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08.04.2019

Dem Main ein Stück Natur zurückgeben

Erster Spatenstich für den ufernahen Altarm im Fechenheimer Mainbogen mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (3.v.l.), dem Leiter des Umweltamts, Peter Dommermuth (2.v.l.), Ortsvorsteher Werner Skrypalle (4.v.r.), Stefanie Toth (4.v.l.) von der Stadtentwässerung und Rainer Zimmermann (r) vom Umweltamt, 8. April 2019, © Umweltamt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop
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Erster Spatenstich für den ufernahen Fechenheimer Altarm

(ffm) Alles neu macht der Main. Bis Ende des Jahres wird im Fechenheimer Mainbogen ein neuer Altarm angelegt. Am Montag, 8. April, setzte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig den ersten Spatenstich. Der mit einer Länge von 700 Metern geplante Altarm ist Teil eines Projektes, das, sagte Stadträtin Heilig, „in seiner Dimension zumindest in Hessen einmalig ist“.

In drei Bauabschnitten wird der Fechenheimer Mainbogen in eine Auenlandschaft verwandelt. Hintergrund ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000, die dazu aufruft, den ökologischen Zustand der Binnengewässer zu verbessern. In Frankfurt ergab eine vom Magistrat beauftragte gewässerökologische Voruntersuchung 39 potentielle Maßnahmen am Main zwischen Sindlingen und Fechenheim.

Das größte Projekt ist die Renaturierung des Fechenheimer Mainbogens. Mit dem Bau des mainparallelen Altarms startet nun der zweite Bauabschnitt - im ersten wurden bereits 2015 drei Teiche angelegt. In dem neuen Gewässer sollen sich Fischarten wie Hecht, Schleie, Ukelei oder Zander ansiedeln. Auf der 400 Meter langen neuen Maininsel wird die Natur sich selbst überlassen bleiben, Menschen dürfen sie nicht betreten.

„Man könnte sagen, wir geben dem Main hier ein Stück Natur zurück“, sagte Heilig. „Die Fechenheimer Aue wird Tieren und Pflanzen wertvolle Lebens- und Rückzugsräume und den Menschen Erholungsräume im Grünen bieten.“

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling ergänzte: „Mit dem Bau des Altarms bieten wir den Fischen die Möglichkeit, sich hier wieder nachhaltig anzusiedeln und als Verkehrsdezernent freut es mich natürlich besonders, dass es durch den Einsatz von Frachtschiffen gelungen ist, den Fechenheimern den kompletten Baustellenverkehr zu ersparen.“

Mit 4,1 Millionen Euro ist der Bau des ufernahen Altarms veranschlagt. Knapp drei Millionen davon zahlt das Land, der Rest wird aus der Stadtkasse finanziert. Bauherr ist das Umweltamt, die Projektleitung übernimmt die Stadtentwässerung Frankfurt.

Erfreulich für die Anwohner: Der Aushub für die neuen Gewässer wird nicht mit Lastwagen, sondern mit 100 Frachtschiffen zur Deponie Eisert in Großkrotzenburg abtransportiert. Eigens dafür wird eine temporäre Schiffsanlegestelle am Ufer eingerichtet. Damit werden etwa 7500 Lkw-Fahrten eingespart.

Im Herbst, wenn der neue Altarm fertig ist, wird der derzeit gesperrte Leinpfad mit einem neuen Verlauf um das neue Gewässer herum wieder hergestellt. Derweil haben die Vorbereitungen für den dritten und größten Bauabschnitt bereits begonnen. Das Flurbereinigungsverfahren für den großen Altarm, der den Mainbogen durchschneiden soll, ist im Gange. Dieser Altarm wird 1,7 Kilometer lang werden und voraussichtlich 15 Millionen Euro kosten.

Weitere Informationen im Umweltamt bei Rainer Zimmermann, Telefon 069/212-39149 oder bei der Stadtentwässerung, Heike Popp, Telefon 069/212-30181.