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11.02.2020

Neuer Rauchraum für Heroin und Crack im La Strada

AIDS-Hilfe Tacker © AIDS Hilfe Frankfurt e.V.
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Stadt finanziert Ausbau und weitere Räume für niedrigschwellige Drogenberatung im Bahnhofsviertel

(ffm) Im La Strada, dem Drogenhilfezentrum der AIDS-Hilfe Frankfurt in der Mainzer Landstraße 93, steht für drogenabhängige Menschen ein neuer Rauchraum mit sechs Plätzen zur Verfügung. Unter hygienischen Bedingungen können sie dort ihr mitgebrachtes Heroin und Crack rauchen. Mit dem Umbau wurden eine moderne Filter- und Luftreinigungsanlage eingebaut und zwei neue Räume für die niedrigschwellige Drogenberatung eingerichtet. 35.000 Euro hat das Drogenreferat der Stadt in den Ausbau gesteckt.

„Damit haben wir ein weiteres Angebot geschaffen, um drogenabhängige Menschen im Bahnhofsviertel von der Straße zu holen, den öffentlichen Crackkonsum einzuschränken und gleichzeitig Heroinabhängigen einen risikoärmeren Konsum zu ermöglichen“, sagt Gesundheitsdezernent Stefan Majer. Um das Risiko zu reduzieren, sich beim Spritzen mit HIV oder Hepatitis zu infizieren, wird von der Drogenhilfe empfohlen, vom intravenösen Heroinkonsum aufs Rauchen umzusteigen.

Das Angebot sei aus dem Stand gut angelaufen, sagt Jürgen Klee, der Leiter des Fachbereichs Drogen der AIDS-Hilfe Frankfurt: „Wir mussten schon eine Warteliste für die Plätze anlegen.“ Wer den Rauchraum nutzen will, muss zunächst die mitgebrachte Substanz vorzeigen und erhält auch eine Folie, die rückstandsfrei verbrennt, um Heroin zu rauchen. Eine halbe Stunde dürfen die Konsumierenden im Raum bleiben.

Entschleunigung und Harm Reduction sind auch für den Drogenhilfe-Experten Klee zentrale Punkte: „Im La Strada, am Rande des Bahnhofsviertels, können Drogenabhängige dem hohen Druck im Zentrum der Drogenszene für eine Weile entfliehen. Sie können ausruhen und ohne Stress konsumieren.“ Im entspannten Umfeld mit Kontaktladen und Ruhebetten stehen den Drogenabhängigen niedrigschwellige Beratungsangebote offen, außerdem können sie regelmäßig eine psychiatrisch/medizinische Sprechstunde besuchen und erhalten Rechtsberatung.

20 Drogenabhängige haben sich seit der Eröffnung des Rauchraums als neue Nutzerinnen und Nutzer angemeldet, sagt Klee. Alle gehörten seit Langem der Drogenszene im Bahnhofsviertel an, hätten das La Strada bisher aber nicht aufgesucht.

Neben den sechs Plätzen im neuen Rauchraum stehen im La Strada bereits sieben Plätze im Konsumraum für den intravenösen Konsum zur Verfügung. Im Bahnhofsviertel stehen außerdem in den Konsumräumen in der Nidda- und der Elbestraße 22 Plätze und weitere neun Plätze für den Rauchkonsum bereit. Das Eastside in der Schielestraße bietet einen Konsumraum mit acht Plätzen – an zweien kann auch geraucht werden.