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10.05.2019

Frankfurter fühlen sich so sicher wie noch nie

Stadtrat Jan Schneider, Porträt, © Foto: Alexander Paul Englert
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Stadtrat Schneider präsentiert Ergebnisse der 26. Frankfurter Bürgerbefragung

(ffm) Bei der Bürgerbefragung haben sich bei mehreren Themen Veränderungen im Meinungsbild der Frankfurter ergeben. Wichtigste Botschaft ist nach Ansicht des für die Statistik zuständigen Dezernenten, Stadtrat Jan Schneider, dass sich die Frankfurter in ihrer Stadt so sicher fühlen wie noch nie. „Erstmals seit acht Jahren ist der Anteil der Bürgerinnen und Bürger, die den Wohnungsmarkt zu den größten Problemen zählen, nicht weiter gestiegen, sondern sogar spürbar zurückgegangen“, stellt der Stadtrat fest. Dagegen wird der Nahverkehr zunehmend kritischer betrachtet.

Beste Werte bei Kriminalität und Sicherheit

Die größte Veränderung auf der Frankfurter Problemskala gab es beim Thema „Kriminalität und öffentliche Sicherheit“, noch nie wurden bessere Werte verzeichnet. Bei den deutschen Befragten (8 Prozent/ -11 Prozentpunkte) sind die Werte deutlich stärker zurückgegangen als bei ausländischen (7 Prozent/-6 Prozentpunkte). Besonders das persönliche Sicherheitsgefühl abends in der Innenstadt ist erheblich besser ausgefallen (60 Prozent/+7 Prozentpunkte) und liegt heute nur knapp unter dem Höchstwert aus dem Jahr 2012 (62 Prozent). Auch das Gefühl von „Unsicherheit“ ist zurückgegangen. Abends fühlen sich weniger als die Hälfte aller Frauen in der Innenstadt unsicher (46 Prozent/-5 Prozentpunkte), bei den Männern sind es weniger als ein Drittel (30 Prozent/-8 Prozentpunkte). Vor allem die jüngste Altersgruppe hat sich abends in der Innenstadt noch nie so sicher gefühlt wie heute.

Tagsüber ist ebenfalls eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Fast alle Frankfurter (91 Prozent/+4 Prozentpunkte) fühlen sich tagsüber in der Innenstadt sicher. „Dazu dürfte vor allem die verstärkte Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften bei Großveranstaltungen und in der Innenstadt beigetragen haben“, analysiert Schneider die Zahlen.

In der Wohngegend gibt es abends ein neues Allzeithoch. Noch nie haben sich so viele (72 Prozent/+5 Prozentpunkte) abends dort sicher gefühlt. Tagsüber waren die Werte schon immer deutlich besser (94 Prozent/+1 Prozentpunkt).

Auch die persönliche Verbrechensfurcht ist so gering wie noch nie ausgefallen. Deutlich über die Hälfte (58 Prozent/+10 Prozentpunkte) aller Frankfurter Bürger haben „selten oder nie“ Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden. Nur noch knapp jeder Sechste (17 Prozent/-6 Prozentpunkte) fürchtete sich. Dies gilt für Frauen und Männer aller Altersgruppen gleichermaßen.

Auf die Frage nach den als unsicher empfundenen Gebieten der Stadt liegen der Hauptbahnhof und die Bahnhofsgegend wie immer an der Spitze. Alle anderen genannten Unsicherheitsräume liegen niedriger als zuletzt.

Altbauwohnungen, Juli 2013, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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Positive Entwicklung beim Problemfeld Wohnungsmarkt

In den Augen der Frankfurter ist der Wohnungsmarkt zwar weiter das größte Problem der Stadt, allerdings sind die Werte erstmals seit Jahren nicht weiter gestiegen. Auf die Frage nach den größten Stadtproblemen gab nur noch gut die Hälfte der deutschen (56 Prozent/-8 Prozentpunkte) und knapp die Hälfte der ausländischen Frankfurter (49 Prozent/-5 Prozentpunkte) eine den Wohnungsmarkt betreffende Antwort.

Vor allem „hohe Mieten“ (34 Prozent/-3 Prozentpunkte bei den deutschen und 29 Prozent/+2 Prozentpunkte bei den ausländischen Befragten) standen wieder im Zentrum der Kritik. Das als nicht ausreichend empfundene Wohnungsangebot wurde deutlich weniger als im Vorjahr genannt, jeweils etwa von jedem Fünften (19 Prozent/-6 Prozentpunkte). „An diesen Zahlen wird deutlich, dass sich die hohe Zahl an fertiggestellten Wohnungen in den vergangenen drei Jahren positiv auswirkt“, kommentiert Schneider die Entwicklung.

