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08.10.2018

Ehemalige Breuerwerke werden neuer Standort für Betriebshöfe

Maschinen- und Armaturenfabrik vorm. H. Breuer und Co. in Höchst, jetzt Porzellanmanufaktur © Stadt Frankfurt am Main, PIA
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Start der Bauarbeiten für Betriebshöfe der FES, des Grünflächenamtes und des Amts für Straßenbau und Erschließung in Frankfurt Höchst

(ffm) Mit Herbstbeginn startet die KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH mit der Herrichtung des Geländes der ehemaligen Breuerwerke. Das Areal an der Palleskestraße wird der neue Standort der Betriebshöfe der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE) sowie des Grünflächenamtes (GFA) der Stadt Frankfurt. Nach Abschluss der derzeit laufenden Bodensanierung auf dem historischen Gelände sollen gegen Ende Oktober 2018 die ersten Hochbauarbeiten beginnen.

„Mit dem Baustart kommen wir auch einen Schritt weiter, zusätzlichen Wohnungsbau im Frankfurter Westen zu betreiben“, sagt Planungsdezernent Mike Josef. „Denn erst durch die Verlagerung der Betriebshöfe auf das Areal der ehemaligen Breuerwerke kann auf den bisher hierfür genutzten Flächen dringend benötigter Wohnungsbau geschaffen werden – und das, ohne dass bislang unversiegelte Flächen in Anspruch genommen werden müssen.“

Historische Werkhalle integriert

Das Gesamtareal für alle drei Einrichtungen umfasst eine Fläche von rund 17.000 Quadratmetern. Vorgesehen ist eine Bebauung in zwei Bauabschnitten, beginnend mit der Erstellung der Betriebshöfe für die städtischen Ämter auf dem westlich gelegenen Teilgrundstück. Das östlich angrenzende Gelände bildet den zukünftigen Betriebshof der FES. Neu entstehen werden dort notwendige Einrichtungen der Stadtreinigung und Entsorgungslogistik, wie zum Beispiel der neue Wertstoffhof West. Teil der Planungen für diesen Bereich ist auch die Einbindung der dort befindlichen historischen Werkshalle „Formenwerk“.

„Es freut mich besonders, dass wir dieses Zeugnis einer wichtigen Epoche der Höchster Stadtgeschichte erhalten und ihm eine sinnvolle Zukunft geben können“, sagt Klaus-Peter Kemper, Prokurist der BSMF und Vertreter des Bauherren KEG. Saniert und bedarfsgerecht umgebaut werden, in dem gründerzeitlichen Industriegebäude Büro- und Verwaltungs- sowie Lagerräume der FES ihren Platz finden. Außerdem ist geplant, im ehemaligen „Formenwerk“ eine Kantine unterzubringen, die auch von der Öffentlichkeit genutzt werden kann.

Erster Bauabschnitt ab Oktober

Auf den westlich gelegenen Teilgrundstücken mit einer Gesamtfläche von rund 6290 Quadratmetern werden die Betriebshöfe des ASE und des Grünflächenamts entstehen. Die Ämter erhalten zwei- beziehungsweise dreigeschossige Neubauten in Passivhausweise mit Verwaltungs- und Büro- sowie Sozial- und Werkstatträumen.

„Seit der Neustrukturierung der Baubezirke im Jahr 2001 haben sich die Anforderungen an die Mitarbeitenden erheblich verändert. Zentrale Aufgaben für die gesamte Stadt – wie zum Beispiel das Schilderlager und alle Großveranstaltungen – werden seitdem vom Baubezirk West übernommen. Mit dem Neubau in zentraler Lage für den Frankfurter Westen sind wir nun auf die zunehmenden Herausforderungen besser vorbereitet“, erklärt der für das ASE zuständige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling. Mit den barrierefrei eingerichteten und modernen Arbeitsplätzen unterstreiche die Stadt Frankfurt am Main zudem ihren Anspruch, ein attraktiver und zeitgemäßer Arbeitgeber zu sein, so Oesterling.

