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Ehrung für herausragenden Einsatz des „Spitzenduos“ im Gesundheitsamt Prof. Gottschalk und Prof. Heudorf

„Für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihr großes Engagement verdienen Sie unseren besonderen Dank“, wandte sich der hessische Ärztekammerpräsident Dr. med. Edgar Pinkowski in seiner Laudatio an Prof. Dr. Dr. med. René Gottschalk und Prof. Dr. med. Ursel Heudorf. Beide wurden am vergangenen Freitag anlässlich des Symposiums, das für die Verabschiedung Heudorfs aus ihrer Position als stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes Frankfurt veranstaltet wurde, mit der Ehrenplakette in Silber der Landesärztekammer Hessen geehrt.

Auch Stadtrat Stefan Majer bedankte sich bei Heudorf und Gottschalk für ihren Einsatz: „Ich freue mich als Gesundheits- und Personaldezernent über diese Ehrung der beiden leitenden Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und sehe das als Bestätigung für die herausragende Kompetenz unseres Gesundheitsamtes.“

Es war dies die zweite Ehrung, die beide gemeinsam erhielten. Bereits im Jahr 2015 hatte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitswesens ihnen die Johann Peter Frank-Medaille als höchste Auszeichnung für besondere Verdienste um das öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland verliehen.

Johann Peter Frank (1745-1821) gilt als Begründer der öffentlichen Hygiene und eines sozialmedizinisch geprägten öffentlichen Gesundheitsdienstes. Er trat nicht nur für eine bessere Ausbildung von Ärzten, Schwestern und Hebammen ein und lehrte an verschiedenen Universitäten, sondern er betrieb auch aktive „Politik-Beratung“ und beriet Herrscher in verschiedenen Regionen Europas in der Entwick-lung eines guten allgemeinen und öffentlichen Gesundheitswesens – zum Wohl der Bevölkerung.

Die jetzige Ehrung der Landesärztekammer Hessen für Prof. Dr. Dr. Gottschalk und Prof. Heudorf geschah im Rahmen des Symposiums zur Zukunft des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Das Symposium mit dem Titel „Der öffentliche Gesundheitsdienst heute und morgen. Was können wir von Johann Peter Frank lernen?“ fand in Erinnerung an das Wirken Johann Peter Franks und aus Anlass der bevorstehenden Pensionierung von Prof. Ursel Heudorf statt. Vier Johann Peter Frank-Medaillenträger referierten dabei zur Gegenwart und Zukunft des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland – aus einem internationalen Blickwinkel, aus Sicht des Bundes und der Länder in Deutschland sowie aus Sicht der Universität.

Prof. Dr. med. Alexander W. Friedrich, Universitair Medisch Centrum Groningen, © Gesundheitsamt Frankfurt am Main
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Prof. Dr. med. Alexander W. Friedrich von der Universität Groningen, Holland, sprach zum Thema „Die Zukunft des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in einer vernetzten Welt ohne Grenzen“. Da weder Krankheitserreger und Krankheiten noch Menschen und Waren sich an Verwaltungsgrenzen halten, müssen auch die Antworten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes zwingend „grenzüberschreitend“ und vernetzt sein.
Prof. Friedrich, Gründer des grenzüberschreitenden ersten MRSA-Netzwerks in Deutschland und letztendlich „Ziehvater“ für alle regionalen und überregionalen MRE-Netzwerke wies am Beispiel der MRE-Netzwerke auf die lebendigen und effektiven Netzwerkstrukturen, die nicht zuletzt durch ihre Redundanz gut aufgestellt sind, auf die neuen Herausforderungen eingehen zu können.

Prof. Dr. rer. nat. Bärbel-Maria Kurth, Robert Koch-Institut © Gesundheitsamt Frankfurt am Main
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Prof. Bärbel-Maria Kurth, Direktorin im Robert Koch-Institut, Berlin, beleuchtete das Thema „Der Öffentliche Gesundheitsdienst der Zukunft – Vision oder Illusion für Deutschland“. Nach Darstellung der umfassenden und breit gestreuten Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im Bereich Kriseninterventions-Planung, Gesundheitsschutz, Patientensicherheit, Gesundheitsförderung und Prävention, Surveillance und letztendlich guter staatlicher Strukturen, Vor- und Fürsorge im Sinne Johann Peter Franks (governance) plädierte sie für eine engere Kooperation mit der Public Health Forschung mit dem Ziel „gesundheitliche Chancengerechtigkeit – mehr Gesundheit für alle“. Ihre Forderungen nach mehr Chancengerechtigkeit konnte sie nicht nur auf internationale oder nationale Daten stützen, sondern auch auf die Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung des Frankfurter Gesundheitsamtes – auf deren Grundlage auch die erste Stadtgesundheitskonferenz im Oktober mit dem Titel „Gut geht´s“ stattgefunden hatte.

Dr. med. Matthias Pulz, © Gesundheitsamt Frankfurt am Main
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Der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Dr. Matthias Pulz, stellte anhand der Aufgaben und Strukturen seines Landesgesundheitsamtes die eindrucksvolle Breite der Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes aus der Perspektive eines Bundeslandes dar.

Prof. Dr. med. Martin Exner, Hygiene Institut der Universität Bonn, © Gesundheitsamt Frankfurt am Main
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Die Sicht der Universität auf das Thema öffentliche Gesundheit referierte Prof. Dr. Martin Exner, Direktor des Hygiene-Instituts der Universität Bonn. Er schlug den Bogen vom Wirken Johann Peter Frank´s zum Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts über Max von Pettenkofer und Robert Koch in die Jetztzeit mit ihren aktuellen, globalen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit. Johann Peter Frank hatte in verschiedenen Ländern gewirkt und überall für Strukturen einer guten Krankenversorgung und öffentlichen Gesundheit gesorgt. Auf diesem Grundgedanken baut der jetzt neu an der Universität Bonn eingerichtete Studiengang „Global Health“ auf, wo primär Studenten aus sog. Dritt-Welt-Ländern sich mit verschiedensten Gesundheitssystemen befassen und Strategien entwickeln sollen, um die Herausforderungen in ihren Ländern zu meistern.

Alle Redner verwiesen auf die gute Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Gesundheitsamt, das – nicht zuletzt durch das Wirken der erneut ausgezeichneten Leitung Prof. Gottschalk und Prof. Heudorf – ein Leuchtturm und „Hub“ im öffentlichen Gesundheitswesen darstellt.