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07.12.2018

Zum Tod von Paulus Böhmer

(ffm) Zum plötzlichen Tod von Paulus Böhmer spricht Kulturdezernentin Ina Hartwig seiner Ehefrau, der Übersetzerin Lydia Böhmer, und dem gemeinsamen Sohn Daniel-Dylan Böhmer, ihr tiefes und aufrichtiges Mitgefühl aus. Sie würdigt den Verstorbenen als herausragenden und einzigartigen Protagonisten der Nachkriegslyrik: „Mit Paulus Böhmer verliert die Stadt Frankfurt einen der anspruchsvollsten Dichter der Gegenwart. Seine Langgedichte, die ihre Quellen in der Avantgarde und der Beat-Poesie haben, sind bereits in den Kanon der deutschsprachigen Literatur eingegangen. Paulus Böhmer hatte im Leben eine unvergleichliche Präsenz. Ich bin sehr traurig über die Nachricht seines Todes und werde ihn vermissen.“

Paulus Böhmer wurde am 20. September 1936 in Berlin geboren. Er studierte Jura und Architektur und arbeitete als Stauden- und Ziergraszüchter, Lektor und Werbetexter. Seit den frühen 70er Jahren lebte er als Schriftsteller und Maler in Frankfurt am Main. Von 1985 bis 2001 leitete er das Hessische Literaturbüro, das heutige Hessische Literaturforum. Paulus Böhmer wurde mit dem Hölty-Preis für Lyrik (2010), der Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main (2013), dem Robert-Gernhardt-Preis (2013) und dem Peter-Huchel-Preis (2015) ausgezeichnet. Er schrieb auch für das Theater und den Rundfunk. Zusammen mit seiner Ehefrau Lydia Böhmer übersetzte er unter anderem die Lyrik des israelischen Dichters Jehuda Amichai ins Deutsche. Paulus Böhmer ist im Alter von 82 Jahren am Mittwoch, 5. Dezember, verstorben.