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Freizeit-Tipp

Das Towercafe am Alten Flugplatz © Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt
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Landebahn ins Grün - der alte Flugplatz in Bonames

Wo früher Militärhubschrauber dröhnten, erholen sich nun Mensch und Natur. Inline-Skater und Radfahrer rollen über die einstige Landebahn, Familien picknicken auf der Wiese, Müßiggänger erholen sich im Schatten eines Baumhaines. Im Herbst steigen bunte Drachen in die Luft, während jetzt in der Brutzeit der Luftraum nur den Vögeln, Schmetterlingen und Insekten gehört. Im östlichen Teil des Alten Flugplatzes, wo der Tower mit seinem beliebten Café steht und eine neue Brücke über die Nidda führt, herrscht immer reges Freizeitgetriebe.

Im „Wilden Westen“

Der westliche Teil des Alten Landeplatzes hingegen ist ganz für die Natur reserviert – hier entsteht eine echte Stadtwildnis. Die Entwicklung der sich vollkommen selbst überlassenen Natur können die Besucher live beobachten. Aber auch Wissenschaftler haben ein Auge auf das, was im „Wilden Westen“ wächst, kreucht und fleucht, denn der Alte Flugplatz ist der einzige Ort in Deutschland, an dem die Entwicklung zur Wildnis ab der "Stunde Null" wissenschaftlich untersucht wird. Nicht zu überhören auf dem ehemaligen Landeplatz sind die vielen Frösche, Kröten und Molche, die in den feuchten Zonen leben und im Frühjahr und Frühsommer beeindruckende Konzerte veranstalten. Von den 21 Amphibienarten, die es in Deutschland gibt, sind bereits neun Arten am Alten Flugplatz heimisch geworden, darunter auch so seltene und in ihrem Bestand gefährdete Tiere wie der Laubfrosch und die Wechselkröte.

Gestapelte Betonplatten am Alten Flugplatz © Stadt Frankfurt am Main, Umweltamt
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Drei Hektar Asphalt- und Betonflächen wurden aufgebrochen

Vor Jahren haben die großzügige Umgestaltung und teilweise Entsiegelung des ehemaligen amerikanischen Militärflugplatzes "Maurice Rose Airfield" dies alles möglich gemacht. In den 1950er Jahren hatte die US-Armee mitten in die weite Landschaft der Niddaauen diesen Flugplatz gebaut. Nach dem Rückzug des Militärs erwarb die Stadt Frankfurt das Gelände und gestaltete es im Zusammenhang mit der Entwicklung des Grüngürtels um. Weite Teile der versiegelten Flächen wurden im Winter 2002 aufgebrochen. Das war keine leichte Aufgabe: Rund 4,5 Hektar Fläche mussten neu gestaltet werden. Und zwar so, dass sowohl der Schutz der Natur als auch Freizeitbedürfnisse in Zukunft nicht zu kurz kamen. Etwa drei Hektar Asphalt- und Beton brach man auf; alles unbelastete Material blieb vor Ort - er liegt nun in Drahtgitterkörbe, sogenannte Gabbionen, verpackt auf dem Gelände und begrenzt die befahrbare Fläche. Die Umgestaltung ist so gelungen, dass die Stadt dafür den Deutschen Landschaftsarchitekturpreis 2005 gewonnen hat. Dem Gefühl des Fliegens können Skater und Radfahrer auf ihren Rollen und Rädern heute noch nachspüren, denn die vollständige Länge der Landebahn von 750 Metern blieb erhalten. Als die US-Armee das Gelände noch nutzte, war es umzäunt, jetzt ist es mit einer neuen Brücke an die Rad- und Wanderwege an der Nidda angeschlossen, und über den Hölderlinpfad gelangt man von hier bis nach Bad Homburg.

Wie funktioniert Fliegen?

Der Alte Flugplatz ist auch zu einem Ort des Lernens, der Erkenntnis über die Natur geworden. In der Lernstation für Kinder und Jugendliche ist Neugier gefragt: Wie funktioniert Fliegen? Bei Vögeln und Schmetterlingen, bei Hubschraubern und Flugzeugen? Und wie sah die Nidda früher aus, bevor sie kanalisiert wurde? Diese und noch viel mehr Fragen beantworten Veranstaltungen für Familien und Unterrichtsangebote für Schulen und Kitas. Von März bis Oktober sind auch "Landschaftslotsen" auf dem Alten Flugplatz unterwegs und informieren über Frösche, Vögel und Pflanzen. Eine Attraktion besonders bei schlechtem Wetter ist das Feuerwehrmuseum. In dem 1992 gegründeten Museum sind Helme, Mützen, Uniformen, Atemschutzgeräte und Urkunden ausgestellt, aber auch Löschfahrzeuge wie zum Beispiel eine Überlandspritze aus dem Jahr 1929.

Inline-Skater auf LAndebahn© Stefan Cop
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Sommerwerkstatt: Forschergeist und Kreativität sind gefragt

Schon zum vierten Mal findet vom 19. Juni bis 7. August am Alten Flugplatz eine Sommerwerkstatt für Kinder und Eltern statt. Mitbringen muss man Forschergeist und Kreativität. Von Juni bis August können Familien im ehemaligen Hangar gemeinsam experimentieren und viel erfahren über den Ort selbst, seine Geschichte und seine Natur. Angeleitet und inspiriert werden sie von den Fachkräften der AEROnauten-Werkstatt im GrünGürtel und der Naturschule Hessen. Es gibt keine festen Anfangszeiten und keine Anmeldepflicht.

Ob Naturgenießer, Skater oder Drachenbändiger – die meisten Besucher lassen das von der Werkstatt Frankfurt betriebene Towercafé mit seinem Sommergarten nicht links liegen und verwöhnen sich bei ihrem Ausflug zum Alten Landeplatz auch kulinarisch.

Anreise

U-Bahnlinie U2 bis Haltestelle "Kalbach", dann 10 bis 15 Minuten dem ausgeschilderten Fußweg entlang des Kalbacher Weges folgen bis zum Alten Flugplatz, Am Burghof 55. Parkplätze sind vorhanden.

Tower Café, Telefon: 069 95048532