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27.11.2019

Neues Gibbon-Männchen eingezogen

Weißwangen-Schopfgibbons Mohio (l) und Elliott (r) im Zoo, © Zoo Frankfurt am Main
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(ffm) Einige Wochen lang war das Gibbon-Haus am Großen Weiher verwaist. Jetzt ist dort wieder ein Paar der hochbedrohten Weißwangen-Schopfgibbons zu beobachten. Das sieben Jahre alte Männchen Mohio ist neu im Zoo. Hinter den Kulissen konnte es in aller Ruhe seine neue Partnerin Elliott kennenlernen. Gemeinsam sind sie jetzt in die Gibbon-Anlage umgezogen, zu der auch zwei baumbestandene Inseln im großen Weiher gehören.

Die im Mai 2007 im Zoo von Twycross in Großbritannien geborene Elliott lebt bereits seit 2016 im Frankfurter Zoo. Nach dem Tod ihres Partners war sie zunächst einige Monate allein. Im Sommer kam dann das siebeneinhalbjährige Männchen Mohio aus dem Zoo im schwedischen Eskilstuna nach Frankfurt. Nach seiner Quarantäne blieb er zunächst hinter den Kulissen, wohin auch Elliott umzog. „Ganz in Ruhe konnten sich die beiden dort, sozusagen auf neutralem Gebiet, aneinander gewöhnen. Die beiden verstehen sich sehr gut, was die Hoffnung auf Nachwuchs nährt“, sagt Zoodirektor Miguel Casares.

„Es ist faszinierend, die Tiere ganz nah, nur durch eine Scheibe getrennt, im Gibbon-Haus oder auf einer der beiden Inseln zu beobachten“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Vor allem die melodiösen Gesänge, mit denen die Tiere ihre Gebietsansprüche geltend machen, werden im Zoo Dschungel-Atmosphäre verbreiten.“

Weißwangen-Schopfgibbons gehören zu den bedrohtesten Affenarten überhaupt. Nördliche Weißwangen-Schopfgibbons (Nomascus leucogenys) leben in vereinzelten Regionen im Nordosten Vietnams und dem nördlichen Laos. Vor allen Dingen die Jagd, der illegale Handel sowie der dramatische Verlust ihrer Lebensräume setzt die Populationen aller freilebenden Gibbon-Arten unter massiven Druck.

Nur die männlichen Tiere zeigen den auffälligen namensgebenden weißen Backenbart im ansonsten schwarzen Fell. Weibchen und Jungtiere bis zu einem Jahr dagegen haben ein leuchtend blondes Fell. Eindrucksvoll ist auch ihre Art der Fortbewegung. Mit ihren extrem langen Armen schwingen sich die reinen Baumbewohner von Ast zu Ast. Mit dem sogenannten Schwinghangeln können sie genügend Schwung erreichen, um Abstände zwischen den Bäumen von bis zu zwölf Metern zu überbrücken.