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22.08.2012

Frankfurts Museen boomen derzeit

(pia) In Frankfurts Museen ist derzeit richtig Musik drin: Im Städel und im Filmmuseum riecht es noch nach frischer Farbe, das Museum für Angewandte Kunst hat einen neuen Leiter und erweitert seine Sammlung beständig, das "halbe" Historische Museum im Saalhof richtet sich neu aus und wird ein Stadtmuseum zum Mitmachen, die Stadt denkt über ein Romantikmuseum nach und das Senckenberg boomt, ebenso wie Schirn und MMK... "Die internationalen Erfolge der Museen kommen nicht von ungefähr und tragen Beträchtliches zum guten Image Frankfurts als Kulturstadt bei", so Kulturdezernent Felix Semmelroth. Die Besucherzahlen beweisen es eindrucksvoll: Frankfurts Ausstellungshäuser werden regelmäßig von über zwei Millionen Menschen besucht!

Visualisierung des Neuen Filmmuseums. Grafik: Das Neue Filmmuseum
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Immer mehr besuchen das 'neue Museumsufer'

Das beste Beispiel für den Zuschauer-Boom ist das Museumsufer, in dessen Institutionen die Stadt seit Monaten investiert, sie saniert und erweitert. Das Deutsche Filmmuseum etwa: Es ist komplett renoviert worden, die Dauerausstellung ist neu, und innerhalb der ersten dreieinhalb Monate haben bereits 100.000 Besucher die neugestalteten Räume besichtigt. Das von Grund auf renovierte Städel mit seinem beeindruckenden Erweiterungsbau konnte in der ersten Jahreshälfte seine Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdreifachen.

Publikumsrenner am Main

Ausstellungen wie „Edvard Munch“ in der Schirn und - seit kurzem - „Jeffs Koons“ in der Schirn Kunsthalle und im Liebieghaus werden der Frankfurter Kunsthalle sicherlich eines der publikumsstärksten Jahre bescheren. Munch hatte mit 213.000 Besuchern den bisherigen Besucherrekord der Schirn von 189.000 für eine Einzelausstellung eingestellt. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain hat mit seiner Initiative „Ray – Fotografieprojekte“ die Ausstellung „Making History und Partnerprojekte“ ermöglicht, bei der sich neun Partner in der Region zusammengeschlossen haben: Die Hauptausstellung ist in Frankfurt im Kunstverein, im MMK und MMK Zollamt sowie im öffentlichen Raum zu sehen.

© Jüdisches Museum
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Und die Zukunft schaut rosig aus

„Auch die gerade frisch eröffneten Altbauten des Historischen Museums werden mit ihrer neu ausgerichteten Dauerausstellung Besucher und aufgrund ihrer Lage am Römer insbesondere Touristen anziehen, zumal wenn es im Spätsommer mit den 'Frankfurter Sammlern und Stiftern' noch mehr zu sehen gibt", so der Kulturdezernent. Andere Projekte sind die Erweiterung des Jüdischen Museums - hier laufen die Vorbereitungen für einen Realisierungswettbewerb - und die des Goethe-Museums um ein Romantikmuseum – dort gibt es bereits ein detailliertes inhaltliches Konzept. Das Museum für Angewandte Kunst unter seinem neuen Leiter Matthias Wagner K richtet sich ebenfalls neu aus. Zuerst wird das Haus renoviert, im kommenden Jahr ist dann ein "großer Relaunch" geplant - derzeit erhält und erwirbt das Haus neue Ausstellungsobjekte wie die Sammlung des Braun-Designers Dieter Rams oder besondere japanische Holzschnitte.

© Sciencecenter Experiminta
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Spezialinteressen in großen wie kleinen Häusern

Das Charmante am Museumsufer ist, dass es aus weitaus mehr als diesen "großen" Häusern besteht: Das Weltkulturen Museum etwa könnte zu den großen Häusern aufschließen, wenn es erweitert werden kann. Ikonen- und Dommuseum, Jüdisches und Bibelmuseum widerlegen die Mär vom "gottlosen Frankfurt", Liebieghaus und Archäologisches Museum entführen (nicht nur) in die Antike, Museum Giersch und Deutsches Architekturmuseum, Museum für Kommunikation und Karmeliterkloster öffnen ihre Pforten für ganz unterschiedliche Kunst- und Lernerlebnisse. Und wer sich ein wenig vom Museumsufer wegtraut, findet auch kleine "special interest"-Museen, die oft in privater Hand sind, etwa das Explora und das Experiminta für naturwissenschaftlich Interessierte, das Straßenbahn- oder das Feuerwehrmuseum für Technikfreaks, selbst ein Museum für die Lebenswelt nichtsehender Menschen sowie ein Museum für Gehörlose und eines für Eintracht-Frankfurt-Fans gibt es. Wie gesagt, Frankfurts Museen boomen. Und warten auf einen lehrreichen Besuch!