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01.02.2015

Frankfurt bekommt ein ‚House of Labour‘

Oberbürgermeister Peter Feldmann (l) steht während der Schecküberreichung bei der Europäischen Akademie der Arbeit (EAdA) neben Prof. Dr. Martin Allespach (r), 29. Januar 2015, © Foto: Bettina Gutmann, EAdA
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Oberbürgermeister Peter Feldmann besucht Europäische Akademie der Arbeit

(pia) „Frankfurt wird als Wirtschaftsmetropole wahrgenommen. Die deutsche Wirtschaft verdankt ihren beständigen Erfolg, wie die letzte Krisenjahre gezeigt haben, zu einem großen Teil der traditionellen Zusammenarbeit von Staat, Gewerkschaften und Unternehmen. Deswegen passt die Europäische Akademie der Arbeit mit ihren Wurzeln in der Arbeiterbewegung und ihren Bildungsorganisationen ebenso zu Frankfurt wie Bankentürme, Chemiepark und Flughafen. Daher freue ich mich, über die Weiterentwicklung der EAdA zum ´House of Labour´, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann anlässlich seines Besuches an der der Akademie in Bockenheim.

Für 2017 ist der Umzug geplant. Auf dem Campus im Westend entsteht ein neues Seminargebäude. „Die räumliche Nähe zur Universität ist uns nach wie vor wichtig. Mit dem Neubau im Westend ist aber auch eine konzeptionelle Neuausrichtung der EAdA verbunden, die wir gegenwärtig unter dem Stichwort `House of Labour` entwickeln. In dieser Phase des Umbruchs freuen uns über die Unterstützung des Oberbürgermeisters. Es tut gut, mit ihm einen starken Partner und guten Freund zu haben“, sagt Prof. Dr. Martin Allespach, Direktor der Akademie im Gespräch mit Peter Feldmann.

Nach wie vor wird es das in Deutschland inzwischen einmalige Studium für Berufserfahrene mit einem elfmonatigen Kurs geben. In diesem Bereich wurde bereits eine Qualitätsverbesserung in Lehre in For-schung erreicht. Ziel ist es am `House of Labour´ ein modulares System wissenschaftlicher Weiterbildung aufzubauen. Zielgruppe sind neben Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten auch Manage-mentvertreter, „schließlich sind Mitbestimmung und Arbeitsbeziehungen auch für sie ein Thema. Wir denken an die Entwicklung von MBA-Studiengängen und Angebote im Bereich der Postgraduierten Qualifikation, etwa die Ausbildung von Anwälten im Arbeitsrecht“, so Allespach über die Perspektive der EAdA.

Oberbürgermeister Peter Feldmann nutzte den Besuch auch, um mit den Studierenden des 79. Jahrgangs ins Gespräch zu kommen. Nach vier Monaten an der EAdA berichten die beiden städtischen Teilnehmerinnen Heike Märtens und Monika Wolpert von ihren Eindrücken und Erfahrungen: „Ich schätze den Kurs als Möglichkeit, mich persönlich weiter zu entwickeln und nehme hier auch sehr viel Grundlagenwissen für meine Arbeit als städtische Personalrätin mit“, erklärte Heike Märtens. „Ich kann hier also viel für die Arbeit und das Leben lernen“, brachte es das Gesamtpersonalratsmitglied und Mit-arbeiterin des Online-Büros im Amt 16 auf den Punkt. Für Monika Wolpert aus dem Stadtschulamt ist es eine sehr positive Erfahrung „wie arbeitsintensiv, ernsthaft und solidarisch alle hier das Studium angehen.“ Als Geschenk hatte Peter Feldmann einen Scheck über 3000 Euro zur Unterstützung einer Studienreise nach Norditalien mitgebracht. Dort werden sich die Studierenden mit den Strategien und Reaktionen auf die jüngste europäische Wirtschafts-, Finanz- und Verschuldungskrise beschäftigen und mit regionalen Vertretern von Parteien, Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wissenschaft und Stiftungen zusammentreffen.

„Die Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaftenn spielen in unserer Gesellschaft eine unverzichtbare Rolle. Nur durch die geregelten Beziehungen des Interessenausgleichs zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist der Erhalt und die Weiterentwicklung unserer sozialen Demokratie möglich. Genau dafür lernen die Studierenden hier. Daher ist die Stadt Frankfurt auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für die EAdA“, so Peter Feldmann abschließend.