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Kleingartenentwicklungskonzept

Das Frankfurter Kleingarten-Entwicklungskonzept geht an den Start

Rund 16.000 Kleingärten in 115 Vereinen gibt es in Frankfurt am Main. Sie sind ein prägender Bestandteil des Freiraumsystems der Stadt, tragen zur Frischluftbildung bei und sind unentbehrlicher Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Für viele Familien, Singles und Senior*innen erfüllen Sie neben dem Aspekt der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse auch wichtige soziale Funktionen – beim Plausch über den Gartenzaun hinweg sind schon viele gute Bekanntschaften entstanden.

Doch die Stadt wächst rasant – mit rund 1,7 % mehr Einwohnern pro Jahr etwa so stark wie die Boom-Städte Münster und Leipzig. Durch Bau- und Infrastrukturvorhaben wie z. B. den Ausbau von Bahnstrecken, erscheint mancherorts eine Neuordnung der Kleingartenanlagen sinnvoll, um einen Flächenverlust zu verhindern. Einige Kleingartenanlagen wurden in der Vergangenheit bereits stark in Mitleidenschaft gezogen und bestehen, durchschnitten von Verkehrswegen, nun aus vielen kleinen Anlagen, die als Verein nur schwer zu organisieren sind. Gleichzeitig steigt mit der Einwohnerzahl natürlich auch der Bedarf an Kleingärten, wofür neue Flächen gefunden und erschlossen werden müssen.

Gurken am Wegesrand<br />
© Bettina Oppermann
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Erste Schritte

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Frankfurt am Main unter Federführung des Grünflächenamtes ein Kleingartenentwicklungskonzept, kurz KEK, in Auftrag gegeben. Grundlage dafür ist ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem Jahr 2018. Die beiden Kleingarten-Dachverbände in Frankfurt haben der Erarbeitung des KEK bereits zugestimmt und ihre Unterstützung zugesichert. Bis 2020 soll das KEK fertig sein und vom Magistrat der Stadt genehmigt werden.
Im August 2019 erhielten die Vereinsvorstände Fragebögen zur Struktur der Vereine, zum Altersdurchschnitt der Mitglieder, zur Parzellengröße, zur Nachfrage und zum Leerstand, zur Gemeinschaftsarbeit, zum Vereinsheim und zu Festveranstaltungen.

Gartenbegehungen im September

Im September geht es weiter mit einer Bestandsaufnahme der Kleingartenanlagen. Für jede wird bei einer Begehung ein „Steckbrief“ erstellt, der z. B. die Lage, das soziale Umfeld, die Wegeflächen, die Öffnungszeiten, die Einbindung in Grünzüge und die Lärmbelastung erfasst. Die Vereinsvorstände werden rechtzeitig über die Begehungstermine informiert und geben dies auf die vereinsübliche Weise an die Pächter*innen weiter, z. B. über E-Mails, einen Newsletter oder einen Aushang am Schwarzen Brett.

Gartentischgespräche im Oktober

Ab Oktober finden in fünf Kleingartenvereinen sogenannte „Gartentischgespräche“ statt, an denen jede*r Pächter*in teilnehmen kann. Hier möchten die Mitarbeiter*innen des für das KEK beauftragten Planungsbüros Trüper, Gondesen und Partner direkt vor Ort mit den Gärtner*innen ins Gespräch kommen. Das Team stellt die Ergebnisse der Begehungen vor und sammelt im Gespräch erste Ideen und Erfahrungswerte für die künftige Entwicklung. Die Termine werden in den Kleingartenvereinen natürlich rechtzeitig bekannt gegeben.