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Frankfurt – Stadt der Buchmesse

Frankfurt lädt ab 6. Oktober wieder zur Buchmesse, dem weltweit bedeutendsten Handelsplatz für Bücher, Medien, Rechte und Lizenzen. Ob Verleger, Buchhändler, Agenten, Filmproduzenten, Autoren - jedes Jahr kommen beim größten Event der Literaturbranche im Oktober alle aus aller Welt zusammen. Gastland ist in diesem Jahr Argentinien. Mehr als 60 Autoren reisen aus dem südamerikanischen Land an, rund 300 Veranstaltungen zu Kultur, Literatur und Politik des Landes stehen auf dem Programm. Privatbesucher sind am Wochenende vom 9. bis 10. Oktober auf der Messe willkommen.

Buchstadt seit dem Mittelalter

Bis ins 15. Jahrhundert reicht die Geschichte der Frankfurter Buchmesse zurück. Am Mainufer und in der Altstadt hatte es bereits seit 1550 regelmäßige Buchmessen gegeben. Noch im 17. Jahrhundert war die Bedeutung Frankfurts als zentrale Buchmesse-Stadt Europas unbestritten. Im Zuge politischer und kultureller Umwälzungen ging diese Rolle im 18. Jahrhundert auf Leipzig über. Bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nachdem Leipzig zur sowjetisch besetzten Zone gehörte, waren Frankfurt, aber auch Hamburg und Stuttgart bestrebt, zum Buchumschlagplatz für die westlichen Zonen zu werden. Die Stadt am Main empfahl sich dafür nicht nur wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage. Ihr Trumpf war vor allem ihre Tradition als Messe- und Handelsstadt.

Buchmesse in der Paulskirche 1950, © Buchmesse
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Schon die erste Buchmesse war ein voller Erfolg

Die 1. Frankfurter Buchmesse fand dann vom 18. bis 23. September 1949 statt - und war ein voller Erfolg. Über 14.000 Besucher kamen an den sechs Messetagen und fühlten sich angesichts der 8.400 gezeigten Titel im „Bücher-Rausch“, wie eine Journalistin der „Süddeutschen Zeitung“ damals schrieb. Als Veranstaltungsort fungierte nicht etwa eine Halle auf dem Messegelände, sondern die Paulskirche, eines der wenigen repräsentativen Gebäude, das inmitten der städtischen Trümmerlandschaft wieder aufgebaut war. Begrenzt waren auch die Kommunikationsmittel – ein einziges Telefon gab es für die gesamte Buchmesse! Bereits auf der 2. Frankfurter Buchmesse 1950 stellten auch Verlage aus dem europäischen Ausland und den USA aus, und 1951 zog die Buchmesse auf das Messegelände um. Fast 60 Messejahre später ist die Frankfurter Buchmesse die größte Buchmesse der Welt. Der direkte Kontakt mit den Autoren ist im Lauf der Jahre immer wichtiger geworden. Dieses Mal treffen Autoren wie Ken Follett, Jonathan Franzen, Richard David Precht, Frank Schätzing, Martin Mosebach und Wladimir Kaminer auf ihre Leser.

Ein Preis für den Frieden

Ein Höhepunkt der Buchmesse ist die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Die vor 60 Jahren gestiftete Auszeichnung wird immer am Messesonntag in der Paulskirche verliehen. Geehrt wird laut Statut eine Persönlichkeit, die "in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat". Zu den bisherigen Preisträgern zählen Politiker wie Theodor Heuss, Schriftsteller wie Max Frisch oder der Philosoph Jürgen Habermas. Der diesjährige Preisträger ist der israelische Schriftsteller David Grossman. Die - nicht öffentliche - Verleihung findet am 10. Oktober statt, die Laudatio hält Joachim Gauck. Der 1954 in Jerusalem geborene Grossman zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern und Journalisten Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander.

Dichtes Gedränge bei „Literatur im Römer“

Zu den Traditionsveranstaltungen der Buchmesse trägt die Stadt selbst eine besonders beliebte bei: Bei „Literatur im Römer“ werden an zwei Tagen Bücher, Autorinnen und Autoren vor großem Publikum präsentiert. Meist stellt sich die Suche nach einem Sitzplatz als aussichtslos heraus, doch niemand stört es, dicht gedrängt wie in der Sardinenbüchse und in dicker Luft stundenlang zuzuhören und zuzusehen. Denn spannend und lebendig ist es immer. Prominenz aller Schattierungen hat im vergangenen Vierteljahrhundert schon auf dem Podium gesessen. In diesem Jahr sind am 6. und 7. Oktober unter anderem Thomas Hettche, Alina Bronsky, Thomas Lehr und Peter Wawerzinek zu Gast. Die Veranstaltung in den Römerhallen beginnt an beiden Abenden um 20 Uhr, Einlass ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Open Books – ein Lesefestival in der Stadt

Als zweiten Treffpunkt etablierte die Stadt im letzten Jahr mit "Open Books" ein erfolgreiches Lesefestival. Der Veranstaltungsreigen rund ums Buch schlägt auch 2010 wieder eine Brücke von der Frankfurter Buchmesse ins Herz der Stadt. An den fünf Tagen der Messe präsentieren die Verlage im Frankfurter Kunstverein und anderen Institutionen rund um den Römerberg und in der Stadt das Neueste vom Buchmarkt des Herbstes. Sachbücher, literarische Debüts, Biographien, Romane und Lyrik, aber auch Texte kombiniert mit Musik, Film oder Performance kann man live erleben. „Open Books“ ist ein Angebot der Stadt an die Verlage, aber auch an alle Frankfurterinnen und Frankfurter, die teilhaben wollen an der größten Buchmesse der Welt.


Frankfurter Buchmesse - Öffnungszeiten und Preise für Privatbesucher:
Samstag, 9. Oktober, 9 bis 18.30 Uhr, Sonntag, 10. Oktober, 9 bis 17.30 Uhr. Tageskarte 14 Euro, Gruppentarif (ab 20 Personen) 12 Euro pro Person, Wochenendticket 20 Euro, Schülerkarte 7 Euro.
Einen vollständigen Überblick über alle Ausstellungen und Veranstaltungen zur Frankfurter Buchmesse bietet der Online-Veranstaltungskalender auf www.buchmesse.de/veranstaltungskalender/