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26.06.2019

Netzwerk für Energieeffizienz (LEEN) zieht positive Abschlussbilanz

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig dankt den teilnehmenden Unternehmen für ihr Klimaschutzengagement

Neun Unternehmen aus Frankfurt und RheinMain präsentierten heute die Ergebnisse ihrer vierjährigen gemeinsamen Arbeit für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. 2016 unterzeichneten die Unternehmen einen „Pakt zum Klimaschutz“ mit der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Im Rahmen des Energieeffizienz-Netzwerks LEEN (Lernende EnergieEffizienz-Netzwerke) sollten bis 2018 eine Energieeinsparung von 5% und eine CO2 Reduktion von 6% durch verschiedene Maßnahmen in den Betrieben erreicht werden. Und die Unternehmen haben Wort gehalten.

Positive Bilanz

Das Monitoring der umgesetzten Maßnahmen im Analysejahr 2018 zeigt folgendes Bild:

• 38,5 Millionen Kilowattstunden Energie werden Jahr für Jahr eingespart
• Der CO2 Ausstoß wird jährlich um 14.300 Tonnen reduziert
• Die Energieeffizienz steigt pro Unternehmen im Schnitt um 6,7%
• CO2 wird durchschnittlich um 7,8% reduziert

„Das sind beeindruckende Zahlen die mehr als 30% über den Werten liegen für die die Unternehmen unterschrieben haben “ sagte Rosemarie Heilig, Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt am Main. „Ich danke allen Teilnehmern des Netzwerkes für ihr Engagement und möchte Sie ermutigen, weiterhin Maßnahmen für den Klimaschutz in Ihren Unternehmen und Betrieben umzusetzen“ so Heilig weiter. Und dass das Netzwerk ein Erfolg war zeigt auch die Tatsache, dass fünf der neun Unternehmen in die zweite Runde gehen wollen. „Wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, dann will man weiter machen“ sagt Paul Fay vom Energiereferat.“ In einer Gruppe mit Gleichgesinnten ist es leichter, die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen. Da kann man auch schnell mal zu Telefon greifen und den Kollegen vom Partnerunternehmen fragen, wie die das gemacht haben.“

Wir suchen weitere Teilnehmer für die Netzwerkrunde 2019-2023

Insgesamt können maximal 15 Unternehmen an einem Netzwerk teilnehmen. Wir suchen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe mit hohen Energiekosten, die entweder ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 abgeschlossen haben oder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreiben. Diese melden sich bitte unverbindlich unter energiereferat@stadt-frankfurt.de.

Aktuelle Teilnehmer des LEEN Frankfurt-Rhein-Main in der Übersicht:

• Abbott GmbH & Co. KG, Pharmaunternehmen aus Wiesbaden
• Adam Opel AG, Automobilhersteller, Rüsselsheim
• DILAS Diodenlaser GmbH, Laserhersteller aus Mainz
• Glockenbrot Bäckerei GmbH & Co. oHG aus Fechenheim
• Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG , Mineralwasserhersteller aus Bad Vilbel
• Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Industrieparkbetreiber Höchst
• LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH , Caterer und Dienstleister für die Lufthansa, Gateway Gardens
• Sirona Dental Systems GmbH, Dental-Produkte aus Bensheim
• WeylChem Griesheim GmbH, Grundprodukte für die Agrarchemie aus Frankfurt-Griesheim

