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17.11.2019

Oberbürgermeister Feldmann gratuliert der Arbeiterwohlfahrt Hessen zum 100-jährigen Bestehen

(ffm) Als Marie Juchacz vor 100 Jahren die Arbeiterwohlfahrt gründete, ging es ihr vor allem darum, Hilfe zu organisieren, die auf Selbsthilfe und Solidarität fußt. Der Erste Weltkrieg hatte gezeigt, wie dramatisch die Massenverelendung ihren Lauf nahm und kein Staat in der Lage war, Abhilfe zu schaffen. Die SPD-Politikerin und Frauenrechtlerin setzte sich mit ihren überwiegend weiblichen Mitstreitern für die Gründung einer „Arbeiter-Hilfsorganisation“ ein. Daraus ist eine Bewegung geworden, die in vielen Städten und Gemeinden eine nicht mehr wegzudenkende Bedeutung entfaltet hat. In 30 Bezirks- und Landesverbänden organisiert sich die AWO. Über 335.000 Mitglieder, 66.000 Ehrenamtliche und 225.000 hauptamtliche Mitarbeiter fühlen sich den Grundwerten Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit verpflichtet.

Die beiden Bezirksverbände Hessen-Nord und Hessen-Süd haben einen besonderen Ort gewählt, um das stolze Jubiläum auch in Hessen zu begehen: die Frankfurter Paulskirche. Über 400 Gäste durften sich die beiden AWO Bezirksverbände am Samstag, 16. November, freuen. Darunter auch Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Anne Janz, der Präsident des Regierungspräsidiums Kassel, Hermann-Josef Klüber, die Präsidentin des Regierungspräsidiums Darmstadt, Brigitte Lindscheid, Abgeordnete des Bundestag und Landtags, darunter die stellvertretende Landtagspräsidentin Heike Hofmann und die SPD-Fraktionsvorsitzende Nancy Faeser. Darüber hinaus freuten sich die Organisatoren über die Vertreter anderer Wohlfahrtsverbände, sowie viele ehrenamtliche und Hauptamtliche Mitarbeitende und Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt.

„Die AWO wurde aus dem Gedanken der Selbsthilfe heraus gegründet und setzt sich bis heute für Menschen ein, die Hilfe brauchen. Dabei stellt sie als starker Sozialverband Kinder, Familien und Senioren in den Mittelpunkt. Die AWO ist 100 Jahre alt, aber immer auf der Höhe der Zeit, wenn es darum geht, gesellschaftliche Verhältnisse zu kritisieren, wenn soziale Schieflagen da sind. Die AWO wird sowohl als Träger von Einrichtungen als auch als soziale Stimme in der Gesellschaft gebraucht", sagte Oberbürgermeister Feldmann in seiner Eröffnungsrede in der Paulskirche.

„100 Jahre später sind die Anliegen, mit denen Marie Juchacz 1919 die Arbeiterwohlfahrt gegründete und ihr Selbstverständnis und ihren Anspruch geprägt hat, weiter aktuell: Frauenrechte, Vielfalt, Teilhabe, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität, sind Themen, für die sich die AWO seit ihrer Gründung im Ehrenamt und im Hauptamt engagiert“, betonte der Vorsitzende des AWO-Bezirksverbands Hessen-Süd, Willy Jost. Doch auch gesellschaftspolitisch will sich die AWO weiter einmischen: „Die zunehmende Ungleichheit untergräbt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und entlädt sich in einem Zulauf zu politischen Extremen“, merkte Doris Bischoff, Vorsitzende des AWO Bezirksverband Hessen-Nord an. Angesichts dieser Entwicklung muss es die Aufgabe der Politik sein, das verloren gegangene Vertrauen der Menschen in den demokratischen und sozialen Rechtsstaat wieder zurückzugewinnen.