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11.10.2018

Oberbürgermeister Feldmann: ‚Nordweststadt ist Trabantenstadt, aber keine Betonwüste‘

Szene aus dem Film 'Raumstadt Nordweststadt. Von der Vision zur Wirklichkeit' von Hagen Gottschalck und Enno Echt, Deutschland 2018, © hagenfilm gmbh
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(ffm) Gut 50 Jahre ist die Nordweststadt alt - und kann als Beispiel für identifikationsstiftende Stadtteile dienen. So sagte es Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der Premiere des Films „Raumstadt Nordweststadt“ am Mittwochabend, 10. Oktober, im Nordwestzentrum. Das Stadtviertel habe eine beispielhafte städtebauliche Qualität. Dieser spürt auch der Film der Regisseure Hagen Gottschalck und Enno Echt nach.

Der Film geht in Gesprächen mit den damaligen Stadtplanern, den Bewohnern und den heute Verantwortlichen der Frage nach, was es für die Menschen im Alltag bedeutet, in der Gestalt gewordenen Idee eines idealen Stadtteiles zu leben. Die Dokumentation zeigt nach Feldmanns Worten, was passiert, „wenn Planer nicht ‚nur‘ Viertel planen wollen, sondern planen wollen, wie Menschen über ihr Viertel zu denken haben. Es zeigt sich: Gedanken und Gefühle lassen sich nicht planen!“ Die Nordweststadt verfüge über eine hohe soziale Stabilität und Identifikation der Einwohner mit ihrem Stadtteil. Auch hiervon erzählt der Film. Für diesen Befund machen Experten unter anderem das städtebauliche Konzept verantwortlich.

Die von 1961 bis 1972 von den Architekten Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann gebaute Nordweststadt nimmt unter den großen Wohnsiedlungen einen besonderen Rang ein. Hinter ihr steht die Idee der „Raumstadt“: Viel Grün und eine eher lockere Bebauung. Die Häuser - Zeilenbauten, Hochhäuser und Reihenhäuser - stehen meist im rechten Winkel zueinander und bilden Gruppen. Aus der Luft erinnert das Ensemble daher an eine Anordnung von Tupfen. Die Bewohner Frankfurts assoziieren die Siedlung oft mit dem Nordwestzentrum, welches in diesem Jahr ebenfalls seinen 50. Geburtstag feiert.

„Ja, die Nordweststadt ist ein Trabant, sie ist aber keine Betonwüste. Sie hat eine gute Verbindung in die Innenstadt und sie hat ein funktionierendes und sich stets neu erfindendes Einkaufszentrum“, so Feldmann. Der Begriff „Trabantenstadt“ beschreibt in der Fachsprache wertneutral Vororte einer größeren Stadt, die als Wohngebiete dienen und über eine Infrastruktur des täglichen Bedarfs verfügen, wozu etwa Ladengschäfte, Arztpraxen und Schulen zählen. Dies alles findet man auch in der Nordweststadt wieder - und so kommt es in diesen Tagen gleich zu vielen Jubiläen. Auch die im Stadtteil gelegene Ernst-Reuter-Schule wird 50 Jahre alt. Für Oberbürgermeister Feldmann verknüpfen sich mit dieser Schule auch persönliche Erinnerungen: 1979 machte er dort sein Abitur.