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04.12.2015

‚Ein riesiger Schritt zur Realisierung des Kulturcampus Frankfurt‘

Städtebaulicher Vertrag und Satzungsbeschluss für B-Plan unterzeichnet

(pia) Bürgermeister Olaf Cunitz hat am 4. Dezember die Magistratsvorlage zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplans Nr. 569 „Bockenheimer Warte/Senckenberganlage“ unterschrieben und in den Geschäftsgang der städtischen Gremien gegeben. Dem ging die Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags zum Kulturcampus zwischen der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen und der ABG Frankfurt Holding voraus. „Damit kommen wir der Realisierung des Kulturcampus Frankfurt einen riesigen Schritt näher“, sagt Cunitz. „Der Bebauungsplan kann damit nach Beschluss von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich Anfang 2016 in Kraft treten.“

Die Schaffung von neuem Planungsrecht ermöglicht die Entwicklung des rund 17 Hektar großen alten Universitätsareals zu einem vielseitigen, urbanen Stadtquartier, das die Stadtteile Bockenheim und Westend verbindet. Der Bebauungsplan orientiert sich dabei an den Ergebnissen der Planungswerkstätten, die in den Jahren 2011 und 2012 unter engagierter Mitwirkung zahlreicher Interessierter stattgefunden haben, und baut auf dem dort erarbeiteten Konsensplan auf.

Auf dem Kulturcampus sollen rund 1.200 Wohnungen, Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Wohnheimplätze für Studierende, gemeinschaftliche Wohnprojekte und mehrere Kinderbetreuungseinrichtungen entstehen. Das Herzstück werden die kulturellen Einrichtungen sein: Dazu gehören neben dem erweiterten Senckenbergmuseum und der Schauspielstätte im Bockenheimer Depot vor allem der Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMdK) in Synergie mit ergänzenden städtischen Kultureinrichtungen. Für den Hochschulbau hat das Land Hessen bereits 100 Millionen Euro zugesagt. In den weiteren Planungsprozessen wird hierfür der Standort des heutigen Juridicums geprüft. Der Bebauungsplan bringt dafür die notwendige Flexibilität mit. Auch das Studierendenhaus soll für kulturelle Nutzungen, Kinderbetreuung und studentisches Wohnen erhalten bleiben.

Bürgermeister Olaf Cunitz, © Stadt Frankfurt am Main
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„Der Kulturcampus wird seinem Namen gerecht werden und die Kultur wird im Mittelpunkt stehen“, sagt Bürgermeister Cunitz. „Um die Kultureinrichtungen herum wird ein einmaliges Stadtquartier mit hohem Wohnanteil entstehen. Großzügige öffentliche Grün- und Freiflächen werden das Quartier prägen und es mit den umliegenden Stadtteilen verbinden“, beschreibt Cunitz dieses städtebauliche Zukunftsprojekt. Aktuell wird im Rahmen eines Wettbewerbs für den ehemaligen Standort des AfE-Turms der Entwurf für zwei neue Hochhäuser und eine Kindertagesstätte geplant. Hier entstehen ein Hotel- und Wohnturm mit 140 Metern Höhe und ein 100-Meter-Bürohochhaus. Ideen zur Freiraumgestaltung sollen 2016 im Rahmen eines Wettbewerbs für die Gestaltung des öffentlichen Raums ermittelt werden, bei dem es eine weitere Beteiligung der Bürgerschaft geben wird.

In dem städtebaulichen Vertrag wird insbesondere geregelt, wer für welche sozialen Infrastruktureinrichtungen aufzukommen hat. Es wird vorgegeben, dass auf dem Gesamtareal 30 Prozent an gefördertem Wohnraum entstehen, je zur Hälfte im 1. Förderweg und im städtischen Mittelstandsprogramm. Außerdem werden Wohnheimplätze für Studierende und Kinderbetreuungsplätze, die Finanzierung von Grundschulplätzen und Wettbewerbe für die einzelnen Hochbauten und die Freiraumgestaltung vorgeschrieben.