Logo FRANKFURT.de

12.03.2019

Bauaufsicht 2018: Wohnungsbau boomt – Bausumme steigt insgesamt

(ffm) „Das Jahr 2018 war für die Bauaufsicht Frankfurt von Erfolgen im Wohnungsbau geprägt: die Genehmigungen konnten die Marke von 7000 Wohnungen überspringen und die Fertigstellungen verzeichneten den zweithöchsten Wert seit vierzig Jahren. Damit nehmen wir bundesweit eine Spitzenposition ein. Zudem erzielte die Umwandlung aus Büro und Gewerbe in Wohnungen den Spitzenwert seit Erfassung dieser Größe und stellt eine Verdopplung innerhalb von fünf Jahren dar“, brachte Planungsdezernent Mike Josef den Jahresrückblick Baugeschehen auf den Punkt. „Mich freut besonders, dass wir mit rund 900 Studentenwohnheim-Plätzen weit über dem Jahresdurchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegen. Sogenannte Mikro-Appartements sind hier nicht enthalten.“

Mehr Wohnraum

Eine unmittelbare Verbesserung für den Frankfurter Wohnungsmarkt bedeuten die 3519 Wohnungen, die im Jahr 2018 fertiggestellt wurden – das ist der zweitgrößte Wert der letzten vierzig Jahre.
Auch für die Zukunft ist mit hohen Fertigstellungszahlen zu rechnen: Denn mit 7326 genehmigten Wohnungen wurde eine Größenordnung erreicht, die von der städtischen Statistik zuletzt Anfang der 1960er Jahre erfasst wurde. Bei der Umwandlung von Büros wurde der Top-Wert des Vorjahres noch übertroffen. „Mit 1985 genehmigten Wohnungen aus Büro- und Gewerbeumwandlung wurde ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung von Neubauflächen geleistet“, stellte die Amtsleiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, fest.

Eine weitere Möglichkeit, Neubauflächen für mehr Wohnraum zu schonen, stellen Wohnungen dar, die als Dachgeschossaufbau oder -ausbau genehmigt werden: dies machte 433 Wohnungen im Jahr 2018 aus.

Die Genehmigungen für Flüchtlingsunterkünfte nahmen zu, mit Plätzen für über 1000 Menschen eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2017.

Die Zahl der genehmigten Wohnheim-Plätze für Studenten lag mit 1209 über dem Zehn-Jahresdurchschnitt (700). Darunter sind 302 Plätze, die als Mikro-Appartements bezeichnet werden können. Stadtweit wurden 902 solcher kleiner Appartements neu genehmigt.

Zum Ausgleich der Interessen von Mietwohnungssuchenden einerseits und Anhängern der „sharing economy“ andererseits, hat die Ferienwohnungs-Satzung beigetragen, die 2018 in Kraft trat. 261 Anträge auf kurzfristige Nutzung von Wohnraum durch Feriengäste wurden gestellt und 215 genehmigt. Andererseits wurden 83 Wohnungen aus illegaler Feriennutzung für den Wohnungsmarkt zurückgewonnen, als Teil der insgesamt 121 Wohnungen, die der Wohnraumschutz zurückführen konnte.

Bausumme rekordverdächtig – Bearbeitungszeit bleibt konstant

Die genehmigte Bausumme erreichte mit 1,84 Milliarden Euro den höchsten Wert seit 1994: eine Folge des gehäuften Auftretens großer Bauvorhaben wie etwa den Hochhäusern, die in Mischnutzung Büro und Hotel oder Wohnen und Hotel verbinden. Der Wohnungsbau war insgesamt wieder die Top-Kategorie, mit über 550 Millionen Euro. Auf Rang 2 und 3 folgten Büros (300 Millionen Euro) und der Flughafen (284 Millionen Euro). Auffällig war der Aufstieg der Bausumme für Hotels auf Platz 4 (244 Millionen Euro), dabei wurden über 4000 Hotelbetten neu genehmigt. Die Bearbeitungszeit für Bauanträge blieb auf dem guten Niveau des Vorjahres: Insgesamt wurden 64 Tage bis zur Genehmigung oder Versagung benötigt, für Wohnungsbauten waren weiterhin nur 49 Tage im Durchschnitt notwendig.

Zuwachs bei den Online-Anfragen

Erfreulich war auch der Anstieg der Online-Baulastanfragen, die erstmals die Zahl von 4000 Stück überschritten. In diesem Umfeld ging die Zahl der persönlichen Beratungsvorgänge zurück, auf aber immer noch fast 29.000.