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06.09.2018

Frankfurter fühlen sich wohl in ihrer Stadt

Stadtrat Jan Schneider präsentiert Ergebnisse der 25. Frankfurter Bürgerbefragung

(ffm) Auch wenn die Frankfurterinnen und Frankfurter einige Themen kritisch sehen, fühlen sie sich insgesamt sehr wohl in der Stadt. Das ist das zentrale Ergebnis der 25. Bürgerbefragung, die der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider vorgestellt hat. 83 Prozent der Befragten leben nach eigener Angabe gerne in Frankfurt. Die größten Probleme sind in den Augen der Bürger nach wie vor der Wohnungsmarkt, die Verkehrssituation sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Gute Noten erhält die Stadtverwaltung, die als zuverlässig und bürgerorientiert angesehen wird. Eine steigende Tendenz ist beim politischen Interesse festzustellen.

Stadtrat Jan Schneider, Porträt, © Foto: Alexander Paul Englert
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„Seit 25 Jahren befragt der Magistrat die Bürgerinnen und Bürger und erhält so eine laufende Qualitätskontrolle zum Leben in der Stadt aus Sicht der Frankfurterinnen und Frankfurter. Die Bürgerbefragung ermöglicht uns, Schwierigkeiten zu erkennen und auf Probleme zu reagieren“, stellte Schneider fest. „In den zentralen Kritikpunkten wird deutlich, was die Bürgerinnen und Bürger als besonders vordringlich erachteten. Das ist das Ziel der Bürgerbefragung. Sie wird nicht durchgeführt, um die Stadt und ihre Verwaltung zu loben, sondern um aktuelle Informationsgrundlagen für die Stadtsteuerung bereitzustellen.“

Frankfurterinnen und Frankfurter sind mit der Stadt zufrieden

Die Frankfurterinnen und Frankfurter sind nach wie vor mit ihrer Stadt zufrieden. Zwei Drittel (65 %) der 1321 Befragten gaben dies an. Fast alle (83 %) leben gerne in Frankfurt und nur etwa jeder Siebte (14 %) würde lieber woanders wohnen.

Wohnungsmarkt mit Abstand größtes Stadtproblem

Das zentrale Problemfeld der Stadt ist aus Sicht von immer mehr Frankfurterinnen und Frankfurtern der Wohnungsmarkt. Auf die ohne Antwortvorgabe gestellte Frage nach den größten Stadtproblemen nannten fast zwei von drei Frankfurterinnen und Frankfurtern (61 %) hohe Mieten oder das als nicht ausreichend empfundene Wohnungsangebot. Ein Jahr zuvor hatte nur die Hälfte der Befragten den Wohnungsmarkt als größtes Problem eingestuft.

Wartende PKW vor Ampelanlage an der Messe, August 2013, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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Verkehrssituation und öffentliche Sicherheit auf den Plätzen zwei und drei

Auf Platz zwei und drei der größten städtischen Probleme rangierten nach wie vor die Verkehrssituation (26 %) und die öffentliche Sicherheit (17 %). „Auch bei diesen beiden Themenfeldern mussten häufigere Nennungen festgestellt werden“, erklärte Schneider. Auf Position vier finden sich mit geringfügigen Veränderungen die öffentlichen Verkehrsmittel (12 %) und auf Platz fünf nach vorne gerückt ist die Antwortkategorie „Politik-/ Parteienverdrossenheit“ (12 %). Weniger als im Vorjahr (10 statt 12 %) wurden hingegen Probleme genannt, die mit dem Verhältnis von Deutschen und Ausländer/-innen zu tun haben. „Das deutet auf eine entspannte Sichtweise der Frankfurterinnen und Frankfurter hin“, sagte Schneider. Im Jahresvergleich noch einmal etwas kritischer (9 statt 8 %) sind die Einschätzungen zum Thema Drogen ausgefallen.

Frankfurt wird als international, wirtschaftskräftig und weltoffen empfunden

Die Frankfurterinnen und Frankfurter sehen ihre Stadt deutlich internationaler (85 %/+4 %-Punkte), wirtschaftskräftiger (84 %/+4 %-Punkte) und weltoffener (75 %/+3 %-Punkte) als im Vorjahr. „Besonders hervorzuheben sind die positiven Veränderungen beim Sicherheitsempfinden“, sagte Schneider. Im Vergleich zum Vorjahr fühlen sich mehr Frauen (28 %/+3 %-Punkte) und Männer (33 %/+5 %-Punkte) sicher in der Stadt. Allerdings hat gleichzeitig die gegenteilige Ansicht ebenfalls zugenommen.

