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28.05.2018

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: ‚Plastik war gestern! ‘

Stadträtin Rosemarie Heilig, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Sandra Mann
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(ffm) Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig unterstützt die Pläne der EU-Kommission, bestimmte überflüssige Plastikprodukte zu verbieten.

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung – wobei weitergehende Maßnahmen für die systematische Sammlung und Wiederverwertung in allen Ländern ebenso notwendig wären. Insofern löst die geplante neue Verordnung nicht das grundsätzliche Problem der Wegwerfgesellschaft, aber auch einzelne Maßnahmen können über die symbolische Wirkung hinaus zum Umdenken führen. Dort, wo es Alternativen gibt, sollten wir diese auch nutzen. Und reine Bequemlichkeit rechtfertigt nicht den ansonsten sinnlosen Einsatz von Plastikgeschirr.

Die Papierkörbe quellen an heißen Sommertagen über, der Steuerzahler muss Millionen zahlen zur Säuberung der Grünflächen und des öffentlichen Raums. Ein großer Teil des Plastiks gelangt auf vielfältige Weise in die Weltmeere und damit in die Nahrungskette. Wir müssen da einfach umsteuern.

In Frankfurt werben wir als Umweltdezernat und dem Frankfurter Entsorgungsservice sowie der Stabstelle Saubereres Frankfurt mit unserer Sauberkeitskampagne #cleanffm seit fast einem Jahr für eine saubere Stadt und für einen verantwortungsvolleren Umgang der Menschen mit dem öffentlichen Raum. Leuchtend grün schleicht sich #cleanffm mehr und mehr ins Stadtbild und in die Köpfe der Menschen. Wir versuchen, humorvoll und nicht belehrend ein Umweltbewusstsein zu vermitteln. Unsere Kampagne verändert zwar noch nicht die Müllmenge, aber wir sehen, dass es durchaus bereits das Verhalten der Menschen ändert. Auch wenn da noch viel Luft nach oben ist.

Ich werde nicht müde, für ein sauberes und plastikfreies Frankfurt zu werben. Das ist aber nicht nur eine Aufgabe der Stadt alleine. Wir benötigen vielmehr auch die Unterstützung der Geschäftsleute und ihrer Kundinnen und Kunden. Aktionen wie beispielsweise das Angebot eines Mehrwegbechersystems, das auf der Berger Straße, einer zentralen Einkaufsstraße in Frankfurt, mit Unterstützung der Nachhaltigkeitsinitiativen ‚cup-2-gether‘ und ‚Lust auf besser Leben‘ eingeführt wurde, sollten aus meiner Sicht noch mehr Schule machen.

Auch andere Überlegungen zu einer Abgabe, die nicht direkt den Verbraucher belasten soll, können durchaus helfen, das Müllchaos in den Städten zu verringern: Abgaben sind kein Allheilmittel, bei bestimmten Verpackungsarten machen sie aber durchaus Sinn.

Oft wird der EU übertriebener Verordnungs- und Regelungswahn vorgeworfen, aber in der Abfallpolitik brauchen wir Regeln, die über Grenzen hinaus gelten. Natürlich sind Freiwilligkeit und Appelle an die Vernunft immer die bessere Lösung, aber der Blick auf die Parks, Flüsse und Meere lässt uns nur Berthold Brecht zitieren: ‚Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.‘“