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09.11.2018

Oberbürgermeister Peter Feldmann dankt jungem Lebensretter

(ffm) Erkin Özsoy würde sich selbst nicht als Held bezeichnen. Oberbürgermeister Peter Feldmann schon: „Deine Bescheidenheit ehrt dich. Aber für deinen Opa bist du ein Held und auch für deine Mutter – beide sind sehr stolz auf dich. Und ich finde, sie haben allen Grund dazu.“

Feldmann hatte Erkin Özsoy und dessen Mutter Nesil am Freitag, 9. November, in sein Amtszimmer eingeladen, um den 14-Jährigen für seinen beherzten Einsatz und sein schnelles Handeln zu loben. Im Sommer hatte der Junge seinem Opa Hasan Birdal das Leben gerettet. Der war in der Nacht mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Erkin, der bei seinem Großvater übernachtet hatte, war noch wach, als er Birdal nach Mitternacht fluchen hörte. Ob es ihm gutgehe, wollte der Junge wissen. Nein, antworte der Opa. Weil der sonst immer sagt, es gehe ihm gut, schloss Erkin auf einen Notfall. Und handelte unverzüglich: Er fühlte den Puls, stellte fest, dass das Herz seines Opas unregelmäßig schlug. Erkin rief den Rettungswagen, informierte seine Mutter und begann mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung.

Die lebensrettenden Maßnahmen hatte Erkin wenige Monate zuvor in einem Reanimationskurs an seiner Schule gelernt. Der Teenager besucht das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium. Der dortige Schulsanitätsdienst wird vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreut, 2017 haben die Sanitäter gemeinsam mit dem DRK erstmals allen Achtklässlern ein Reanimationskurs angeboten. Auch in diesem Jahr gab es diesen Kurs – diesmal zeigten die Schüler-Sanis ihrenMitschülern, wie man einen Menschen im Notfall wiederbelebt. Erkin, der eigentlich gar keine Lust auf den Kurs hatte, war danach total begeistert. „Er kam nach Hause und sagte: ‚Ich kann jetzt Leben retten!‘“, erzählt Erkins Mutter.

Und er kann es wirklich. Als der Krankenwagen Erkins schwerkranken Großvater ins Krankenhaus gebracht hatte, bestätigte der Arzt: Die Reanimation hat Hasan Birdal das Leben gerettet. In einer Operation bekam er drei Stents gesetzt, kürzlich kamen zwei weitere hinzu. „Ich bin so glücklich, dass mein Vater noch lebt. Und unendlich stolz auf meinen Sohn“, sagt Nesil Özsoy.

Für Erkin ist es für vollkommen selbstverständlich, sich derart um seinen Opa gekümmert zu haben: „In dem Moment wusste ich genau, was ich tun musste. Was ich da wirklich getan habe, dass ich sein Leben gerettet habe – das konnte ich erst ein paar Tage später realisieren.“ Er habe schon immer ein inniges Verhältnis zu einem Opa gehabt, nun sei es noch enger.

Erkin und Nesil Özsoy plädieren dafür, an allen Schulen Erste-Hilfe- und Reanimationskurse anzubieten.

Oberbürgermeister Peter Feldmann sieht es genauso: „Hier zeigt sich, wie gut es ist, wenn Schüler solche Kurse machen. Wie schnell es einem Menschen schlecht gehen kann, zeigt die Geschichte deines Opas. Zum Glück wusstest du, lieber Erkin, was du tun musstest. Dieses Wissen im Notfall anzuwenden, ist wirklich nicht selbstverständlich. Das schaffen nicht einmal alle Erwachsenen! Du konntest helfen, ja sogar das Leben deines Großvaters retten. Das hast du großartig gemacht!“