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27.11.2018

RMV: Mobilitätsstrategie 2030 und Ziel Seniorenticket für 365 Euro

Der Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende  der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV), Peter Feldmann (M), mit dem stellvertretenden RMV-Aufsichtsratsvorsitzenden und Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (r), und dem RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat (l), © Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH
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(ffm) Maßnahmenmix für mehr Fahrgäste, ausreichende Infrastruktur und hohe Qualität, Ausbau der digitalen Vorreiterrolle mit Mobilitätsplattform „Mobility Inside“ , Ideen für kurzfristige Ausweitungen des Fahrplanangebots, 365-Euro-Ticket für Senioren wird geprüft – das sind die Ziele des RMV, die am Dienstag, 27. November, auf einer Pressekonferenz angekündigt wurden.

„Um Luftverschmutzung und Dauerstaus zu vermeiden, werden Bus und Bahn künftig noch sehr viel wichtiger als heute“, ist RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister Peter Feldmann überzeugt. Durch einen Mix aus attraktiven Tarifen, mehr Fahrten, hoher Qualität und vernetzten Mobilitätsangeboten soll der öffentliche Nahverkehr noch attraktiver werden. „Als eine der nächsten Maßnahmen lassen wir prüfen, ob nach dem Vorbild des Schülertickets Hessen auch Seniorinnen und Senioren für 365 Euro pro Jahr im kompletten Verbundgebiet unterwegs sein können“, sagt Feldmann.

Diese und weitere Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie, mit der sich der RMV-Aufsichtsrat in Bad Homburg beschäftigte. „Damit zusätzliche Fahrgäste Platz in Bus und Bahn finden und kein Stau auf den Schienen zu Verspätungen führt, brauchen wir einen umfangreichen Infrastrukturausbau“, macht der stellvertretende RMV-Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs, deutlich. Zu den in der Strategie genannten Infrastrukturmaßnahmen gehört auch der Ausbau des Frankfurter Knotens, den das Bundesverkehrsministerium kürzlich im Bundesverkehrswegeplan als Maßnahme mit vordringlichem Bedarf klassifiziert hatte. Der dort genannte Bau der nordmainischen S-Bahn und eines geplanten Fernbahntunnels sorgen für eine massive Kapazitätserweiterung und ergänzen bestehende Ausbauprojekte in idealer Weise.

Ein Schlüssel für neue Services und die einfachere Nutzung von Bus und Bahn ist die Digitalisierung. Die Vorreiterstellung des RMV in Deutschland bei der Digitalisierung bestätigte eine unabhängige Untersuchung, welche zugleich die Grundlage des weiteren Vorgehens des Verbundes im Rahmen einer Digitalisierungs-Roadmap ist. „Eines der wichtigsten Projekte hierbei ist Mobility Inside, eine gemeinsame Plattform der deutschen Nahverkehrsbranche, die es den Fahrgästen ermöglicht, anbieter- und regionsübergreifende Fahrkarten für die gesamte Wegekette zu erwerben“, stellt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat in Aussicht. „Egal, ob die Fahrt mit Regionalzug oder ICE, in Hessen oder Berlin stattfindet: Mit Mobility Inside können Fahrgäste sich in der gewohnten App, wie zum Beispiel der RMV-App, informieren, das Ticket buchen und bezahlen.“ Um die Initiative weiter zu fördern, stimmte der Aufsichtsrat zu, dass sich der RMV an der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft von Mobility Inside beteiligt.

Da immer mehr Menschen aus Nachbarregionen außerhalb Hessens ins Rhein-Main-Gebiet pendeln, plant der RMV neben digitalen Tarifentwicklungen auch im bestehenden Tarif verstärkt Kooperationen, zum Beispiel in Richtung Aschaffenburg.

Um der steigenden Fahrgastnachfrage zu entsprechen, werden über die bereits feststehenden Fahrplanausweitungen im Fahrplan 2019 hinaus neue Linien und Fahrten angedacht. Da im Zugverkehr aufgrund der hohen Schienenauslastung in den Spitzenstunden morgens zwischen 6 und 8 Uhr sowie nachmittags zwischen 16 und 18 Uhr kaum mehr zusätzliche Züge bestellt werden können, soll die Ausdehnung der Hauptverkehrszeiten weitere Kapazitäten ermöglichen. Dazu werden zusätzliche Fahrzeuge im S-Bahn- und Regionalverkehr beschafft und sukzessive bis 2020 sowohl für weitere Fahrten als auch für verlängerte Züge eingesetzt. Darüber hinaus soll das seit 2016 im großen Stil eingeführte Expressbusnetz erweitert werden. Im Jahr 2018 nutzten bisher bereits 15.000 Fahrgäste werktäglich die neuen Angebote. Da die Umsetzung geplanter Schienenausbauten oftmals noch viele Jahre dauern wird, prüft der RMV zusätzlich zu den bisherigen tangentialen Expressbuslinien solche, die zumindest teilweise Schienenstrecken ergänzen können.