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15.09.2016

LEEN: Ein Pakt für den Klimaschutz

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig unterzeichnet Zielvereinbarung mit der Industrie

Neun namhafte Unternehmen aus dem Rhein-Gebiet¸ darunter der Autohersteller Opel und der Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst, werden in den nächsten zwei Jahren 5 Prozent Energie einsparen. Dazu verpflichteten sie sich heute in einem Klimaschutzpakt, der im Frankfurter Römer feierlich unterzeichnet wurde.

Das LEEN Frankfurt Rhein-Main ist im April 2015 mit neun Firmen gestartet, die zusammen mehr als 40.000 Menschen beschäftigen und großen Einfluss auf die Klimabilanz haben. In einer Energieauditphase wurden für jedes Unternehmen die Einsparpotenziale ermittelt. Nun haben sich die teilnehmenden Betriebe auf ein Energieeinsparziel von 5% und eine CO2-Einsparziel von 6% bis 2018 geeinigt.

Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig dankte den Unternehmen heute bei der Unterzeichnung des Vertrages. „Sie dokumentieren damit Ihre Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zu den Klimaschutzzielen von Bund, Land und Stadt beizutragen.“

Für die teilnehmenden Betriebe unterzeichneten die Vorstände, Geschäftsführer und Standortverantwortlichen die Zielvereinbarung.
Im Bereich Heizenergie wollen die Unternehmen knapp 38 Millionen Kilowattstunden einsparen, im Bereich Strom mehr als 12 Millionen Kilowattstunden. Mit dieser Energie ließe sich eine Kleinstadt mir rund 5.000 Einwohnern versorgen. Um den entsprechenden CO2-Ausstoß zu kompensieren, bräuchte man ein Drittel der Fläche des Frankfurter Stadtwaldes.

Stimmen zum Energieeffizienznetzwerk Frankfurt Rhein Main:

Dr. Joachim Kreysing, Vorstand Infraserv Höchst:

Bei Infraserv Höchst, der Betreibergesellschaft des Industrieparks Höchst mit seinen rund 90 Unternehmen und 22.000 Mitarbeitern, hat die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz und die damit verbundene Reduzierung von CO2-Emissionen einen besonderen Stellenwert. „Hocheffiziente Versorgungsstrukturen im Energiebereich sind für uns als Standort und unsere Kunden ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil“, sagt Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. Das Unternehmen, betreibt ein eigenes Heizkraftwerk und nutzt die Abwärme aus verschiedenen Produktions- und Entsorgungsanlagen für die Versorgung der produzierenden Unternehmen. „Die Chemieindustrie hat als energieintensive Branchen viel Erfahrung in Bezug auf die Schaffung besonders effizienter und somit auch ressourcenschonender Versorgungsstrukturen“, so Dr. Kreysing. „Die Teilnahme an dem LEEN-Netzwerk bietet uns die Möglichkeit, unser Know-How einzubringen, aber auch von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer zu profitieren. Wir nutzen diese Chance sehr gern, denn wir möchten als Unternehmen und Standortbetreiber auf jeden Fall auch weiterhin unseren Beitrag zur Erreichung der Energie-Einsparziele leisten.“

Andreas Brühl, Moderator Fa. Arqum:

„In annähernd jedem Betrieb gibt es Potenziale, die Energieverbräuche und damit einhergehenden Kosten, durch rentable investive oder organisatorische Maßnahmen zu senken. Diese Potenziale sind nicht selten bekannt, aber häufig fehlt Zeit für Suche, Vorbereitung und Auswahl von Maßnahmen. Hier bieten die Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke einen sehr guten Rahmen für Unternehmen, diese Potenziale einfacher und vor allem schneller zu heben. An unserem Netzwerk Frankfurt Rhein-Main finde ich besonders die Teilnehmerstruktur toll. Durch die überwiegende Teilnahme von Produktionsbetrieben ist ein sehr zielgerichteter Erfahrungsaustausch möglich.“

Wie funktioniert das LEEN?

Hauptziel des vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main und Arqum initiierten Energieeffizienz-Netzwerks Rhein-Main-Region ist es, in den teilnehmenden Unternehmen wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale aufzudecken und umzusetzen. Ein wichtiger Aspekt der Netzwerke ist der moderierte Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Diese gegenseitige Weitergabe von positiven wie auch negativen Erfahrungen im Bereich der Energieeffizienz hilft den Energieverantwortlichen dabei, Energieeinsparmaßnahmen leichter bewerten und mit geringerem Aufwand und geringeren Kosten umsetzen zu können. Hierdurch können nicht nur betriebliche Energiekosten gesenkt, sondern auch CO2-Emissionen reduziert und so ein aktiver Beitrag zum lokalen und regionalen Klimaschutz geleistet werden. In den bereits durchgeführten Energieeffizienz-Netzwerken in Deutschland wurden Effizienzsteigerungen ermittelt, die mehr als das Doppelte über dem der restlichen Industrie lagen.

Aktuelle Teilnehmer des LEEN Frankfurt-Rhein-Main:

• Abbott, Pharmaunternehmen aus Wiesbaden
• Adam Opel AG, Automobilhersteller, Rüsselsheim
• Dilas, Laserhersteller aus Mainz
• Glockenbrot – Bäckerei aus Fechenheim
• Hassia, Mineralwasserhersteller aus Bad Vilbel
• Infraserv, Industrieparkbetreiber Höchst
• LSG Skychefs, Caterer und Dienstleister für die Lufthansa, Gateway Gardens
• Sirona, Dental-Produkte aus Bensheim
• WeylChem, Grundprodukte für die Agrarchemie aus Frankfurt-Griesheim

LEEN trägt zum Erreichen der Klimaschutzziele bei

„Den Energiemanagern großer Firmen und Betriebe in der Rhein-Main-Region kommt eine wichtige Rolle beim Erreichen unserer Klimaschutzziele zu. Dank ihrer Beteiligung an LEEN leisten sie einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz in der Region. Gleichzeitig können sie die Energiekosten in ihren Betrieben reduzieren“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Die Klimaschutzziele 2050 der Stadt Frankfurt am Main beinhalten:
• eine Reduzierung des Energiebedarfs um 50 Prozent.
• eine Deckung des Restenergiebedarfs aus kommunalen und regionalen Erneuerbaren Energien.
• eine Verringerung der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 95 Prozent.

Beitrag zu LEEN Unterzeichung im RheinMainTV

RheinMainTV hat an der Veranstaltung im Römer teilgenommen und Interviews mit Rosemarie Heilig und eigenen weiteren Teilnehmern der Veranstaltung geführt. Zum Beitrag geht es hier: http://www.rheinmaintv.de/video/Pakt-zum-Klimaschutz/e97bafd7d8677456d65858ff88a9dcf1

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