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17.10.2019

Unermüdlicher Einsatz für Dialog und Diskurs

Oberbürgermeister Feldmann überreicht die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt an Prof. Joachim Valentin

(ffm) Die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt erhalten Persönlichkeiten, die sich auf kommunalpolitischem, kulturellem, wirtschaftlichem oder sozialem Gebiet um die Stadt verdient gemacht und durch ihr Wirken dazu beigetragen haben, das Ansehen der Stadt Frankfurt am Main zu mehren. „Und das haben Sie, lieber Prof. Valentin - über die Stadtgrenzen hinaus“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann, als er am Donnerstag, 17. Oktober, im Kaisersaal Valentin die Ehrenplakette überreichte.

Der im Jahr 1965 in Hadamar im Westerwald geborene Theologe ist seit 2005 Gründungsdirektor des katholischen Zentrums Haus am Dom. Als solcher hat sich Valentin seit über einem Jahrzehnt mit einer Vielzahl an Veranstaltungsformaten und Initiativen um den offenen und demokratischen Meinungsaustausch innerhalb der Stadtgesellschaft verdient gemacht. „Das Haus am Dom ist zentraler kultureller und politischer Diskursort in unserer Stadt – eine gelungene Plattform zwischen Kirche und Gesellschaft“, sagte Feldmann. Besonders hob das Stadtoberhaupt die Hausgespräche hervor, die Valentin in Kooperation mit verschiedenen Kultureinrichtungen als theologisch-philosophische Debatten eingeführt hat. Das vielfältige Angebot bringe die Menschen bei aktuellen Themen zusammen. Mit 400 Veranstaltungen und 80.000 Besuchern im Jahr sei dies bemerkenswert. „Sie haben einmal gesagt: ‚Das Haus am Dom lebt und atmet mit der Stadt‘ – damit sprechen Sie eine Einladung an alle Frankfurterinnen und Frankfurter aus, sich zu beteiligen, sich einzubringen, eine Meinung zu bilden und diese aktiv zu vertreten“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Besonders in Zeiten wie diesen sei es wichtig, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken: „In unserer Stadt können wir viele Meinungen ausdiskutieren – mit 180 Nationen und 200 Sprachen sind wir nicht nur die internationalste Stadt Deutschlands, sondern mit der Paulskirche auch traditionelles Demokratiezentrum.“

Valentin engagiert sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog in Frankfurt und Hessen im Rat der Religionen. Besonders hervorzuheben sind die regelmäßigen Bildungsveranstaltungen zum christlich-islamischen Dialog im Haus am Dom. Hier ist die Veranstaltungsreihe Kulturbrücke Kino zu nennen, mit der ein Trialog der Weltreligionen mit Bürgern in Frankfurt ermöglicht wird. Valentin ist zudem stellvertretender Islambeauftragter des Bistums Limburg und im Arbeitskreis Medien von deutschen und türkischen Journalisten vertreten.

Feldmann sagte: „Sie haben sich dem Dialog gewidmet und wissen um die Bedeutung der Kommunikation und Diskussion für unsere Gesellschaft. Diskurse und Gespräche müssen für das Verständnis füreinander aufrechterhalten werden. Das kostet Mühe und bedeutet, immer wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen. Das tun Sie unermüdlich!“

Valentin studierte katholische Theologie, Philosophie und klassische Philologie und war Studienstipendiat der bischöflichen Studienstiftung Casanuswerk. Im Jahr 1996 promovierte der Theologe in Freiburg im Breisgau und absolvierte eine Ausbildung zum Pastoralreferenten im Bistum Limburg. Nach seiner Habilitation im Jahr 2004 nahm er zahlreiche Lehrtätigkeiten an deutschen Universitäten wahr. Seit 2009 ist er außerplanmäßiger Professor für christliche Religions- und Kulturtheorie am Fachbereich katholische Theologie der Goethe-Universität. Er ist zudem Mitglied der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied im hr-Rundfunkrat.

Valentin, der ein passionierter Cineast ist, ist stark engagiert in der Medienarbeit. Ob Mitarbeit in Filmjurys, aktive Teilhabe in sozialen Netzwerken oder medienpolitische Diskurse im Haus am Dom – für den Theologen sind dies selbstverständliche Aspekte seiner Arbeit.

„Ich möchte Ihnen für Ihr großes Engagement danken und Sie ermutigen, unsere Stadt weiterhin mit Ihrem Wirken zu bereichern. Ich überreiche Ihnen heute die Ehrenplakette und unsere große Anerkennung!“, sagte das Stadtoberhaupt.