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15.03.2019

Tony Sender Preis 2019: Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden

(ffm) Bereits zum dreizehnten Mal verleiht die Stadt Frankfurt am Main in diesem Jahr den Tony Sender Preis. Mit diesem Preis werden alle zwei Jahre hervorragende und innovative Leistungen von Frankfurter Frauen oder Institutionen ausgezeichnet, die der Gleichberechtigung von Frau und Mann dienen und der Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen entgegenwirken. Besonderes Engagement und bedeutende Leistungen auf gesellschaftspolitischem, sozialem oder kulturellem Gebiet werden gewürdigt.

Bewerbungen für den mit 10.000 Euro dotierten Preis können bis zum 10. Mai beim Frauenreferat der Stadt Frankfurt, Hasengasse 4, eingereicht werden. Grundlage für die Entscheidung der Jury ist die schriftliche Begründung oder die visuelle Darstellung der besonderen Leistung.

Mit dem Tony Sender Preis wird an die engagierte Politikerin Tony Sender (1888 bis 1964) erinnert, die in Frankfurt ihre, wie sie sagte, prägenden politischen Anstöße erhielt und ihre entscheidenden Entwicklungsjahre verbrachte.

Stadträtin Rosemarie Heilig, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Sandra Mann
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„Tony Sender steht für einen lebenslangen Kampf gegen Ungleichheit und für soziale Gerechtigkeit. Ich bin stolz, dass wir einen solchen Preis vergeben und damit das Wirken von Frauen damals und heute sichtbar machen. Das erscheint gerade in den Jubiläumsjahren zum 100-jährigen Frauenwahlrecht mehr als angemessen“, sagt Frauendezernentin Rosemarie Heilig.

Am 29. November, dem 131. Geburtstag von Tony Sender, wird der Preis im Kaisersaal verliehen.

Die aktuelle Ausschreibung befindet sich als PDF-Datei zum Download im Anhang.

Bisherige Preisträgerinnen waren in chronologischer Reihenfolge:

Prof. Helga Einsele (Leiterin der Preungesheimer Frauenhaftanstalt), Hanna Lambrette (Langjährige Vorsitzende des „Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter“), Linda Ressel (Gründerin von „Kosmopolitische Frauen Höchst“), Cornelia Niemann (Kabarettistin und Moderatorin), Uschi Madeisky (Filmemacherin), Margarete Mitscherlich-Nielsen (Psychoanalytikerin), Dagmar von Garnier (Historikerin), Mechtild M. Jansen (Frauenforscherin), Dörthe Jung (Frauenpolitische Beraterin und Publizistin), Prof. Magrit Brückner (Frauen-/Geschlechterforscherin), Karola Gramann (Filmkuratorin und Leiterin der Kinothek Asta Nielsen) und Prof. Sibylla Flügge (Juristin).

Tony Sender, © Stadt Frankfurt am Main
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Zur Person Tony Sender:

Als junge Frau leitete Tony Sender während des ersten Weltkriegs die sozialdemokratische Opposition in Südwestdeutschland und stand während der Novemberrevolution 1918 an der Spitze der Frankfurter Arbeiterrätebewegung. Nach Einführung des Frauenwahlrechts wurde sie als eine der ersten Politikerinnen in ein Parlament gewählt.

Tony Sender war in den 20er Jahren Mitglied der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Von 1920 bis 1933 vertrat die Spezialistin für Wirtschafts- und Außenpolitik die USPD, später die SPD im Deutschen Reichstag. Nach der Flucht 1933 kämpfte sie vom Ausland aus gegen den Nationalsozialismus. In den USA, wo sie sich niederließ, arbeitete sie als Repräsentantin des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen.

Tony Sender zeigte in Artikeln und Reden die Unterdrückung der Frau durch gesellschaftliche Normen auf. Für die Jüdin, sozial verpflichtete Politikerin und weltoffene Bürgerin Tony Sender war die gleichberechtigte Integration der Frau in alle gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereiche eine gelebte Selbstverständlichkeit.