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15.06.2018

Magistrat setzt Frankfurter Mietspiegel 2018 in Kraft: Sowohl Vermieter als auch Mieterverbände stimmten zu

Privatwohnung, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Rainer Rüffer
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(ffm) Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat am Freitag, 15. Juni, den Mietspiegel 2018 rückwirkend zum 1. Juni in Kraft gesetzt. Zuvor hatten in der Mietspiegelkommission mit dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft und drei Mietervereinen sowohl Vertreter von Mieterverbänden als auch Eigentümerverbänden dem neuen Mietspiegel zugestimmt. Enthalten hatten sich der vierte Mieterverein sowie die Vertreter von Haus & Grund Frankfurt am Main und Haus & Grund Bergen-Enkheim. Das teilte Planungsdezernent Mike Josef gemeinsam mit Axel Tausendpfund vom Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft und Rolf Janßen vom DMB Mieterschutzverein Frankfurt am Main mit.

„Ich danke den Vertretern der Mieter- wie der Vermieterverbände, dass sie so konstruktiv zusammengearbeitet haben, um einen neuen Mietspiegel auf den Weg zu bringen, der die tatsächliche Marktsituation möglichst genau darstellen soll“, sagte Planungsdezernent Mike Josef. „Ich bedanke mich bei den beauftragten Instituten IWU aus Darmstadt und IFAK aus Taunusstein für die engagierte Arbeit und natürlich ganz besonders bei allen Mietern und Vermietern, die sich an der Befragung beteiligt haben und ohne die wir keinen Mietspiegel hätten erstellen lassen können.“

Rolf Janßen sagte: „Mit dem Mietspiegel lässt sich für fast alle frei finanzierten Wohnungen in Frankfurt die ortsübliche Miete ermitteln. Er verschafft damit Markttransparenz und liefert Informationen, ob eine Mieterhöhung zulässig oder unzulässig ist.“ Axel Tausendpfund ergänzte: „Der Mietspiegel 2018 ist nach einem transparenten und anerkannten wissenschaftlichen Verfahren erstellt worden. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben bildet er nicht die aktuellen Marktmieten ab, sondern die Mieten, die in den letzten vier Jahren geändert oder vereinbart wurden. Vor diesem Hintergrund entsprechen die Mietsteigerungen im neuen Mietspiegel dem üblichen Rahmen für stark prosperierende Märkte.“

Gegenüber dem Mietspiegel 2014 ist die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnraum in Frankfurt von 8,66 Euro auf jetzt 9,36 Euro gestiegen – das entspricht einer Steigerung von 8,1 Prozent für vier Jahre oder rund 2 Prozent jährlich. Die Steigerung von 2010 auf 2014 betrug 11,3 Prozent.
Hierzu erläutert Stadtrat Josef: „Bei allem Druck auf den Mietmarkt ist es erfreulich, dass die Erhöhung prozentual niedriger ausfällt als vor vier Jahren. Davon unbenommen bleibt es weiterhin unsere Aufgabe, verstärkt Bauland auszuweisen.“

Im Unterschied zum Vorgängerwerk gibt es im Mietspiegel 2018 einen Abschlag für sehr einfache Lagen. Das übrige System der Wohnlagen entspricht dem aus dem letzten Mietspiegel. Allerdings hat sich diesmal kein Preiseinfluss besonders lärmbelasteter Straßen nachweisen lassen, so dass auch hier die Zuschläge für gehobene oder sehr gute Wohnlagen zum Tragen kommen.

Preiseinflüsse einer guten energetischen Ausstattung konnten ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Neu hinzugekommen sind beispielsweise die Merkmale barrierefreier Zugang zur Wohnung oder eine Fußbodenheizung.

Der neue Frankfurter Mietspiegel basiert auf über 3500 Interviews von Mieterhaushalten, die repräsentativ für alle Frankfurter Miethaushalte sind, und circa 500 schriftlichen Angaben von Vermietern. Die erhobenen Daten wurden aufwendig geprüft und ausgewertet. Im Prozess der Auswertung hat das IWU mittels wissenschaftlich anerkannter, statistischer Verfahren ein Mietspiegelmodell entwickelt, das für unterschiedliche Wohnungstypen mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen die ortsübliche Miete angibt.

Beim Frankfurter Mietspiegel handelt es sich somit um einen qualifizierten Mietspiegel, der Mietern und Vermietern gleichermaßen hilft. Er dient dazu, Streit über die angemessene Miete zu vermeiden. Er stellt eine amtliche Auskunft über das allgemeine Mietpreisgefüge in Frankfurt am Main dar. Der Mietspiegel dient der Begründung eines Erhöhungsverlangens zur Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete und der Überprüfung der Angemessenheit gezahlter Mieten – auch im Zusammenhang mit der sogenannten Mietpreisbremse.

Der neue Mietspiegel 2018 ist in Kürze im Amt für Wohnungswesen und über den Buch- und Zeitschriftenhandel für drei Euro erhältlich. Weitere Bezugsquellen sind die Tourist Information Römerberg und die Bürgerämter sowie die in der Mietspiegelkommission vertretenen Verbände der Mieter und Vermieter.