auf die Wirkung ins Quartier, die Miethöhe, die nachhaltige Bauweise und die Schaffung von genossenschaftlichem und gemeinschaftlichem Wohnraum Einfluss genommen werden. Mittlerweile ist es das siebte Konzeptvergabeverfahren für gemeinschaftliches Wohnen in den vergangenen rund drei Jahren. Damit kann jetzt das 13. Projekt in die Realisierung gehen.

„Es ist gut, dass wir in den letzten Jahren mit der Konzeptvergabe neue Wege gegangen sind. Das findet auch bundesweit Beachtung“, sagt Planungsdezernent Mike Josef. „Denn wir schaffen damit nicht nur langfristig bezahlbaren Wohnraum, damit wird auch das Stadtbild in den Ortsteilen attraktiver gestaltet, weil unschöne Brachen neu bebaut werden.“

„Das gemeinschaftliche Wohnprojekt hat jetzt ein Jahr lang exklusiven Zugriff auf die Fläche“, sagt Liegenschaftsdezernent Jan Schneider, dessen Amt für Bau und Immobilien für die Vergabe des Grundstücks verantwortlich ist. „Mit dieser sogenannten Anhandgabe des Grundstücks geben wir der Gruppe Zeit, ihr Konzept in eine ausgereifte Planung mit einer gesicherten Finanzierung zu überführen. Auf diese Weise können auch schwierige Grundstücke sinnvoll entwickelt werden, ohne dass beide Seiten zunächst unnötig große Risiken eingehen.“

Entschieden hat ein Beirat aus Stadtverwaltung, Politik und Experten für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen. „Überzeugt hat das Projekt ,kollektiv Leben‘, kurz Kolle. Mit kreativem Lärmschutzkonzept, flächensparsamen Grundrissen und Angeboten für das Quartier, hat das Vorhaben des Mietshäuser-Syndikats die Beiratsmitglieder für sich eingenommen“, berichtet Josef. „Das Projekt muss mit der räumlichen Nähe zur Autobahn im Bau ein umfangreiches Schallschutzkonzept realisieren und hat dazu schon sehr konkrete Ideen, wie gemeinsam genutzte Flächen und die Erschließung als inneren Lärmschutz zu bauen.“ Schneider ergänzt: „Mich freut besonders, dass ein Grundstück entwickelt werden kann, für das wegen der schwierigen Lage bisher kein Investor gefunden werden konnte.“

Vergeben wird die Liegenschaft nach der Anhandgabephase in Erbpacht für 99 Jahre. Begleitet werden die Projektmitglieder in ihrer Bauphase vom Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen und dem Amt für Wohnungswesen, um so jahrelange Erfahrung auch an neue Projekte weiterzugeben.

Da das knapp 1800 Quadratmeter große städtische Grundstück brachliegt, ist eine zeitnahe Realisierung gewünscht und geplant. Das wird sicher auch die Griesheimer Bevölkerung freuen. Denn neben einer Werkstatt und einem Co-Working-Space wird das Wohnprojekt auch einen Veranstaltungsraum realisieren, der allen Nachbarn zur Verfügung stehen wird.