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16.10.2015

Zweite Ferienfreizeit ‚mal ganz viel Ich‘ startet

Sarah Sorge, © Foto: Katarina Ivanisevic
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Sarah Sorge begrüßt Ferienfreizeit für Geschwister lebensverkürzend erkrankter oder bereits verstorbener Kinder

(pia) Bereits zum zweiten Mal begibt sich am Samstag, 17. Oktober, eine Gruppe mit Kindern, die einen ganz besonderen Bedarf nach einer Auszeit haben, auf die Reise nach Bayern. Es sind Geschwister lebensverkürzend erkrankter oder bereits verstorbener Kinder.

Diese Ferienfreizeit ist Bestandteil des Projektes „…mal ganz viel Ich“ des Frankfurter Kinderbüros, das dieses Projekt gemeinsam mit der Kinder- und Jugendmedizin der Uni-Klinik Frankfurt sowie dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Hanau initiiert hat.

„Das Projekt bietet betroffenen Geschwisterkindern eine Auszeit von ihrer aktuellen familiären Situation und damit die Möglichkeit, wieder einmal unbeschwert Lachen und Toben zu können, selbst im Mittelpunkt zu stehen - einfach mal wieder ‚Ich‘ zu sein“, sagt Bildungsdezernentin Sarah Sorge.

Wenn in einer Familie ein Kind schwer erkrankt, haben die gewohnten Strukturen mit einem Mal keinen Bestand mehr. Verständlicherweise widmen die Eltern einen großen Teil ihrer Kraft dem erkrankten Kind. Die Geschwister gehen damit unterschiedlich um. Doch allen gemein ist der Wunsch, trotz der schwierigen Familiensituation auch der Heiterkeit, Ablenkung und Unbeschwertheit Platz in ihrem Leben zu geben. Ebenso gehört der Wunsch dazu, kleine Partner zu haben, die ihnen zuhören und mit denen sie sich austauschen und beraten können.

Darum organisiert das Frankfurter Kinderbüro für betroffene Kinder aus der Rhein-Main-Region diese Ferienfreizeiten, in denen die Kinder viele Abenteuer erleben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Dieses Mal gehen 13 Kinder zwischen 9 und 15 Jahren auf eine neuntägige Reise zu einem idyllischen Bauernhof in Niederbayern.

Neben dem klassischen Freizeitprogramm mit Nachtwanderung, Schnitzeljagd und Ausflug zur Sommerrodelbahn, steht in der Ferienfreizeit die Produktion eines Trickfilms im Mittelpunkt der Attraktion. Mit Unterstützung des renommierten Filmemachers Boris Kreuter planen die Kinder ihren Film und setzen ihn auch eigenständig um. „Während der Ferienfreizeit steht nicht – wie im Alltag zu Hause – die Krankheit der Schwester oder des Bruders im Zentrum, sondern hier führen die Geschwisterkinder selbst Regie über den Lauf der Dinge", sagt Bildungsdezernentin Sorge.