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19.01.2016

Thomas de Maizière, Peter Feldmann und Felix Semmelroth besuchen gemeinsam EZB-Gedenkstätte

(pia) „Es ist eine wichtige Geste des Bundesinnenministers Thomas de Maizière, seinen Besuch in Frankfurt mit einem Rundgang in der erst kürzlich eingeweihten Gedenkstätte zu verbinden. Die Deportationen der Frankfurter Juden bildete das Ende einer 800-jährigen, fast kontinuierlichen Geschichte jüdischen Lebens in Frankfurt. Es gibt keine Stadt in Deutschland, die so nachhaltig und positiv durch ihre jüdische Gemeinde geprägt wurde“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann beim gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte an der EZB am 19. Januar.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (M) besucht mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (2.v.r.), dem Kulturdezernenten Felix Semmelroth (r) und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi (l), die Gedenkstätte der Juden-Deportationen an der EZB, 19. Januar 2016, © Foto: Thorsten Jansen, EZB
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Peter Feldmann erinnerte daran, „dass auch heute noch jüdische Einrichtungen unter Polizeischutz stehen müssen, dass auch heute noch rechtsradikale, antisemitische Hetze stattfindet, dass auch heute noch Menschen jüdischer Konfession Angst haben müssen. Dies alles 70 Jahre nach Ende der Nazidiktatur. Mich freut es darum sehr, es ist ein wichtiges Zeichen, dass der Staat unmissverständlich klar macht: Antisemitismus und Rassismus sind keine legitimen Meinungsäußerungen, sondern sie sind Verbrechen!“

Kulturdezernent Felix Semmelroth betont: „Die Gedenkstätte an der ehemaligen Großmarkthalle ist ein markanter Erinnerungsort in Frankfurt. Der authentische Ort, von dem aus mehr als 10.000 jüdische Bürger Frankfurts in den Jahren von 1941 bis 1945 in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden, ist eine Stätte der Mahnung für Freiheit, Toleranz und Pluralismus. Es ist eine immerwährende Verpflichtung, an die Ausgrenzung und Ermordung der jüdischen Bürger Frankfurts zu erinnern. Die Erinnerung an die Menschheitsverbrechen während der nationalsozialistischen Diktatur soll das Bewusstsein für ein Zusammenleben verschiedener Gruppen schaffen, in dem Fremdenhass und Ausgrenzung keinen Platz haben.“