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28.01.2015

Höhere Bildungschancen durch gelingende Übergänge von der Kita in die Grundschule

Schild Ende Kindergarten Beginn Grundschule, © Stadtschulamt Stadt Frankfurt am Main
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Bildungsdezernentin Sorge freut sich über erfolgreiches Pilotprojekt

(pia) „Ich bin bereit“, sagt die sechsjährige Greta, „jetzt kann ich mich viel mehr auf die Schule freuen“. So und so ähnlich lauten die Aussagen von 300 Kindergartenkindern, die im Schuljahr 2014/2015 in Oberrad und Höchst in die Gruneliusschule, Hostatoschule und in die Robert-Blum-Schule eingeschult wurden und an dem Pilotprojekt „Gelingende Übergänge von der Kita in die Grundschule“ teilgenommen haben.

Gemeinsam mit ihren Freunden aus dem Kindergarten hatten Greta und die anderen Kindergartenkinder bereits im letzten Kindergartenjahr ihre zukünftige Schule besucht und für ihre Lehrer bei einem Gegenbesuch im Kindergarten einen Kuchen gebacken. Auf gemeinsamen Ausflügen haben sie zusammen gespielt und konnten in einer Unterrichtsstunde mit ihrem Portfolio stolz zeigen, was sie alles im Kindergarten gelernt haben. Von ihren „Patinnen und Paten“, Schulkindern aus der dritten Klasse, wurden sie in die Regeln des Schulhofes eingeführt und am Abend erzählten sie in großer Runde ihren Eltern von all den neuen Eindrücken.

In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Frankfurt hatte die Stadt Frankfurt das Pilotprojekt „Gelingende Übergänge von der Kita in die Grundschule“ im März 2013 gestartet. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte von 22 Kindertageseinrichtungen von zwölf verschiedenen Trägern und drei Grundschulen in Oberrad und Höchst haben sich beteiligt. „Gelingende Übergänge sind ein wesentlicher Baustein für gute Bildung und die Erhöhung von Bildungschancen. Kinder, die den Schulbeginn als Fortsetzung ihrer bisherigen Entwicklung und Bildungsbiografie erleben, kommen mit den Anforderungen des Schulalltags besser zurecht. Deshalb ist es wichtig Kinder von Anfang an ganzheitlich zu stärken und den Übergang in die Schule positiv zu begleiten“, sagt Bildungsdezernentin Sarah Sorge.

Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Lehrkräfte in Schulen bräuchten für diese Aufgabe ein abgestimmtes Bildungs- und Erziehungsverständnis, das sich an den individuellen Stärken und Bedürfnissen der Kinder orientiert und die Eltern als kompetente Partnerinnen und Partner in die Bildungs- und Erziehungsprozesse einbezieht. Das Projekt „Gelingende Übergänge von der Kita in die Grundschule“ sollte Wege aufzeigen, wie dies gelingen kann und neue Standards der Übergangsgestaltung erarbeiten.

Am Dienstag, 28. Januar, wurden nun die Ergebnisse des zweijährigen Pilotprojekts präsentiert und alle beteiligten Einrichtungen mit einem Zertifikat für ihre engagierte und erfolgreiche Beteiligung und Mitwirkung von der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. „Wir sind heute einen wichtigen Schritt vorangekommen. Kita- und Schulentwicklung braucht die Beteiligten vor Ort – und dieses Projekt zeigt, wie „Best Practice“ mit Leben gefüllt werden kann. Um dieses Wissen allen Kita-Trägern, Schulen und Eltern zur Verfügung zu stellen, werden wir den Projektverlauf sowie die formulierten Qualitätsstandards in einer Broschüre zusammenfassen und sie allen Interessierten für ihre Arbeit zur Verfügung stellen“, so Sarah Sorge abschließend.

Zum Hintergrund:
Tassilo Knauf von der Universität Duisburg–Essen und zwei Mitarbeiterinnen haben das Projekt wissenschaftlich begleitet. In einem ersten Schritt wurden die Erwartungen, Einschätzungen und Erfahrungen von Kindern und deren Eltern und die der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte von Kita und Schule, abgefragt. Parallel dazu nahmen die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte an gemeinsamen Fortbildungen zu den Themen „Elterninformation, Elternberatung und kommunikative Netzwerke“, „Elemente gemeinsamer und anschlussfähiger Lernkultur“ und „Bildungsdokumentation, Diagnostik und Portfolioarbeit“ teil.

Die Arbeit in den beiden regionalen Arbeitskreisen Oberrad und Höchst wurde durch externe Moderation begleitet. Hier haben die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte der Kitas und Schulen die Ergebnisse der Befragungen und Fortbildungen gemeinsam gesichtet und bestehende Angebote und Aktivitäten weiter- und neu entwickelt. Unter aktiver Beteiligung der Kinder und deren Eltern wurden neue Projekte initiiert, die Elternabende neu gestaltet und gemeinsames Vorgehen zum Beispiel in Bezug auf eine anschlussfähigen Bildungsdokumentation abgestimmt und erprobt.

Abschließend wurden die Ergebnisse der Erprobungsphase als „Best Practice“ von Mitgliedern der Arbeitskreise in Form von Qualitätsstandards beschrieben. Zwischen den Kitas und Grundschulen wurden Kooperationsvereinbarungen auf Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans formuliert, die von den Leitungskräften und deren Trägern unterzeichnet wurden. Mit dieser Vereinbarung verpflichten sich die Einrichtungen zu einer verbindlichen Zusammenarbeit sowie einem wertschätzenden Umgang. Zudem werden die Eltern als wichtigste Übergangsbegleiter an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihrer Kinder beteiligt.