Logo FRANKFURT.de

09.12.2016

Eine ‚Perle‘ des 50er-Jahre Siedlungsbaus

Oberbürgermeister Peter Feldmann auf vorweihnachtlichem Quartiersbesuch in der Fritz-Kissel-Siedlung

(kus) Wer durch die Fritz-Kissel-Siedlung an der Mörfelder Landstraße geht, mag kaum glauben, dass er mitten in der Großstadt ist. „Das hat schon was von einem Park mit den vielen Grünflächen und Bäumen zwischen den Häusern“, äußerte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann bei seinem Quartiersbesuch am 8. Dezember.

Insgesamt 2.400 Wohnungen wurden Anfang der 1950er Jahre von der Nassauischen Heimstätte gebaut, rund 1.000 hat sie im eigenen Bestand behalten. „Sie kosten heute im Schnitt knapp über sieben Euro pro Quadratmeter und sind damit auf dem angespannten Frankfurter Wohnungsmarkt sehr begehrt“, berichtet Holger Lack. Er ist der zuständige Regionalcenterleiter der Nassauischen Heimstätte für Frankfurt, der insgesamt rund 16.000 Wohnungen in Frankfurt gehört. Die großzügigen Freiflächen waren schon damals ein markantes Merkmal der Fritz-Kissel-Siedlung. Auf 60.000 Quadratmetern Grünfläche verteilen sich 80 Häuser, überwiegend in der damals typischen Zeilenbebauung. Fünf Punkthäuser und 25 Reiheneigenheime haben die Stadtplaner als architektonische Landmarken in die Siedlung gesetzt.

Namensgeber der Siedlung war der damalige Präsident der Landesversicherungsanstalt Fritz Kissel, der sich als Aufsichtsratsmitglied der Nassauischen Heimstätte für den Bau stark gemacht hatte. „Fritz Kissel hat schon damals Weitblick bewiesen. Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen hat auch etwas mit bezahlbaren Mieten und einem lebenswerten Umfeld zu tun“, gibt sich der Oberbürgermeister überzeugt. „Diesen Weitblick würde ich mir auch heute wieder viel mehr in unserer Stadt wünschen“, so Feldmann.

Für die Pflege und Instandhaltung der Grünanlagen hat die Nassauische Heimstätte in den vergangenen Jahren und 190.000 Euro investiert. Ein Großteil der jährlichen Ausgaben geht in die Instandhaltung, Ertüchtigung und Bereitstellung der vielen Mülltonnensammelplätze. Wo sich Bedarf zeigt, legt das Wohnungsunternehmen neue Sammelstellen an und zäunt die vorhandenen nach und nach ein. „Die illegale Müllentsorgung Außenstehender hier in der Siedlung, die damit die Gegend verdrecken, ist ein großes Ärgernis. Wir sind aber aktiv hinterher, um das in den Griff zu kriegen“, erzählt Lack. Seit kurzem installiert das Wohnungsunternehmen auch Hundekotbeutelspender, damit die Siedlung sauber bleibt.

„Das Wohnumfeld ist sicherlich ein Grund, warum wir in der Fritz-Kissel-Siedlung so langjährige Mietverhältnisse und kaum Fluktuation haben“, bestätigt Wolfgang Koberg, der vor Ort zuständige Servicecenterleiter. Er berichtet, dass die Nassauische Heimstätte zwischen 1999 und 2004 auch einen Großteil der Gebäude und Wohnungen grundlegend saniert hat. Über 33 Millionen Euro seien damals in neue Wasser- und Heizungsinstallationen, Bad- und Küchensanierungen, Wärmedämmung an den Fassaden und den Bau einer Heizzentrale für Fernwärme geflossen. „Das aufwändigste Projekt war sicherlich der nachträgliche Anbau von Fahrstühlen an die fünf Punkthäuser. Damit haben wir auf einen Schlag 120 Wohnungen barrierefrei zugänglich und für eine ältere Mieterschaft hoch attraktiv gemacht“, versichert Koberg.

Eine Quartiersergänzung, auf die das Unternehmen besonders stolz ist, realisierte die Nassauische Heimstätte zwischen 2002 und 2004 für das Forum Lebenshilfe. Direkt an der Mörfelder Landstraße entstand für knapp 1,2 Millionen Euro ein Beratungs- und Therapiezentrum für Menschen mit Behinderung in einer noch heute modernen Architektur und Holzbauweise.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt mit Sitz in Frankfurt am Main und Kassel bietet seit über 90 Jahren umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Wohnen, Bauen und Entwickeln. Sie beschäftigt rund 700 Mitarbeiter. Mit mehr als 60.000 Mietwohnungen in 140 Städten und Gemeinden gehört sie zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen. Der Wohnungsbestand wird aktuell von rund 260 Mitarbeitern in vier Regional-, untergliedert in 13 Servicecentern, betreut. Das Regionalcenter Frankfurt bewirtschaftet rund 19.800 Wohnungen, darunter 16.000 direkt in Frankfurt. Unter der Marke „NH ProjektStadt“ werden Kompetenzfelder gebündelt, um nachhaltige Stadt- und Projektentwicklungsaufgaben durchzuführen.