Maßnahmen und Erfolge

In Wiesbaden entstand bei dem Pharmaunternehmen Abbott GmbH & Co.KG ein Blockheizkraftwerk, mit einem Gesamtwirkungsgrad von fast 90% gegenüber 35-40% bei Kraftwerken mit reiner Stromproduktion. Die Adam Opel AG verzeichnet eine Energieeinsparung von 2,2 Millionen Kilowattstunden (Hochrechnung auf ein Jahr) durch die Modernisierung einer Klima-und Lüftungsanlage.Die DILAS Diodenlaser GmbH, Spezialist für die Herstellung von Lasern, reduziert den CO2 Ausstoß pro Jahr um 14,3 Tonnen durch veränderte Prozesse im Kühlwasserkreislauf. Die Glockenbrot Bäckerei GmbH & Co OHG erzielt eine Energieeinsparung von 36% pro Jahr durch veränderte Abläufe in der Kühlzellennutzung für Teiglinge. Bei dem Getränkehersteller Hassia Mineralquellen GmbH & Co. KG in Bad Vilbel wurden die Verluste in der Druckluftversorgung minimiert und das Unternehmen verzeichnet eine Energieeinsparung von 20% pro Jahr. Infraserv GmbH & Co. Höchst KG im Industriepark Höchst, spart drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr durch den Austausch eines normalen Verdichters durch einen Turboverdichter für die Drucklufterzeugung. Bei der LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH sorgen Regelventile an den Spülstraßen für eine konstante Reduktion der kostenintensiven Heißwasserproduktion. Sirona Dental Systems GmbH, Hersteller von Dental-Produkten, optimierte die Kälteerzeugung durch die Installation eines Freikühlers in die Kaltwassererzeugung und den Bau einer neuen Kälteerzeugung in einem weiteren Produktionsgebäude. Damit werden CO2 Einsparung pro Jahr: 90 Tonnen realisiert. Die Firma WeylChem Griesheim GmbH reduziert ihren CO2 Ausstoß um 565 Tonnen pro Jahr durch die Installation eines neuen Kühlsole-Containers mit verbessertem Wirkungsgrad. Die drei bisherigen Kühlsole-Containers werden nun nur noch bei voller Auslastung zugeschaltet.
Diese und viele weitere Maßnahmen wurden im Netzwerk umgesetzt. In Summe sind 129 umgesetzte Maßnahmen zu verzeichnen.

Wie funktioniert das LEEN?

Hauptziel des vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main und der Umweltberatungsgesellschaft Arqum initiierten Energieeffizienz-Netzwerks Rhein-Main-Region ist es, in den teilnehmenden Unternehmen wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale aufzudecken und umzusetzen. Ein wichtiger Aspekt der Netzwerke ist der moderierte Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Diese gegenseitige Weitergabe von positiven wie auch negativen Erfahrungen im Bereich der Energieeffizienz hilft den Energieverantwortlichen dabei, Energieeinsparmaßnahmen leichter bewerten und mit geringerem Aufwand und geringeren Kosten umsetzen zu können. Hierdurch können nicht nur betriebliche Energiekosten gesenkt, sondern auch CO2-Emissionen reduziert und so ein aktiver Beitrag zum lokalen und regionalen Klimaschutz geleistet werden. In den bereits durchgeführten Energieeffizienz-Netzwerken in Deutschland wurden Effizienzsteigerungen ermittelt, die mehr als das Doppelte über dem der restlichen Industrie lagen.

LEEN trägt zum Erreichen der Klimaschutzziele bei

„Den Energiemanagern großer Firmen und Betriebe in der Rhein-Main-Region kommt eine wichtige Rolle beim Erreichen unserer Klimaschutzziele zu. Dank ihrer Beteiligung an LEEN leisten sie einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz in der Region. Gleichzeitig können sie die Energiekosten in ihren Betrieben reduzieren“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Die Klimaschutzziele 2050 der Stadt Frankfurt am Main beinhalten:
• eine Reduzierung des Energiebedarfs um 50 Prozent.
• eine Deckung des Restenergiebedarfs aus kommunalen und regionalen Erneuerbaren Energien.
• eine Verringerung der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 95 Prozent.

Ansprechpartner
 
Link-IconPaul Fay
Telefon:+49 (0)69 212 39 199
Telefax:+49 (0)69 212 39 472
E-Mail:Link-IconPaul.Fay [At] stadt-frankfurt [Punkt] de