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25.11.2019

Der einzigartige Frankfurt-Sound erklingt wieder

Glocken im Turm der Paulskirche, Dezember 2013, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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(ffm) Am 6. Mai 1856 beschloss der Senat der Freien Stadt Frankfurt: Es hat inskünftig an den hohen Festen: Ostern, Pfingsten und Weihnachten ein allgemeines Geläute durch sämtliche Glocken stattzufinden. Dieses heute so genannte „Große Stadtgeläute“ wurde mehrmals bestätigt, zuletzt durch Magistratsbeschluss vom 29. September 1978. Seitdem findet das Große Stadtgeläute viermal jährlich als Bereicherung für die Bürger und als Beitrag zur Förderung des Fremdenverkehrs regelmäßig statt.

„Endlich ist es wieder soweit. Das Große Stadtgeläute wird am Samstag die Vorweihnachtszeit einläuten. Wie jedes Jahr freue ich mich, wie viele Frankfurterinnen und Frankfurter auch, auf diesen Termin“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „In Frankfurt hat das Geläut eine lange Tradition und gehört für viele zum jährlichen Ritual einfach dazu. Diese halbe Stunde schafft einen Moment des Innehaltens und erinnert uns eindrucksvoll an die eigentliche Bedeutung der bevorstehenden Feiertage.“

Zehn Kirchen mit insgesamt 50 Glocken spielen perfekt aufeinander abgestimmt den Sound von Frankfurt. Die heutige Komposition geht auf den Glockensachverständigen Professor Paul Smets zurück, der das Geläut 1954 komponiert hat. Doch das erste Geläut aller Frankfurter Glocken ist aus dem Jahr 1347 bekannt, zur Begräbnisfeier von Kaiser Ludwig IV.

Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Anschließend folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, daraufhin stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauchenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters, der westlichste Punkt des Großen Stadtgeläuts. Mit ihren sechs Glocken fügt sich die Leonhardskirche am Main ein sowie die vier Glocken vom Kamiliterkloster, die auch zum Großen Stadtgeläut gehören. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg vervollständigen die Komposition bevor die südlichste und auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche ins Stadtgeläut mit ihren fünf Glocken einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms. Unter ihnen die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen sowie die zweitschwerste Bronzeglocke Deutschlands. Insgesamt wiegen die 50 Glocken der zehn Innenstadtkirchen gemeinsam 64.804 Kilogramm.

Die beliebtesten Standorte für Zuhörer sind die Hauptwache, der Liebfrauenberg, der Paulsplatz, der Römerberg und der Eiserne Steg.

Die Termine des Großen Stadtgeläutes orientieren sich an den Hochfesten im Verlauf des Kirchenjahres, das am 1. Adventssonntag beginnt:
- Samstag vor dem 1. Advent von 16.30 Uhr bis 17 Uhr
- Heiliger Abend von 17 Uhr bis 17.30 Uhr
- Samstag vor Ostern (Karsamstag) von 16.30 Uhr bis 17 Uhr
- Samstag vor Pfingsten von 16.30 Uhr bis 17 Uhr