Verkehrssituation und öffentlicher Nahverkehr auf den Plätzen 2 und 3

Zweitgrößtes Stadtproblem ist nach wie vor die Verkehrssituation, allerdings mit rückläufigen Anteilen. Von Platz vier auf drei vorgerückt ist der öffentliche Nahverkehr. Fast jeder sechste deutsche Befragte (15 Prozent/+2 Prozentpunkte) – und damit so viele wie noch nie – sehen die öffentlichen Verkehrsmittel als großes Problem. Vor allem wurden die als zu hoch empfundenen Fahrpreise kritisiert.

Frankfurt ist lebenswert

Die Frankfurter leben gerne in der Stadt und beurteilen die meisten ihrer Lebensbereiche positiv. Bei den Themen Luftqualität, Autoverkehr und Radwegenetz sind die Urteile allerdings deutlich kritischer ausgefallen.

© TCF Stadt Frankfurt am Main
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Die Mehrheit ist nach wie vor der Auffassung, dass man in der Stadt „gut leben kann“ (61 Prozent/-3 Prozentpunkte), allerdings liegen die Werte niedriger als in den Vorjahren. Fast die Hälfte findet Frankfurt auch „reizvoll“ und „gastlich“ und nur etwa jeder Achte der befragten Frankfurter sieht das anders. Die Stadt gilt weiterhin als „international“ (84 Prozent/-1 Prozentpunkt) und „wirtschaftskräftig“ (81 Prozent/-3 Prozentpunkte). Fast genauso viele empfinden die Stadt als „weltoffen“, „modern“ und „interessant“. Nur eine unverändert kleine Minderheit kreuzte „trostlos“ oder „provinziell“ an. Die Sauberkeit in der Stadt wird dagegen deutlich kritischer als in den Vorjahren eingestuft.

Stadtverwaltung gilt als zuverlässig

Im Rahmen der Bürgerbefragung werden die Frankfurter auch immer zu ihrer Einschätzung der Stadtverwaltung befragt. Sie genießt bei Bürgern seit Jahren ein hohes Ansehen, sie gilt als zuverlässig und bürgerorientiert. Traditionell wird das öffentliche Ansehen der Verwaltung schlechter als die persönlich guten Erfahrungen beurteilt.

Das von den Bürgern attestierte positive Ansehen der Stadtverwaltung spiegelt sich auch in den einzelnen Imagekomponenten wider. So erreichen „Zuverlässigkeit“ (59 Prozent/+2 Prozentpunkte) und „Bürgerorientierung“ (46 Prozent/+2 Prozentpunkte) bei der Stadtverwaltung neue Allzeithochs. Gleichzeitig haben noch nie so viele Frankfurter die ebenfalls abgefragten negativen Eigenschaften wie „unfähig“ oder „korrupt“ zurückgewiesen. Auffallend ist, dass die Ämter der Stadt als weniger „modern“ aber dafür deutlich „sparsamer“ beurteilt werden. „Es freut mich ganz besonders, dass die Bemühungen des Magistrats, die Stadtverwaltung als bürgerfreundlichen Dienstleister zu positionieren, erkennbare Früchte trägt“, sagte Schneider.

Europawahl 2019, © picture alliance/chromorange, Foto: Christian Ohde
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Politisches Interesse nimmt ab

An der bevorstehenden Europawahl waren drei von fünf Frankfurtern (62 Prozent/-2 Prozentpunkte) „stark oder sehr stark“ interessiert. „Ich hoffe, dass sich dieses Interesse auch in einer hohen Wahlbeteiligung niederschlägt“, sagte Schneider. „Die deutlich gestiegene Zahl an Briefwahlanträgen stimmt mich zuversichtlich.“

Bei bundespolitischen (78 Prozent/-2 Prozentpunkte) und kommunalpolitischen (51 Prozent/-4 Prozentpunkte) Themen ist ebenfalls ein leicht abnehmendes Interesse festzustellen. Bei der Landespolitik war demgegenüber ein leichtes Plus (61 Prozent/+2 Prozentpunkte) zu verzeichnen. Bemerkenswert ist das stark rückläufige Interesse in allen Politikbereichen bei den 45- bis 59-Jährigen.

Das Internet (73 Prozent/-4 Prozentpunkte) hat zur politischen Informationsbeschaffung ebenso wie die klassischen Medien und fast alle weiteren abgefragten Informationskanäle an Bedeutung verloren. Lediglich die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram (23 Prozent/+2 Prozentpunkte) konnten als Informationsquelle zulegen.

„frankfurt statistik aktuell“ 08-13/2019 steht unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell als kostenloser PDF-Download zur Verfügung.