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11.10.2018

Vom 11. bis 16. Oktober im Filmforum Höchst: Die Legende vom hässlichen König

Regisseur der Doku über Yilmaz Güney zu Gast im Filmforum sowie Vorführung der restaurierten Fassung von Güneys Erfolgsfilm ,Yol‘

(ffm) Yilmaz Güney war in den 1970er Jahren in der Türkei das, was Jean-Paul Belmondo in Frankreich und Marcello Mastroianni in Italien waren: einer der berühmtesten Schauspieler des Landes. Er wirkte in über 100 Filmen mit. Oft verkörperte er Banditen, die ihre Beute in Robin-Hood-Manier an die Armen verteilten. Doch Güney wollte mehr, er wandte sich vom herrschenden Kino ab und dem sozialkritischen Kino zu. 1976 wurde er zu 19 Jahren Haft verurteilt, die Drehbücher von SÜRÜ – Die HERDE und YOL – DER WEG, zwei bahnbrechende und international Aufsehen erregende Werke, verfasste er im Gefängnis, von dort überwachte er auch die Dreharbeiten zu beiden Filmen. 1981 gelang ihm die Flucht in die Schweiz mit seinem Filmmaterial, dort wurde YOL fertiggestellt und 1982 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Nach seinem Erfolg blieb er in Frankreich, stellte dort 1983 seinen Film DUVAR - DIE MAUER fertig und verstarb 1984 mit nur 47 Jahren.

Hüseyin Tabak hat in seinem Dokumentarfilm DIE LEGENDE VOM HÄSSLICHEN KÖNIG – YILMAZ GÜNEY das Leben, die schöpferische Arbeit und den politischen Kampf von Güney nachgezeichnet. Zu Wort kommen seine Familie, seine Schauspieler, renommierte Filmemacher wie Michael Haneke und Costa Gavras, ehemalige Mitinsassen und Menschen auf der Straße, die Güney immer noch als Helden ansehen.

Vom 11. bis 16. Otkober laufen beide Filme täglich im Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Straße 46a. Am Dienstag, 16. Oktober, wird Hüseyin Tabak um 20.30 Uhr im Rahmen des Türkischen Filmfestivals im Filmforum zu Gast sein und seinen Film vorstellen.

Bereits um 18 Uhr ist erstmals in Deutschland die ganz neu restaurierte Fassung von YOL – DER WEG zu sehen, in die einige - wegen der damals beim Cannes Filmfestival vorgegebenen Höchstlänge - gekürzte Szenen wieder eingefügt wurden.

Der Film erzählt die Geschichte einiger Strafgefangener, die für eine Woche Hafturlaub nach Hause fahren. Jeder der Gefangenen muss damit fertigwerden, dass sich die Welt verändert hat, während er hinter Gittern saß. Der Film ist ein Abgesang auf eine repressive Türkei, der heute (wieder) so gültig ist wie damals. Ein besonderer Dank geht an Donat Keusch, den Produzenten, der dem Filmforum die neu restaurierte Fassung zur Verfügung gestellt hat.

Der Eintritt kostet 7 Euro. Inhaber des Frankfurt Passes zahlen 3,50 Euro. Karten können unter Telefon 069/212-45714 reserviert werden.

Weitere Informationen und Trailer der Filme finden sich unter http://www.filmforum-höchst.de im Internet. Das komplette Programm ist als PDF zum Download angehängt.