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19.06.2019

Ein Ort der Ansprache und des Beistands

Von links: Noemi Staszweski, Koordinatorin mehrerer Treffpunkte in Deutschland, Aron Schuster, Direktor ZWST, Bürgermeister Uwe Becker, Nargess Eskandari-Grünberg, Anja Hadda, Leiterin Treffpunkt Frankfurt, 19. Juni 2019, c# Stadt Frankfurt am Main, Foto: Rafael Herlich
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Treffpunkt der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland wird von der Stadt Frankfurt unterstützt

(ffm) Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker überreicht am Mittwoch, 19. Juni, dem Frankfurter Treffpunkt der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) einen Zuwendungsbescheid über 40.000 Euro. Im Haushalt der Stadt Frankfurt am Main ist diese Zuwendung für die kommenden Jahre für den Treffpunkt fest verankert.

„Aus der sozialen Isolation finden, einen Ort haben, ohne sich erklären zu müssen, das bieten die Treffpunkte der ZWST. Hier begegnen sich regelmäßig Überlebende des Holocaust, aber auch deren Kinder und Familien“, sagt Becker. „Diese Treffen sind für viele Besucherinnen und Besucher oftmals der einzige Kontakt zu anderen Menschen ihrer Generation und mit ähnlichem Schicksal. Dafür einen geschützten und professionellen Rahmen anzubieten, sind wir gesellschaftlich schuldig.“

Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden wurde 1917 in Berlin gegründet, um als Dachverband die vielfältigen sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen der jüdischen Gemeinschaft zu koordinieren. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde sie 1939 zwangsweise aufgelöst. Im Jahre 1951 wurde der Verband unter seinem heutigen Namen Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in Frankfurt wieder gegründet, um in erster Linie die Not der Überlebenden des Holocausts zu lindern. Nach dem Mauerfall im Jahr 1989 hat sich die Aufgabenstellung und Struktur der ZWST durch die Zuwanderung der Juden aus der ehemaligen Sowjetunion gewandelt und deren Integration gehört zum zentralen Aufgabengebiet der ZWST. Zudem zielt die Arbeit der ZWST unter anderem auch auf die Förderung einer integrativen Sozialarbeit, die Unterstützung der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die Stärkung der jüdischen Identität sowie die Sozial- und Jugendarbeit ab.

Am 28. August 2002 fand in Frankfurt das erste Überlebenden-Café im Rahmen des „Treffpunkt“-Projektes der ZWST statt. Aus der damaligen Initiative ist mittlerweile ein etabliertes psychosoziales Zentrum, eine Anlaufstelle und ein geschützter Raum für viele komplex traumatisierte Menschen geworden, die von speziell geschulten Betreuern beraten und unterstützt werden.

„Die ZWST leistet damit einen unbezahlbaren Beitrag für unsere Stadtgesellschaft. Für viele Menschen sind die Treffen zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lebens geworden, bei denen man über den Holocaust sprechen kann, aber auch gemeinsam gelacht und gefeiert wird“, betont der Bürgermeister und Stadtkämmerer bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids.