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16.08.2019

Magistrat beschließt Schulentwicklungsplan für die beruflichen Schulen

Sylvia Weber, Bildungsdezernentin, © Stadt Frankfurt am Main
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Bildungsdezernentin Weber nennt Neubauten und Schulkooperationen als zentrale Maßnahmen im SEP-B

(ffm) Der Magistrat der Stadt Frankfurt hat in seiner heutigen Sitzung den Schulentwicklungsplan für die beruflichen Schulen (SEP-B) der Stadt Frankfurt beschlossen. Die Stadt erwartet einen Anstieg der Schülerzahlen in den nächsten zehn Jahren an den beruflichen Schulen um rund 3000 Schüler.

„Schon heute leiden einige berufliche Schulen unter akuter Raumnot. Der Schulentwicklungsplan sieht daher für die Berta-Jourdan-Schule ein größeres Gebäude an einem neuen Standort vor. Gerade an dieser Schule erwarten wir in den kommenden Jahren auch einen Zuwachs an den in Frankfurt dringend benötigten Fachkräften in den Bereichen Erziehung und Pflege“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Nach dem Neubau eines größeren Schulgebäudes für die Berta-Jourdan-Schule sieht der Schulentwicklungsplan die Nutzung des bisherigen Gebäudes im Nordend für die Wilhelm-Merton-Schule vor. Die kaufmännische Schule in Bornheim hat ebenfalls hohen Raumbedarf und zieht dann in das größere Schulgebäude um. Als dritte Schule ist die Stauffenbergschule an dem Ringtausch beteiligt, die das Gebäude der Wilhelm-Merton-Schule nutzen wird.

Eine umfassende Weiterentwicklung sieht der SEP-B auch für die Paul-Ehrlich-Schule und die Ludwig-Erhard-Schule vor. Bei beiden Schulen besteht in baulicher Hinsicht Handlungsbedarf, das Gebäude der Paul-Ehrlich-Schule ist schon seit Jahren marode. „Der Schulentwicklungsplan sieht den Neubau der beiden beruflichen Schulen auf einem gemeinsamen Berufsbildungscampus im Frankfurter Westen vor. Durch den gemeinsamen Standort und die enge Kooperation der gewerblich-technischen Schule und der kaufmännischen Schule erhoffe ich mir einen starken Impuls für die berufliche Bildung im Frankfurter Westen. Beide Schulen bleiben eigenständig und bringen ihr spezifisches Profil in die Kooperation ein“, sagt Weber. Dazu gehört auch, dass die Ludwig-Erhard-Schule ab dem Jahr 2024 wieder Schüler in das berufliche Gymnasium aufnehmen kann.

Kooperationen sind das Markenzeichen des vorgelegten Schulentwicklungsplans für die beruflichen Schulen: „Zum Thema Gesundheit, Pflege und Soziales will ich die Zusammenarbeit der Julius-Leber-Schule, der Klingerschule und der Berta-Jourdan-Schule stärken. Durch die Kooperation kann auch das berufliche Gymnasium an der Klingerschule um den Schwerpunkt Erziehungswissenschaften erweitert werden“, betont Weber.

Von Raumnot ist auch die Julius-Leber-Schule betroffen. Durch die Verlagerung von Bildungsgängen an andere Schulen sowie die Sanierung und Belegung eines ehemaligen Schulgebäudes in der benachbarten Seilerstraße 36 gewinnt die mit rund 3000 Schülern aktuell größte berufliche Schule in Frankfurt neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Kooperationen sieht der Schulentwicklungsplan im Hinblick auf die Bildungseinrichtungen im Bildungszentrum Ostend (BZO) vor. Die Bethmannschule, die Volkshochschule Frankfurt sowie das Abendgymnasium nutzen mit dem BZO schon heute eine gemeinsame Liegenschaft, die sie als Bildungscampus für Erwachsene weiterentwickeln.

Zu einem virtuellen Bildungscampus wollen sich die beruflichen Schulen zusammenschließen, die Medienberufe ausbilden: Die Gutenbergschule, die Stauffenbergschule und die Werner-von-Siemens-Schule werden digitale Kooperationsformen etwa über Lernplattformen und in schulübergreifenden Lehr- und Lernarrangements erproben.

Zusammenarbeiten wird auch die Philipp-Holzmann-Schule mit der Heinrich-Kleyer-Schule, um das berufliche Gymnasium an dieser Schule um die Schwerpunkte Bau- und Umwelttechnik zu erweitern.
Als gemeinsames Thema aller beruflichen Schulen sieht der Schulentwicklungsplan die Integration von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte an: „Die in den letzten Jahren nach Frankfurt gekommenen Flüchtlinge erfordern im Hinblick auf die sprachliche Förderung und die Qualifizierung für eine Ausbildung nochmals erhebliche Anstrengungen. Die beruflichen Schulen stehen für Chancengleichheit und die Teilhabe aller am beruflichen und gesellschaftlichen Leben. Gerade beim Thema Integration und Vielfalt hat sich gezeigt, dass die beruflichen Schulen in beeindruckender Weise ihr Selbstverständnis leben. Darin erhalten sie jetzt zusätzliche Unterstützung zum Beispiel durch den Ausbau der sozialpädagogischen Förderung oder die Entwicklung berufssprachlicher Angebote“, fügt Weber hinzu.

Grundlegende Bedeutung kommt auch der Digitalisierung im Schulentwicklungsplan für die beruflichen Schulen zu. Maßnahmen wie die Ausstattung mit WLAN und mobilen Endgeräten, die Neugestaltung des IT-Supports sowie ein Zukunftsdialog zum Thema Digitalisierung helfen den Schulen im Hinblick auf eine Ausbildung, die den Anschluss an Entwicklungen wie Industrie 4.0 gewährleistet.

Grundlage für den Schulentwicklungsplan war ein einjähriger Partizipationsprozess, in dem rund 300 Akteure der beruflichen Bildung in neun Beteiligungsveranstaltungen Maßnahmenvorschläge für den SEP-B erarbeitet haben, darunter Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Gewerkschaften, Personalvertretungen, Kammern, Eltern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.