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08.10.2019

Vorsorgewochen starten am 15. Oktober

(ffm) Oft ist es schneller passiert, als man glaubt: Ein schwerwiegender Sturz auf der Treppe, ein Unfall im Straßenverkehr. Manch einer verliert das Bewusstsein über längere Zeit oder ist aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage, Einfluss auf die ärztliche Behandlung zu nehmen. Tagtäglich verunglücken Menschen, einige so schwer, dass sie nie wieder das Bewusstsein erlangen. Die meisten haben für den schlimmsten Fall der Fälle keine Vorsorge getroffen. „Es ist nicht gerade ein Sonntagsausflug, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Aber es ist wichtig! Wir alle sollten für unsere Rechte und unsere Selbstbestimmung im Krankheitsfall vorsorgen und auch das Ende unseres Lebens nicht ausblenden“, sagt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld.

Plakatmotiv zum Thema Vorsorgevollmacht, © Stadt Frankfurt am Main
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Immer wieder würden Fälle bekannt, in denen verzweifelte Angehörige um die Durchsetzung des Willens von Mutter oder Vater ringen. „Sie haben mit ihnen über das Sterben und ihre Wünsche gesprochen und können jetzt keinen Einfluss auf das Geschehen im Krankenhaus nehmen.“ Es sei ein noch immer weit verbreiteter Irrglaube, dass Angehörige automatisch einspringen, wenn man dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Dem Angehörigen nur eine Vollmacht auszustellen reiche aus rechtlicher Sicht aber nicht aus, da sich Ärzte oft nur an eindeutige Erklärungen in einer selbst unterschriebenen Patientenverfügung halten. Mit entsprechender Vorsorge sei man dagegen auf der sicheren Seite und entlaste im Zweifelsfall auch noch seine Angehörigen.

Um mehr und auch junge Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen, bietet das Sozialdezernat jedes Jahr Vorsorgewochen an. In „Im Zweifel bestimme Ich“ wird es am Dienstag, 15. Oktober, um gesetzliche Vorgaben bei der Selbstbestimmung gehen. Es folgen verschiedene Vorträge an weiteren Tagen, unter anderem in einfacher Sprache. Am Donnerstag, 17. Oktober, referiert Arnd T. May vom Ethikzentrum Erfurt zur Patientenverfügung. Personen, die selbst eine gesetzliche Betreuung übernehmen wollen, können sich speziell am Montag, 21. Oktober, informieren. Es besteht außerdem die Möglichkeit, persönliche Vollmachten kostenfrei beglaubigen zu lassen. Informationen und das vollständige Programm gibt es unter https://www.aelterwerden-in-frankfurt.de/ oder unter Telefon 069/212-49966.

Ein Plakat mit allen Daten zur Info-Veranstaltung ist als PDF zum Download angehängt.

Das Programm im Einzelnen

Dienstag, 15. Oktober, 15 Uhr: „Im Zweifel bestimme Ich“, Vorträge zu Selbstbestimmung, Vorsorgemöglichkeiten und Unterstützungsangeboten für Betreuer. Veranstaltungsort ist das Jugend- und Sozialamt, Eschersheimer Landstraße 241-249, Raum A001.

Am Donnerstag, 17. Oktober, ab 10.30 Uhr finden im Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Straße 10, im Ernst-May-Saal Vorträge statt: Von 10.30 bis 12 Uhr gibt es einen Vortrag zur „Vorsorge in leichter Sprache“. Von 13. bis 15 Uhr wird die Vorsorgevollmacht thematisiert. Von 15.30 bis 18 Uhr referiert Arnd T. May über das Thema „Patientenverfügung“.

Am Montag, 21. Oktober, gibt es ab 10.30 Uhr drei Vorträge im Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Str. 10, Ernst-May-Saal. Von 10.30 bis 11.30 Uhr wird die Betreuungsbehörde und Beratung Vollmachtnehmer vorgestellt. Ein Vortrag zum Thema „Ehrenamtliche Betreuung“ findet von 13 bis 15 Uhr statt. Zur „Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen“ gibt es einen Vortrag von 15.30 bis 18 Uhr.

Am Freitag, 25. Oktober, ab 13 Uhr findet die Abschlussveranstaltung im Jugend- und Sozialamt, Eschersheimer Landstraße 241-249, Raum A001, statt. An diesem Tag gibt es ebenfalls Vorträge. Die Vorsorgevollmacht wird von 13 bis 15 Thema sein, im Anschluss gibt es ab 15 Uhr eine Fragestunde und Rückblick.

Kostenlose Beglaubigung von Vorsorgevollmachten in der Betreuungsbehörde gibt es im Rathaus für Senioren, Hansaallee 150, jeweils von 8 bis 12 Uhr am Mittwoch, 16., Freitag, 18., Dienstag, 22. Oktober. Das Angebot am Donnerstag, 24.Oktober, läuft von 8 bis 15 Uhr.