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13.12.2019

Industrie verlängert Klimaschutz-Pakt mit der Stadt

• Sieben große regionale Unternehmen wollen CO2-Emissionen senken
• Neue Partner können sich noch anschließen

Das Energieeffizienz-Netzwerk Frankfurt-Rhein-Main geht in die zweite Runde. Fünf Unternehmen, die schon erfolgreich an der ersten Runde (von 2015 - 2019) teilgenommen haben, sind auch in der zweiten Runde wieder mit dabei. Zwei neue Unternehmen sind dazugekommen. „In der ersten Runde schafften die teilnehmenden Unternehmen 8 Prozent CO2-Reduktion und konnten ihre Energiekosten deutlich senken“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Das ist ein großer Ansporn für Runde 2“.

Schon zum Start hat das Netzwerk Vorschusslorbeeren erhalten und wurde mit dem Gütesiegel der Arbeitsgemeinschaft Energieeffizienz-Netzwerk Deutschlands (AGEEN) ausgezeichnet. Das Gütesiegel wurde durch Prof. Dr. Ing Eberhard Jochem verliehen. Das lässt erwarten, dass die zweite Runde mindestens so erfolgreich ablaufen wird wie die Erste. Die neue Runde läuft vier Jahre bis 2024.

CO2-Einsparungen im Industriesektor seit 1990 bei mehr als 33 Prozent

In der aktuellen CO2-Bilanz der Stadt Frankfurt konnte die stärkste Senkung der CO2-Werte im Bereich Industrie verzeichnet werden. Hier sind die CO2-Emissisonen von 1990 bis 2017 um 1,1 Millionen Tonnen auf insgesamt 2,28 Millionen Tonnen reduziert worden. Dies entspricht einer Reduzierung von zirka 33 Prozent. Das lag zum einen an dem deutlich besseren CO2-Faktor für Strom, aber in erste Linie an der Rezession im produzierenden Gewerbe Anfang der 90er Jahre. Die Beschäftigtenzahlen gingen im gleichen Zeitraum um 62 Prozent zurück. Nach dem Umsatzeinbruch erfolgte aber eine Erholung der Branche, die jetzt mit weniger Mitarbeitern wieder ähnliche Umsatzzahlen schreibt wie in den 90ern. Dass die Emissionen aber trotzdem gesunken sind liegt auch an dem Einsatz von effizienteren Systemen bei der Kühltechnik, der Druckluft, den Motoren und den Energiemanagementsystemen, die die Unternehmen zur Überwachung des Energieverbrauchs einsetzen. „Die Industrie ist mit einem um gut 600 Gigawattstunden geringeren Endenergieeinsatz heute so umsatzstark wie 1990. Die Unternehmen die sich bei uns im Netzwerk engagieren sind die Vorreiter in Bezug auf effiziente Produktion und sparsamen Energieeinsatz. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Firmen, die sich in Netzwerken engagieren, Energieeffizienz-Maßnahmen doppelt so schnell umsetzen wie der Branchendurchschnitt.“ So schildert Paul Fay, stellvertretender Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt, die Vorteile des Netzwerks.

Zweite Runde noch offen für weitere Teilnehmer

Insgesamt können maximal 15 Unternehmen an einem Netzwerk teilnehmen. Teilnehmen können Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit hohen Energiekosten, die entweder ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 abgeschlossen haben oder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreiben. Diese melden sich bitte unverbindlich unter energiereferat@stadt-frankfurt.de.

Teilnehmer der zweiten Runde des Energieeffizienz-Netzwerks Frankfurt-Rhein-Main:
• Alessa Produktion GmbH
• Hassia Mineralquellen
• Infraserv
• Kuraray Europe GmbH
• LSG Sky Chefs
• Sanofi Aventis Deutschland
• Sirona Dental Systems GmbH

(in alphabetischer Reihenfolge)

Wie funktioniert das Energieeffizienz-Netzwerk?

Hauptziel des vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main und der Umweltberatungs-gesellschaft Arqum initiierten Energieeffizienz-Netzwerks Frankfurt-Rhein-Main ist es, in den teilnehmenden Unternehmen wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale aufzudecken und umzusetzen. Ein wichtiger Aspekt der Netzwerke ist der moderierte Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Diese gegenseitige Weitergabe von positiven wie auch negativen Erfahrungen im Bereich der Energieeffizienz hilft den Energieverantwortlichen dabei, Energieeinsparmaßnahmen leichter bewerten und mit geringerem Aufwand und geringeren Kosten umsetzen zu können. Hierdurch können nicht nur betriebliche Energiekosten gesenkt, sondern auch CO2-Emissionen reduziert und so ein aktiver Beitrag zum lokalen und regionalen Klimaschutz geleistet werden. In den bereits durchgeführten Energieeffizienz-Netzwerken in Deutschland wurden Effizienzsteigerungen ermittelt, die mehr als das Doppelte über dem der restlichen Industrie lagen.

Wie trägt ein Energieeffizienz-Netzwerk zum Erreichen der Klimaschutzziele bei?

Den Energiemanagern großer Firmen und Betriebe in der Rhein-Main-Region kommt eine wichtige Rolle beim Erreichen unserer Klimaschutzziele zu. Dank ihrer Beteiligung an dem Netzwerk leisten sie einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz in der Region. Gleichzeitig können sie die Energiekosten in ihren Betrieben reduzieren. Die Klimaschutzziele 2050 der Stadt Frankfurt am Main beinhalten:
• eine Reduzierung des Energiebedarfs um 50 Prozent.
• eine Deckung des Restenergiebedarfs aus kommunalen und regionalen Erneuerbaren Energien.
• eine Verringerung der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 95 Prozent.

Ansprechpartner
 
Link-IconPaul Fay
Telefon:+49 (0)69 212 39 199
Telefax:+49 (0)69 212 39 472
E-Mail:Link-IconPaul.Fay [At] stadt-frankfurt [Punkt] de