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18.07.2014

Knapp sieben Millionen Euro für Stadtreparatur

Grundstücksverkauf bildet Grundstock für Liegenschaftsfonds

(pia) Die Stadt Frankfurt will das Grundstück verkaufen, auf dem das House of Logistics and Management (HOLM) steht. Das hat der Magistrat am Freitag, 18. Juli, beschlossen. Käufer ist die Lang & Cie. Real Estate AG, die bereits über ein Erbbaurecht an dem Grundstück verfügt. Der Preis liegt bei 6.928.600 Euro, sofern die Stadtverordnetenversammlung der Beschlussvorlage zustimmt. „Das Geld fließt dann in einen neu zu gründenden Liegenschaftsfonds, durch den wir gemeinschaftliche Wohnprojekte fördern und problembehaftete Grundstücke aktivieren wollen“, berichtet Bürgermeister Olaf Cunitz. „Diesen Auftrag erhält die Konversions-Grundstückentwicklungsgesellschaft KEG. Ihr stellen wir mit dem Fonds fast sieben Millionen Euro als Grundstock zur Verfügung. Die KEG fungiert dann als Stadtentwicklungsgesellschaft und betreibt Stadtreparatur als Gemeinwohlaufgabe. So stärken wir gemeinschaftliche Wohnformen und verbessern zugleich das städtebauliche Erscheinungsbild.“

Die Stadt Frankfurt unterstützt bereits jetzt schon gemeinschaftliche Wohnformen in vielfacher Weise, beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen oder durch Ausrichtung einer jährlich stattfindenden Frankfurter Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen. „Die Nachfrage nach unterschiedlichen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens wächst stetig. Bürger schließen sich zu Vereinen, Eigentümergemeinschaften oder Genossenschaften zusammen, um gemeinsam ein Wohnungsbauprojekt zu verwirklichen“, führt Bürgermeister Cunitz aus. „Ein Liegenschaftsfonds für solche Vorhaben kann diese Entwicklung ganz entscheidend voranbringen.“ Entsprechende Richtlinien für die Vergabe von Grundstücken an gemeinschaftliche Wohnprojekte werden derzeit vom Magistrat erarbeitet und in der Folge der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss vorgelegt.

„Vor allem ungenutzte oder mindergenutzte Immobilien sollen angekauft werden, die entweder derzeit nicht durch den Markt angenommen oder aus unterschiedlichen Gründen nicht am Markt angeboten werden“, führt Cunitz weiter aus. „Bisher haben wir kaum eine Handhabe, um diese Liegenschaften einer Wohnnutzung zuzuführen. Diese Aufgabe übergeben wir nun an die KEG, die langjährige Erfahrung in der Aktivierung von nicht marktgängigen und schwierigen Immobilien vorweisen kann.“

Das rund 6.000 Quadratmeter große Grundstück in Gateway Gardens wurde im Jahr 2010 durch die Stadt Frankfurt erworben und auf dem Wege eines Erbbaurechts an den jetzigen Käufer weitergegeben, der das HOLM-Gebäude errichtet hat. Eine vorgesehene Mieterdienstbarkeit, die ohne Zustimmung der Stadt nicht gelöscht werden kann, sichert die Nutzung der Immobilie durch das HOLM für die Vertragslaufzeit von 30 Jahren. Der Verkaufspreis entspricht dem damaligen Erwerbspreis.