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06.05.2019

Frackträger willkommen: Eröffnung der neuen Pinguin-Anlage im Zoo

Oberbürgermeister Peter Feldmann (M) eröffnet mit  (l-r) dem Generalkonsul von Peru, Luis Escalante Schuler, Stadträtin Ina Hartwig, Stadtrat Jan Schneider und Zoodirektor Dr. Miguel Casares die Pinguin-Anlage im Zoo, 6. Mai 2019, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Bernd Kammerer
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(ffm) Auf einem Areal von fast 2000 Quadratmetern sind mitten im Zoo eine großzügige Freianlage für Humboldt-Pinguine und ein neuer attraktiver Besucherbereich mit hoher Erlebnis- und Aufenthaltsqualität entstanden. Oberbürgermeister Peter Feldmann, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig und Baudezernent Jan Schneider übergaben gemeinsam mit Zoodirektor Miguel Casares die Anlage heute den Zoobesucherinnen und Zoobesuchern. Luis Escalante Schuler, Generalkonsul der Republik Peru, hieß die aus seiner Heimat stammenden Humboldt-Pinguine als Botschafter des Artenreichtums und seiner Bedrohung willkommen.

Im Dezember 2016 erfolgte der erste Baggerbiss und damit der Auftakt zum Bau der neuen Freianlage für Humboldt-Pinguine. Ein Meilenstein für die weitere Zooentwicklung kann nun von allen Pinguinfans erkundet werden.

„Die Pinguin-Anlage wird neben dem Menschenaffenhaus, der Anlage für Brüllaffen und Brillenbären, dem Grzimekhaus mit seinen nachtaktiven Tieren und vielen Anlagen mehr, ein weiterer Besuchermagnet in unserem traditionsreichen Zoo sein. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf, die Anlage mit ihren vielfältigen Einblicken in den Lebensraum der Pinguine zu erkunden“, sagt der Oberbürgermeister.

„Die Architektur der neuen Pinguin-Anlage lässt die Besucherinnen und Besucher in die Welt der Pinguine eintauchen. Die Tiere können an Land sowie über und unter Wasser beobachtet werden. Neben dieser Faszination werden die Aspekte Bildung, Arten- und Naturschutz eng miteinander verwoben. Ich bin sicher, die Pinguine und ihr neues Zuhause werden auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben rangieren“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig. Interaktive Informationstafeln und Filme ergänzen die Tierbeobachtung mit wertvollem Wissen.

Humboldt-Pinguine leben an den Pazifikküsten Nordchiles und Perus, sie kommen mit dem Frankfurter Klima sehr gut zurecht, sodass sie ganzjährig auf der Außenanlage gehalten werden können – das spart Energie für eine aufwendige Kühlung, wie sie zum Beispiel in einem Haus für antarktische Pinguin-Arten notwendig gewesen wäre.

Koordiniert wurden Planung sowie Bau vom Amt für Bau und Immobilien. „Den Lebensraum für die Tiere artgerecht zu gestalten und gleichzeitig den beobachtenden Besucherinnen und Besuchern eine hohe Aufenthaltsqualität zu bieten, war eine große Herausforderung und ist hier gut gelungen“, betont Baudezernent Schneider. „Energie wird bei der neuen Anlage gespart, nicht gespart wurde aber beim Platz, den die Tiere zum Schwimmen, Tauchen und Brüten haben“, fügt er hinzu. „Die Anlage umfasst einen 410 Quadratmeter großen, reich strukturierten Landteil mit einer zurückhaltenden Bepflanzung, die auf die felsige Heimat der Humboldt-Pinguine verweist, und zum Schwimmen und Tauchen steht den Pinguinen ein Becken mit unterschiedlichen Wassertiefen zur Verfügung, das 435 Kubikmeter Wasser fasst. Besucherinnen und Besucher profitieren unter anderem von barrierefreien Wegen.“

Die Anlage ist für die zeitgemäße und artgerechte Haltung einer Humboldt-Pinguin-Kolonie von 30 bis 40 Brutpaaren ausgelegt. „25 Pinguine sind nun eingezogen. Wir bieten ihnen Brutmöglichkeiten in den mit Kunstfels geschaffenen Bruthöhlen, aber auch in der niedrigen Vegetation an und hoffen natürlich, dass sie sich wohlfühlen und zu gegebener Zeit Nachwuchs bekommen“, so Zoodirektor Dr. Miguel Casares.

Der Neubau der Anlage verlief nicht ganz ohne Hindernisse: So musste zum Beispiel der Große Weiher abgelassen werden, Fische und Schildkröten mussten abgefangen und das Restwasser aufwändig gestaut werden.

Das Bauvorhaben mit Gesamtkosten von ca. 7,2 Millionen Euro ist der größte Entwicklungsschritt seit der Eröffnung der neuen Anlage für Brillenbären und Brüllaffen, Ukumari-Land im Jahr 2013. Das 30-Millionen-Euro-Investitionsprogramm, das die Stadtverordneten für den Zoo Frankfurt 2008 beschlossen hatten, ist damit abgeschlossen.

Oberbürgermeister, Stadträtin und Zoodirektor sind sich einig, die Entwicklung des Frankfurter Zoos muss weitergehen. „Im März konnten wir gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt die drei Säulen für die Weiterentwicklung des Zoos präsentieren: Die Errichtung eines Kinder- und Jugendtheaters im Zoogesellschaftshaus, das Frankfurt Conservation Center, das in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft am östlichen Zooeingang geplant ist und die Entwicklung großer Bereiche im Zoo selbst, denn viele Anlagen sind veraltet und die Tierpräsentation ist nicht mehr zeitgemäß,“ betont Kulturdezernentin Hartwig.

Für die Möglichkeit, das richtungweisende Bauprojekt realisieren zu können, dankte Zoodirektor Casares den anwesenden Vertretern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und allen anderen Gremien und Ämtern, die das Vorhaben unterstützt und begleitet haben.

Das als PDF beigefügte Datenblatt informiert über weitere Fakten zu der Anlage.