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07.12.2015

'Bärenkult und Schamanenzauber - Rituale früher Jäger'

Sonderausstellung im Archäologischen Museum

(pia) Die neue Sonderausstellung „Bärenkult und Schamanenzauber. Rituale früher Jäger“ entführt die Besucher in die Weiten des zirkumpolaren Raums zu den Kulturen indigener Jägervölker im Norden Skandinaviens und Sibiriens. Sie ist bis zum 28. März 2016 zu sehen.

Logo der Sonderausstellung 'Bärenkult und Schamanenzauber' im Archäologischen Museum, © Archäologisches Museum Frankfurt
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Die kultische Verehrung von Jagdtieren

Warum hat man Bären feierlich bestattet? Und in welchen Zauberwelten weilten Schamanen bei ihren Seelenreisen? Bärenzeremoniell, Hirschtanz sowie Ren- und Elchkult waren religiös-schamanische Rituale zahlreicher indigener Jägervölker im Norden Skandinaviens und Sibiriens während des letzten Jahrtausends. In diesen archaischen Vorstellungswelten werden Züge einer menschlichen „Urreligion“ sichtbar, deren Wurzeln in den Jäger-Fischer-Sammler-Kulturen der Vorzeit liegen. Neben der weiten Verbreitung dieser Kulte über die gesamte zirkumpolare Zone erstaunt vor allem ihr unergründliches Alter: Die Verehrung von Bären und Geweihträgern, verbunden mit schamanischen Ritualen, ist schon für die Altsteinzeit vor etwa 40.000 Jahren belegt.

Die neue Sonderausstellung

Erstmals weltweit wird dieses Thema in der Frankfurter Ausstellung beleuchtet. Einmalige archäologische Funde und faszinierende ethnologische Objekte verbinden sich dabei mit originalgetreuen Inszenierungen und aufschlussreichen Bildzeugnissen.
Der Ausstellungsbesuch wird zu einer Expedition in die religiöse Welt der menschlichen Frühzeit.

Spuren eines Bärenkults finden sich bereits in zahlreichen Höhlen der Altsteinzeit. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein gehörte ein komplexes Bärenjagd- und Tötungszeremoniell zur Kultur der Jägervölker des zirkumpolaren Raums. Im Zentrum stand das große Bärenfest, das mit der feierlichen Beisetzung der Bärenknochen endete – so konnte der Herr des Waldes und Ahn des Menschen eines Tages wieder auferstehen. Dieses Ritual wird in der Ausstellung mit reichen archäologischen und ethnographischen Zeugnissen illustriert. Highlights sind skandinavische Bärengräber aus Schweden und Norwegen.

Die Schamanen Sibiriens waren Mittler zwischen dem Diesseits und den jenseitigen Anderwelten. In Trance und Ekstase konnten sie, unterstützt von Hilfsgeistern, auf Seelenreise ins Jenseits gehen. In der Ausstellung werden eine komplette Schamanentracht und Ausstattung, zahlreiche Kultfiguren sowie eine der selten erhaltenen Schamanentrommeln präsentiert.

Auch der kultischen Verehrung großer Geweihträger, Hirsch, Ren und Elch, die Symbol einer zyklisch wiederkehrenden Fruchtbarkeit waren, spürt die Schau mit hochkarätigen, erstmals außerhalb Skandinaviens gezeigten Ausstellungsobjekten nach. Maskentänze, allegorische Vereinigungen mit den mächtigen Tieren, lassen sich seit der Altsteinzeit bis in die zirkumpolaren Kulte des 19. Jahrhunderts nachweisen.

Das Begleitprogramm

An zwei festen Terminen pro Woche – sonntags um 14 Uhr und mittwochs um 18 Uhr – können die Besucher ohne vorherige Anmeldung an öffentlichen Führungen durch die Sonderausstellung teilnehmen.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der für 14,95 Euro an der Museumskasse erhältlich ist. Bestellungen sind außerdem über den Verlag möglich.

Besucher sind zu vier Vorträgen eingeladen, die verschiedene Themen der faszinierenden Welt des Schamanismus vertiefen. Der Eintritt ist frei.

Besonderes Glanzlicht im Rahmenprogramm sind das JOIK-Konzert am das ethno-poetische Erzähl-Spiel »Beim Alten in den Wäldern« am 13. Februar 2016 um 19 Uhr für Jugendliche und Erwachsene. Ein spezielles Führungsangebot richtet sich auch an Schulen, Kindertagesstätten und Jugendhäuser.

Für Familien mit Kindern wird ein umfangreiches Programm mit einer musikalischen Märchenreise zu fernen Völkern, spannenden Taschenlampenführungen oder einer Lesung angeboten. Kinder können außerdem mit dem Rätselheft »Bärenkult und Schamanenzauber. Das bärenstarke Rätselheft« auf Expedition zum Polarkreis gehen und die geheimnisvolle Welt der Schamanen entdecken.

Weitere Informationen dazu auf http://www.archaeologisches-museum.frankfurt.de oder im beigefügten PDF-Download.