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17.12.2015

Zwei stadthistorische Forschungsprojekte ausgezeichnet

Sonja Breustedt, Juristin und Trägerin des Johann Philipp von Bethmann-Studienpreises 2015, © Sonja Breustedt
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Johann Philipp von Bethmann-Studienpreis geht an Sonja Breustedt

(pia) Den diesjährigen Johann Philipp von Bethmann-Studienpreis erkannte die Frankfurter Historische Kommission der Juristin Sonja Breustedt für ihr Dissertationsvorhaben „Pareres der ‚löblichen Kaufmannschaft‘ zu Frankfurt am Main – Handelsrechtliche Konfliktlösung im 18. Jahrhundert“ zu. Felix Semmelroth, als Kulturdezernent Vertreter des Magistrats in der Kommission, überreichte den 1984 gestifteten Preis zur Erforschung der Frankfurter Stadtgeschichte bei einer kleinen Feierstunde am 16. Dezember im Institut für Stadtgeschichte. Die Gattin des Stifters, Bettina Freifrau von Bethmann, die den Preis seit dessen Tod finanziert, gehörte zu den Gästen der 28. Preisverleihung.

Die erste Preisträgerin – Sonja Breustedt – will erstmals die Frankfurter Pareres, wirtschaftsrechtliche Gutachten, als Quellengattung sowie in ihrer Funktion systematisch analysieren. Damit wendet sie sich einem Thema mit zentraler Bedeutung für die Frankfurter Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts zu. Der Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, dient der Förderung von umfangreichen und längerfristigen, aber noch nicht abgeschlossenen Forschungsarbeiten. Die Dissertation wird eine Lücke in der Frankfurter Stadtgeschichtsschreibung schließen, war sich die diesjährige Jury der Historischen Kommission, der Marie-Luise Recker, Stadtrat Bernd Heidenreich, Freifrau Bettina von Bethmann und Evelyn Brockhoff angehörten, sicher. Damit sind von der 2010 begonnenen Arbeit, die der Frankfurter Rechtshistoriker Albrecht Cordes betreut, neue Erkenntnisse zum Zusammenspiel staatlicher und privater Entscheidungsinstanzen bei Konflikten des Handels und der Wirtschaft im 18. Jahrhundert zu erwarten. Der Arbeitsplan der Juristin sieht die Fertigstellung des Manuskriptes im Sommer 2017 vor.

Mit einem erstmals vergebenen Sonderpreis, dotiert mit 2.500 Euro, wurde in diesem Jahr zusätzlich die bereits von der Ludwigs-Maximilians-Universität München angenommene Dissertation von Theresa Victoria Leonhardt „Aus der Krise geboren - Theaterfördervereine und ihre Protagonisten in Frankfurt am Main seit 1924“ ausgezeichnet. Sie untersuchte in ihrer noch nicht veröffentlichten Studie die Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements für Theater und Oper im städtischen Quer- und zeitlichen Längsschnitt von 90 Jahren und akzentuierte unter anderem dabei die Unterstützung durch jüdische Mäzene sowie den Wiederaufbau der Frankfurter Theatergebäude.

Die Vergabe des Sonderpreises verweist auf eine künftige Neuausrichtung des Preises, dessen Einschränkung auf „noch nicht abgeschlossene Studienarbeiten“ aufgegeben werden soll, wobei die inhaltliche Fokussierung auf die Frankfurter Stadtgeschichte bestehen bleiben wird.