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09.11.2018

Wer regiert die Welt?

Zur Geburtsstunde des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren rückt das Frauenreferat mit Plakaten Frauenrechte in den Mittelpunkt!

(ffm) Ab Freitag, 9. November, zeigen Plakate des Frankfurter Frauenreferats, wie wichtig der Einsatz für Frauenrechte und Chancengleichheit heute noch ist. Rund um die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts sollen sie Frauen und Mädchen Mut machen, für ihre Rechte einzutreten und sich zu engagieren. Die Themen der Frauenpolitik sind nicht nur in der Stadt präsent, sondern ziehen in den Alltag ein. Die Plakate können ab sofort bestellt werden.

Am 12. November 1918 wurde das Frauenwahlrecht in Deutschland gesetzlich verankert. Nach jahrzehntelangem Kampf um die staatsbürgerliche Gleichstellung ein Meilenstein in der Geschichte der Frauenbewegung und Demokratie. Rund um die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts präsentiert das Frauenreferat zum zweiten Mal seine Plakatkampagne und macht auf die wichtigsten Themen der Frauenpolitik aufmerksam.

Gabriele Wenner
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„Vor 100 Jahren haben Frauen oft unter Einsatz ihres Lebens für das Frauenwahlrecht gekämpft, die Themen unserer Plakate zeigen, dass der Einsatz für Frauenrechte nicht an Bedeutung verloren hat“, sagt Gabriele Wenner, Leiterin des städtischen Frauenreferates. „Gleichstellung und Chancengleichheit sind noch lange nicht erreicht. Heute wie damals ist es wichtig, auf strukturelle Diskriminierungen aufmerksam zu machen und Frauenrechte wieder in den Fokus/Blick der Gesellschaft zu rücken.“

Das Eintreten für Frauenrechte sei damals wie heute mit politischen und gesellschaftlichen Veränderungen verknüpft, sagt Wenner. „Die Plakate sind als Aufforderung zu verstehen, selbst aktiv zu werden. Die Erfolge der Frauen von damals sollen deutlich machen, dass gemeinsam viel erreicht werden kann.“

Es geht um Themen wie Lohngerechtigkeit, Frauen in Führungspositionen in Politik und Arbeitswelt oder sexuelle Gewalt, denen Mädchen sechs Mal häufiger ausgesetzt sind als Jungen. Acht verschiedene Motive machen (mit kurzen markanten Sätzen) auf die wichtigsten Themen frauen- und gleichstellungspolitischer Arbeit aufmerksam.

„Wer regiert die Welt?“, fragt ein Plakat. „In nur 17 von 139 Staaten sind Frauen in den höchsten politischen Ämtern. Der Frauenanteil im Bundestag liegt bei 31 Prozent, in der Frankfurter Kommunalpolitik bei 39 Prozent.“

„Ist das fair?“, fragt ein anderes. „Frauen leisten zwei Drittel unbezahlte und ein Drittel bezahlte Arbeit. Bei Männern ist es umgekehrt.“

Und sind 27 Prozent weniger Taschengeld, 21 Prozent geringeres Einkommen, 36 Prozent weniger Rente: „Frauenschicksal?“

„Gerade in Zeiten von zunehmendem Antifeminismus und Rechtspopulismus wollen wir gemeinsam Stärke zeigen und deutlich machen: Frauenrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen immer wieder verteidigt und gestärkt werden“, sagt Linda Kagerbauer, Referentin im Frauenreferat und Projektleitung der Kampagne „Frauen. Macht. Politik.“, in deren Rahmen die Plakate entstanden.

„Wir schlagen den Bogen von der ersten Frauenbewegung, die das Wahlrecht erkämpfte, über die zweite Frauenbewegung, die Tabuthemen, wie Gewalt in der Ehe und Abtreibung mit dem Slogan ‚Das Private ist politisch‘ an die Öffentlichkeit brachte, bis hin zur heutigen Zeit“, sagt Wenner. „Gleichzeitig wollen wir sichtbar machen, wie Frauen und Mädchen in dieser Stadt bereits Politik machen, wie sie sich organisieren und engagieren, wie sie sich einmischen und diese Stadt mitgestalten.“

Im Rahmen der Kampagne „Frauen.Macht.Politik“ initiiert das Frauenreferat in diesem Jahr zahlreiche Projekte, Aktionen und Diskussionen. Auf der eigens für den Schwerpunkt erstellten Internetseite http://www.frauen-macht-politik-ffm.de sind alle Informationen zu den geplanten Veranstaltungen, Projekten und Materialien zu finden. Auch die Motive der Plakatkampagne können dort heruntergeladen und Hintergrundinfos nachgelesen werden.

Damit Frauenrechte auch in den Alltag einziehen, können die Plakate ab sofort kostenfrei bestellt werden unter info.frauenreferat@stadt-frankfurt.de

Die Themen der Plakate können dem angefügten PDF entnommen werden.