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09.12.2014

Gemeinschaftliches Wohnen soll stärker unterstützt werden

Bürgermeister Olaf Cunitz, © Stadt Frankfurt am Main
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Richtlinien für die Vergabe von Grundstücken erarbeitet

(pia) Bürgermeister Olaf Cunitz hat Richtlinien für die Vergabe von Grundstücken an gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohninitiativen unterzeichnet und in den parlamentarischen Beschlussgang gegeben. „Mit Hilfe des erst kürzlich ins Leben gerufenen Liegenschaftsfonds von fast sieben Millionen Euro wollen wir Grundstücke für gemeinschaftliche Wohnungsbauprojekte zur Verfügung stellen. Die neuen Richtlinien regeln die Vergabe dieser Grundstücke.“ Detailliert wird das Vergabeverfahren beschrieben, das künftig auch bei Liegenschaften der ABG Frankfurt Holding für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte angewandt werden soll.

„Wichtig ist, dass die Vergabe im Rahmen eines Konzeptverfahrens stattfindet und zum Festpreis erfolgt“, sagt Cunitz. „Denn gemeinschaftliche Wohngruppen haben bedingt durch ihre heterogene Struktur einen Wettbewerbsnachteil gegenüber institutionellen Investoren. Das wollen wir durch ein transparentes Verfahren ausgleichen, schließlich haben wir ein stadtentwicklungspolitisches Interesse an solchen Wohnformen.“

Zunächst müssen sich alle an einem Vergabeverfahren interessierten gemeinschaftlichen Wohninitiativen bei der Koordinations- und Beratungsstelle des Netzwerks "Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen" registrieren lassen. Sobald eine Liegenschaft in Betracht kommt, überlässt die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die als Stadtentwicklungsgesellschaft fungiert und den Liegenschaftsfonds betreut, der Koordinationsstelle alle verfügbaren Informationen. Diese benachrichtigt alle registrierten Wohninitiativen über das anstehende Projekt und lädt gemeinsam mit der Stadtentwicklungsgesellschaft zu einer Auftaktveranstaltung ein, um Fragen zu klären.

Danach erarbeiten die interessierten Gruppen ihre Bewerbung für das konkrete Projekt, samt inhaltlichem Konzept und dessen Auswirkungen auf das Wohnumfeld. Die Auswahl erfolgt durch einen für das jeweilige Verfahren zu berufenden Beirat. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern von Politik und Fachverwaltung beziehungsweise der Eigentümerin, externen Experten für Stadtentwicklung, für gemeinschaftliche Wohnprojekte und des Netzwerks "Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen". Bei der Vergabe sollen soziale Aspekte, der Einfluss des Wohnprojektes auf das Quartier, die Mieterschaft und bauliche Aspekte berücksichtigt werden.

„Die Nachfrage nach unterschiedlichen Formen des gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnens wächst stark. Die Vergaberichtlinien stellen einen weiteren wichtigen Baustein in der Unterstützung solcher Wohnformen dar. So finanzieren wir das Netzwerk Frankfurt am Main, veranstalten einmal jährlich eine Informationsbörse im Rathaus Römer und können nun entsprechende Wohnprojekte vermehrt und regelmäßig in die Umsetzung bekommen“, sagt Bürgermeister Cunitz. „Die neue Richtlinie sichert eine objektive Bewertung und Transparenz und bietet den Gruppen Planungssicherheit und ausreichend Zeit ihr Projekt zu realisieren.“