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25.01.2016

Verstärkte Bejagung der Wildschweine im Frankfurter Stadtwald

Wildschwein, © Grünflächenamt, Stadt Frankfurt am Main
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(pia) In diesem Jahr ist die Wildschweinpopulation im Frankfurter Stadtwald wieder deutlich angestiegen. Durch die milden Witterungsbedingungen des vergangenen Jahres hat sich die natürliche Sterberate bei den Jungtieren verringert und Eichelmasten bieten ein ausreichendes Nahrungsangebot. Dies trifft nicht nur für den Frankfurter Stadtwald zu, sondern ist bundesweit zu beobachten.

Um dem stetigen Anwachsen der Wildschweinpopulation entgegenzuwirken und das Eindringen in die Stadtbereiche möglichst zu vermeiden, hat das Grünflächenamt mit einer Intensivierung der Bejagung reagiert. Seit Februar letzten Jahres wurden bislang insgesamt 316 Wildschweine im Stadtwald erlegt. Doppelt so viel wie in „Normaljahren“. Weitere Jagden sind bis Ende der Jagdsaison am 31. Januar geplant. Jungtiere dürfen laut Jagdgesetz ganzjährig bejagt werden.

In Kooperation mit von der Unteren Jagdbehörde zugelassenen Jägern wird auch der innerstädtische Bereich regelmäßig kontrolliert und bejagt.

Vor allem in den stadtnahen Bereichen kann es zu einem erhöhten Vorkommen von Wildschweinen kommen. In den Wohnsiedlungen finden die Tiere ein zusätzliches Nahrungsangebot in Gärten und Mülltonnen. Stadtbewohner, die aus falschem Ordnungssinn heraus ihre Gartenabfälle, Kompost, altes Obst und Gemüse im Wald und dessen Umgebung ablagern, füttern die Tiere unbewusst. Auch die Zerschneidung und Einengung des Lebensraums durch öffentliche Verkehrstrassen verstärkt das vermehrte Eindringen dieser sehr anpassungsfähigen Wildart in die Städte.

Um die Erreichbarkeit weggeworfener Essensreste für die Wildschweine einzuschränken, wurde durch das Grünflächenamt die Aufstellung stabilerer und wildschweinsicherer Abfallbehälter an verschiedenen Plätzen in den Grünanlagen in Goldstein veranlasst.

Auch der Wildfütterung durch am Waldrand wohnende Menschen kommt zusätzliche Bedeutung zu. Durch die Futtergaben werden die lernfähigen Wildschweine in das Wohngebiet gelockt. Gefährliche Situationen im Straßenverkehr oder bei plötzlichen Begegnungen sind die Folge. Deshalb bittet das Grünflächenamt die Bevölkerung dringend darum, diese Fütterungen zu unterlassen. Das Nahrungsangebot für die Tiere ist auch bei längeren Kälteperioden im Wald ausreichend. In den betroffenen waldnahen Wohngebieten werden Flyer eingeworfen, die aufklärend auf richtiges Verhalten hinweisen.

Die Frankfurter Bevölkerung kann Unterstützung leisten. Sehr wichtig ist dabei, die Entsorgung von Küchen- und Gartenabfällen im Wald, sowie die gezielte Fütterung zu unterlassen, um die Tiere nicht aktiv in die Siedlungsbereiche zu locken. Bei Problemen mit Wildtieren im innerstädtischen Bereich kann die Untere Jagdbehörde im Ordnungsamt der Stadt Frankfurt kontaktiert werden. Auch die Abteilung StadtForst des Grünflächenamtes erteilt gerne Auskunft unter Telefon 069/21233820.