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21.05.2015

Stadt Frankfurt am Main verleiht Theodor W. Adorno Preis 2015 an französischen Kunsthistoriker Georges Didi-Huberman

Georges Didi-Huberman, französischer Kunsthistoriker, © Foto: Effigie/Leemage, picture alliance/dpa
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(pia) "Die Stadt Frankfurt am Main verleiht den Theodor W. Adorno Preis 2015 an den französischen Kunsthistoriker Georges Didi-Huberman", das gab Oberbürgermeister Peter Feldmann am Donnerstag, 21. Mai, bekannt.

Die Jury unter dem Vorsitz Feldmanns bescheinigte dem am 13. Juni 1953 in Saint-Étienne, Frankreich geborenen Didi-Huberman, dass sein Werk in exemplarischer Weise den kritischen Ansatz Adornos in die Gegenwart fortschreibt.

Besonders hervorgehoben wurde sein Buch „Bilder trotz allem“. „Um sich zu erinnern, muss man sich ein Bild machen“, schreibt darin Didi-Huberman. Im August 1944 gelang zwei Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz eine Serie fotografischer Aufnahmen der Exekutionen. Während einer der beiden Häftlinge die Wachmänner der SS im Auge behielt, machte ein Mitgefangener vier Aufnahmen, die das Gelände um das Krematorium V zeigen. Georges Didi-Huberman widmet sich in seinem Buch der Paradoxie dieser Bilder.

Georges Didi-Huberman lehrt seit 1990 als Maître de Conférences im Centre d'Histoire et Théorie des Arts an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS). Seine Werke erscheinen in Deutschland beim Wilhelm Fink Verlag.

Zur Erinnerung an den Philosophen und Kunstkritiker Professor Theodor W. Adorno, der zwanzig Jahre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt gelehrt hat, verleiht die Stadt Frankfurt seit 1977 alle drei Jahre zum Geburtstag von Theodor W. Adorno, am 11. September, den Theodor W. Adorno-Preis. Der Preis dient der Förderung und Anerkennung hervorragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film. Der Preis besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die diesjährige Jury bildeten Peter Feldmann, Katharina Hacke, Prof. Dr. Axel Honneth, Prof. Dr. Marianne Leuzinger-Bohleber, Bascha Mika, Sebastian Poppe, Prof. Dr. Andreas Reckwitz, Prof. Dr. Felix Semmelroth, Prof. Dr. Martin Seel und Stephan Siegler.

Die bisherigen Preisträger waren:
1977 der Soziologe und Philosoph Norbert Elias
1980 der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas
1983 der Schriftsteller Günther Anders
1986 der Dirigent und Komponist Michael Gielen
1989 der Literaturwissenschaftler und Soziologe Leo Löwenthal
1992 der Dirigent und Komponist Pierre Boulez
1995 der Filmregisseur Jean-Luc Godard
1998 der Soziologe Zygmunt Baumann
2001 der Philosoph Jacques Derrida
2003 der Komponist György Ligeti
2006 der Philosoph Albrecht Wellmer
2009 der Schriftsteller und Filmemacher Prof. Dr. Alexander Kluge
2012 die Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Butler