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07.12.2015

Regionales Energiekonzept

Ein Jahr lang haben sich unter der Federführung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain und der Stadt Frankfurt am Main rund 150 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung damit beschäftigt, Ideen für eine erfolgreiche Energiewende in der Region zu entwickeln. Aufgeteilt waren sie in die fünf Strategiegruppen Energie, Mobilität, Siedlung und Wohnen, Wirtschaft sowie Wertschöpfung. Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien zu erreichen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Deutschen Nationalbibliothek präsentiert.

Und die können sich sehen lassen: Für jede der 75 Verbandskommunen wurden bereits vor zehn Monaten Energiesteckbriefe erstellt, diese werden nun zu einem Monitoring weiterentwickelt. Eine der Maßnahmen sieht auch die Einrichtung einer regionalen Energieagentur vor, um unterschiedliche Strategien in der Region aufeinander abzustimmen. Sie soll als zentraler Ansprechpartner für die Energiewende dienen und Kommunen und Landkreisen eine fachliche Beratung bieten. Zudem werden dauerhafte Stellen für die Öffentlichkeitsarbeit gefordert. Außerdem werden der Ausbau der Solarenergie durch ein 10.000-Dächer-Programm und eine Route der Energiekultur vorgeschlagen. Die Mobilitätsgruppe plädiert dafür, Carsharing bis in die Region auszuweiten und den Bau von Radschnellwegen zu forcieren. Die Förderung von energetischen Quartierskonzep-ten, die Entwicklung von Sanierungsstandards und die Einführung von „gläsernen Baustellen“ nach dem Motto „so wird’s gemacht“ stehen ebenfalls auf dem Maßnahmenzettel. Mehrere Pilotprojekte für nachhaltige Gewerbegebiete und Job-Tickets auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kleinerer Firmen durch Bündelung stehen auf der Agenda der Wirtschaftsgruppe. Schließlich haben die Akteure der Strategiegruppe Wertschöpfung ein Finanzprodukt mit dem Namen „Regionale Erneuerbare Energie“ sowie eine Energiebörse FrankfurtRheinMain entwickelt.

„Jetzt gilt es, die Politik für die Ideen zu be-geistern und aus den Ideen Maßnahmen werden zu lassen“, sagte der Direktor des Regionalverban-des FrankfurtRheinMain, Ludger Stüve (SPD). Er machte noch einmal deutlich, dass für ihn drei Säulen hinsichtlich der Energiewende wichtig sind: das Umsteuern auf erneuerbare Energie, Energieeinsparung und Effizienzverbesserung sowie die Entwicklung von Strategien zu Anpassung an ein verändertes Klima.

Die Leiterin des Energiereferates der Stadt Frankfurt am Main, Wiebke Fiebig, verwies darauf, dass Ende September die Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit die vom Dezernat für Umwelt und Gesundheit beauftragte Machbarkeitsstudie des Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) zum „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ beschlossen hatte. „Die Strategiegruppen orientierten sich an den bestehenden energiepolitischen Zielen auf Landesebene. Diese sehen eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 vor. Solche ehrgeizigen Ziele können nur als Gemeinschaftsaufgabe geleistet werden. Dafür wurden Visionen, Strategien und rund 50 Maßnahmenvorschläge entwickelt, die sich spezifisch auf die Handlungsebene der Region beziehen“, sagte Fiebig.

Die Ergebnisse der einjährigen Arbeit werden nun dokumentiert und aufbereitet. Sie bilden gemeinsam mit den bereits erhobenen Datengrundlagen das Gerüst für die eigentliche Konzepterstellung, die im nächsten Jahr beginnt. Auch werden die entsprechenden politischen Gremien damit befasst. Parallel dazu sollen schon die ersten Umsetzungen beginnen.