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09.10.2018

Drogentrendstudie MoSyd 2017 liegt vor

Immer mehr Jugendliche leben abstinent

Frankfurter Jugendliche rauchen und trinken so wenig wie noch nie in den vergangenen 15 Jahren. Sie kiffen auch wieder deutlich weniger, nachdem der Konsum zwischen 2010 und 2016 stetig gestiegen war. Trotz der offensiven Werbung der Tabakindustrie, die sich gezielt an junge Menschen richtet, ist auch der Konsum von E-Zigaretten oder E-Shishas im Vergleich zu den Vorjahren nicht gestiegen und die Zahl der Jugendlichen in Frankfurt, die überhaupt keine Drogen nehmen – weder legale noch illegale – steigt. Mit 14 Prozent hat nicht zuletzt der Anteil der Jugendlichen, die riskant und intensiv konsumieren, 2017 den niedrigsten Wert aller bisherigen Befragungen erreicht.
Dies sind einige der zentralen Ergebnisse der Drogentrendstudie MoSyD 2017, die Gesundheitsdezernent Stefan Majer mit Vertreterinnen und Vertretern des Drogenreferats und des Centre for Drug Research an der Goethe Uni der Öffentlichkeit beim Pressegespräch am Montag, 8. Oktober, vorstellte. Neben diesen positiven Entwicklungen verwies Majer aber auch auf „offensive Werbekampagnen“, insbesondere der Alkoholindustrie, die schnell „neue Hypes“ unter Jugendlichen generieren könnten: „So sind zum Beispiel die Alkopops zurückgekehrt – ein süßer Schnapsmix mit elf Prozent Alkohol.“ Auch Bier- und Apfelwein-Mischgetränke in Dosen mit Namen wie „Bock´n´Roll“ richteten sich gezielt an junge Leute.

„MoSyD ist für uns die wichtigste Arbeitsgrundlage in der Prävention geworden“, sagte Majer. „Seit MoSyD können wir ziemlich genau sagen, wie viele Jugendliche einen riskanten Umgang mit den verschiedenen Substanzen haben und können neue Trends zeitnah erkennen.“ Vieles, was das Drogenreferat im Bereich Prävention und Frühintervention entwickelt hat, geht auf Erkenntnisse der MoSyD -Studie zurück, bestätigt Regina Ernst, Leiterin des Drogenreferats der Stadt Frankfurt.
Seit 2002 befragt das Centre for Drug Research der Goethe-Uni im Auftrag des Drogenreferats jedes Jahr 1500 Frankfurter Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 18 Jahren zu ihrem Drogenkonsum und Freizeitverhalten.
Frankfurt am Main ist bundesweit die einzige Stadt, die ein jährliches Monitoring durchführt. Dadurch gilt MoSyD auch national als eine der wichtigsten Quellen für Erkenntnisse zu neuen Entwicklungen im Drogengeschehen. Die Studie wird im Bundesdrogenbericht ausführlich vorgestellt. Die Frankfurter Ergebnisse bilden seit vielen Jahren auch eine der wesentlichen Grundlagen für den Jahresbericht des nationalen Knotenpunktes für die europäische Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon und fließen somit in die EU-weite Berichterstattung und das Early Warning System der EU ein.