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06.11.2015

Betreuungsquote für Grundschulkinder steigt

Bildungsdezernentin Sorge erfreut über Anstieg auf über 60 Prozent

(pia) Die Betreuungsquote für Grundschulkinder liegt laut des neuen Kindertagesstättenentwicklungsplans (KEP) inzwischen bei über 60 Prozent. Mit dieser Quote liegt Frankfurt an der Spitze der hessischen Schulträger. Bislang gibt es zwar noch keinen individuellen Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze für Grundschulkinder, dennoch investiert die Stadt Frankfurt auch hier intensiv in den Ausbau.

Bildungsdezernentin Sarah Sorge: „Unser gutes Betreuungsplatzangebot bei den Unter-Sechsjährigen bringt unsere Eltern bei der Einschulung noch viel zu oft in Nöte, wenn sie keine Ganztagsbetreuung für ihre Schulkinder finden. Aus diesem Grund bauen wir auch in diesem Bereich massiv aus. Unser Ziel ist hier zum einen, den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Im Vordergrund aber steht für uns die Erhöhung der Bildungschancen durch gute Förderangebote für die Kinder.“

Spielendes Kind mit Seifenblasen, © Stadt Frankfurt am Main
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Mit der Teilnahme der Stadt Frankfurt am Pilotprojekt „Pakt für den Nachmittag“ ist der Bildungsdezernentin in Kooperation mit dem Land ein Coup gelungen. Innerhalb kürzester Zeit hat die Stadt 1000 neue Betreuungsplätze für Grundschulkinder schaffen können. Mit dem Pakt wird allen Kindern einer Schule, deren Eltern dies wünschen, ein verlässliches und verzahntes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 Uhr bis 17 Uhr angeboten. In Frankfurt sind zum Schuljahr 2015/2016 zehn Grundschulen in den „Pakt für den Nachmittag“ gestartet. Im kommenden Schuljahr sollen weitere Schulen in das Pilotprojekt aufgenommen werden, sodass zügig immer mehr Betreuungsplätze für Grundschulkinder entstehen. Die Finanzierung der Bildungs- und Betreuungsangebote wird mit dem „Pakt für den Nachmittag“ zwischen Land und Kommune nun ausgeglichener gestaltet. „Mit den dadurch freiwerdenden kommunalen Mitteln werden wir den Ausbau weiterer Betreuungsplätze finanzieren“, so die Bildungsdezernentin.

Der Pakt ergänzt perfekt die kommunalen Bausteine der Ganztagsschulentwicklung, wie die „Erweiterte Schulische Betreuung“ (ESB). Über dieses kommunal finanzierte Ausbauprogramm werden jährlich rund 600 zusätzliche Betreuungsplätze für Grundschulkinder am Standort Schule geschaffen. Die Stadt Frankfurt hat die Anzahl der Plätze in der „Erweiterten Schulischen Betreuung“ im Schuljahr 2015/2016 auf 4520 Betreuungsplätze ausbauen können.

Allein an der Franckeschule in Bockenheim konnten so kurzfristig 10 Prozent mehr Plätze geschaffen und der Versorgungsgrad von 54 Prozent auf 64 Prozent angehoben werden. An 64 Schulen in öffentlicher Trägerschaft werden Erweiterte Schulische Betreuungen angeboten, die neben Bildungs- und Betreuungsangeboten auch Sport- und Spielmöglichkeiten bereithalten.

Neben diesen beiden genannten Programmen gibt es eine Vielzahl weiterer Angebote zur ganztägigen Betreuung von Grundschulkindern in der Stadt, wie das kommunal finanzierte Ganztagsprogramm „Offene Frankfurter Ganztagsschule“ (OFG) und die Schulen, die im Profil 2 und 3 nach der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen arbeiten.

Über diese sogenannten schulbezogenen Angebote werden noch einmal mindestens 1700 weiter Schulkinder ganztägig betreut. Insgesamt werden stadtweit über 60 Prozent der Kinder im Grundschulalter ganztägig betreut. Sarah Sorge: „Das ist ein guter Schnitt, aber ich will mehr. Mit Blick auf die Kinder mit langsamerem Lerntempo oder höherem Förderbedarf und auch im Interesse der Eltern, die täglich ihr Leben zwischen Arbeit und Familie organisieren müssen, bleibt für mich das Ziel klar: Zünftig sollen alle Kinder im Grundschulalter ganztägig betreut werden, sofern ihre Eltern dies wünschen."