Die Frankfurterinnen und Frankfurter wurden auch gefragt, wie sie die Stadt jemandem beschreiben würden, der die Stadt nicht kennt. Unverändert gaben rund zwei von drei Befragten an, Frankfurt sei eine Stadt, in der man gut leben kann. Mehr als die Hälfte hält Frankfurt für eine „Stadt, die jedem etwas bietet“.

Etwas in den Hintergrund getreten sind die kulturellen Imagefaktoren wie „Stadt der Museen“ und „Goethestadt“, die für die Außendarstellung Frankfurts als weniger wichtig wahrgenommen werden als noch vor einigen Jahren. Nach Einschätzung Schneiders braucht es eine gewisse Zeit, um die Vorzüge Frankfurts zu erkennen: „Je länger die Befragten in der Stadt wohnen, umso mehr steigt die Wertschätzung für das Kulturangebot.“

© PIA Stadt Frankfurt am Main
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Stadtverwaltung genießt hohes Ansehen bei ihren Bürgerinnen und Bürgern

Nach den teilweise kritischen Einstufungen vom Vorjahr sind das persönliche Ansehen und die Zufriedenheit mit der Arbeit der Stadtverwaltung wieder deutlich besser ausgefallen. Die vor einigen Jahren erzielten Bestwerte wurden fast wieder erreicht. Fast zwei Drittel der Befragten gab an, eine persönlich sehr gute (13 %) oder gute (45 %) Meinung von der Frankfurter Stadtverwaltung zu haben. Nur eine Minderheit (6 %) ist gegenteiliger Auffassung. Auch die Zufriedenheit mit der Arbeit in den Ämtern ist deutlich gestiegen und liegt mit 45 Prozent (+5 %-Punkte) nur knapp unter den Bestwerten aus dem Jahr 2015. „Der Anteil der Unzufriedenen ist mit vier Prozent so niedrig wie nie“, betonte Schneider.

Die Frankfurterinnen und Frankfurter schätzten an ihrer Stadtverwaltung vor allem die Zuverlässigkeit. Diese Eigenschaft steht seit Jahren an der Spitze der abgefragten Imagekomponenten und erreicht nach dem Knick im Vorjahr diesmal mit 57 Prozent (+4 %-Punkte) ein neues Allzeithoch. Nur fünf Prozent (unverändert) sind der gegenteiligen Meinung. „So eine positive Beurteilung konnte bislang nicht registriert werden“, erklärte Schneider. „Auch wenn den Bürgern manches nicht gefällt, sehen sie die Ursache dafür nicht bei der Stadtverwaltung.“

Politisches Interesse so hoch wie nie

Das politische Interesse der Frankfurterinnen und Frankfurt ist so hoch wie noch nie. Auf fast allen politischen Ebenen wurden Höchstwerte ermittelt. Lediglich das Interesse für die Europapolitik (64 %/-4 %-Punkte) ist im Vergleich zum Vorjahr niedriger ausgefallen, liegt aber immer noch höher als davor.

Das Politikinteresse hat vor allem bei Jung- und Erstwählerinnen und -wählern zugenommen, während die Werte in den mittleren und höheren Altersgruppen zum Teil leicht rückläufig sind. Unverändert interessieren sich die höheren Altersgruppen stärker für Politik als die jüngeren, dies gilt jedoch nicht für die Bundespolitik, hier liegen die 35- bis 44-Jährigen (84 %/+5 %-Punkte) weit vorne.
Als besonders wichtige Informationsquelle wird das Internet erachtet, während die klassische Mediennutzung etwas niedriger als im Vorjahr ausfällt. „Interessanterweise haben die sozialen Netzwerke entgegen häufiger Vermutungen nicht sonderlich an Bedeutung gewonnen“, so der Stadtrat. Dagegen haben die Wahlprogramme der Parteien vor allem bei den jüngsten Wahlberechtigten (50 %/+15 %-Punkte) geradezu eine Renaissance erfahren.

„frankfurt statistik aktuell“ 17-21/2018 stehen unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell als kostenlose PDF-Downloads zur Verfügung.