Die Anordnung der baulich zusammenhängenden Gebäude bildet jeweils eine Hofsituation, durch welche ein größtmöglicher Teil der Grundstücke als kompakte Lager- und Rangierfläche erhalten bleibt. Für Nutzfahrzeuge, Pkw und Fahrräder ist so genügend Platz vorhanden. Die Bauarbeiten für beide Gebäude sollen nach Abschluss der Bodensanierung gegen Ende 2018 beginnen und werden voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Verkehrliche „Rund-um“-Erschließung

Bereits angelegt und in den kommenden Monaten als Baustraße genutzt ist die neu eingerichtete westliche Erschließung der Betriebshöfe der städtischen Ämter direkt von der Kurmainzer Straße. Diese im Rahmen der Entwicklung des Areals gefundene Lösung erlaubt einen eigenen Zugang und damit die verkehrliche Entlastung der Palleskestraße.

„Insgesamt ist es ein sehr komplexes Vorhaben mit einem hohen Abstimmungsbedarf und einer Vielzahl zu beachtender Regelungen, Anforderungen und Akteure“, erläutert Gisela Weil, Architektin und Projektleiterin des Planungsbüros BSMF. Sie ist seit 2012 mit dem Vorhaben beschäftigt. Voraussichtlich Ende 2020 können das ASE und das Grünflächenamt in den Neubau einziehen. Im Jahr darauf, so die Planung, wird der Betriebshof der FES folgen.

Daten

Flächen:
Grundstücksfläche gesamt circa 17.145 Quadratmeter (für alle Einrichtungen)
FES circa 10.553 Quadratmeter
ASE circa 4.460 Quadratmeter
GFA circa 1.830 Quadratmeter
Rund 302 Quadratmeter Fläche KEG für Erschließung West (zur Kurmainzer Straße)

Planungsrechtliche Grundlage: Mischgebiet

Planungshistorie Entwicklung der ehemaligen Breuerwerke:

2010: Erwerb des Geländes der ehemaligen Breuerwerke durch die Stadt Frankfurt am Main und die KEG mit Übernahme der Mieter (Zentrale eines Getränkegroßhandels, Höchster Porzellanmanufaktur), Neuordnung der Grundstücke und teilweiser Abriss bestehender Werkhallen, Verlagerung des Getränkegroßhandels innerhalb des Areals,

2012: erste Grundkonzeption für eine Neuordnung der Betriebshöfe FES/ASE/GFA, Herausarbeitung der Planungsanforderungen für die einzelnen Einheiten, Suche nach einem neuen Grundstück für den Getränkegroßhandel

2013: Übergabe der westlichen Teilfläche als baureifes Grundstück für die IGS West

2015: Inbetriebnahme der IGS West

2017: Stellung des Bauantrages für den Neubau FES, GFA und ASE inkl.
Bundesimmissionsschutzrechtlicher Genehmigung und Bodensanierungsplan

2018: Beginn der Bodensanierung (ab 9/18), Geplanter Baubeginn 1. BA Neubau der Betriebshöfe ASE/GFA (ab circa 10/18)

2019: Voraussichtlicher Baubeginn 2. BA/FES

circa 2020: voraussichtliche Inbetriebnahme ASE/GFA

circa 2021: voraussichtliche Inbetriebnahme FES

Städtebaulicher Zusammenhang

Die Verlagerung der Betriebshöfe auf das Areal der ehemaligen Breuerwerke ermöglicht die notwendige räumliche Vergrößerung der Nutzungsflächen für die jeweiligen Einrichtungen und eine moderne Ausstattung mit Werks- und Funktionsgebäuden, Sozial- und Büroräumen.

Arbeitsplätze und Dienstleistungsstandorte bleiben zudem innenstadtnah erhalten und sind gut erreichbar. Durch die Verlagerung der Betriebshöfe vom bisherigen Standort an der Breuerwiesenstraße/Palleskestraße werden dort selbst Flächen frei. So führt die städtebauliche Neuordnung mit der Konzentration des Gewerbes in Nähe der Bahngleise zu einer sinnvollen Verwendung untergenutzter Gewerbeflächen zu Gunsten von Flächen mit Potential für eine höherwertige Nutzung.