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Chronik von Höchst

ältestes Bild von Höchst (um 1620), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Zollturm in Höchst um die Jahrhundertwende, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Höchster Bahnhof im Jahr 1935, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte, Foto: Mehrens
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790:
Erste Nennung der Siedlung «Hostat» (hervorgegangen aus einem römischen Kastell, fränkisches Fischerdorf, wird noch im 9. Jh. mainzisch).

Um 834:
Weihe der Justinuskirche (karolingische Säulenbasilika).

1355:
Karl IV. verleiht dem kurmainzischen Dorf «Hoesten» Stadtrechte.

1356:
Bau der Höchster Burg, Errichtung einer Stadtmauer.

1586:
Erster großer Stadtbrand.

1622:
In der Schlacht bei Höchst (20. Juni) siegen die Kaiserlichen unter Tilly über die braunschweigische Armee.

1631:
Höchst wird von Gustav Adolf von Schweden besetzt.

1635:
Besetzung durch Bernhard von Weimar, Zerstörung des Schlosses.

1648:
Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hat Höchst nur noch 52 Haushaltungen.

1746-96:
Die weltberühmte Höchster Porzellanmanufaktur (Johann Peter Melchior).

1768:
Gründung der Höchster Neustadt durch Kurfürst Emmerich.

1772-75:
Bau des Bolongaro-Palastes durch den Tabakfabrikanten J. M. M. Bolongaro aus Stresa am Lago Maggiore.

1778:
Der zweite große Stadtbrand.

1802:
Höchst wird nassauisch.

1813:
Napoleon und Blücher in Höchst.

1817:
Einrichtung einer vierklassigen Realschule.

1839:
Eröffnung der «Taunuseisenbahn» Frankfurt-Höchst-Wiesbaden.

1842:
Gründung eines Reformgymnasiums (heute Leibniz-Gymnasium).

1847:
Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Bad Soden.

1860:
3.000 Einwohner.

1863:
Gründung der Farbwerke.

1864:
Anfänge der Gasversorgung (Hessen-Nassauische-Gas-AG).

1866:
Höchst wird preußisch.

1874:
Gründung einer privaten Mädchenschule, heute Helene-Lange-Schule.

1877:
Eisenbahnlinie Frankfurt-Höchst-Limburg eröffnet.

1880/82:
Bau der evangelischen Kirche.

1883:
Einrichtung eines Krankenhauses in der Hospitalstraße.

1885:
6.500 Einwohner.

1886:
Mainkanalisierung.

1887:
Eröffnung des neuen Friedhofes an der Kurmainzer Straße.

1894:
Inbetriebnahme des Höchster Wasserwerks (1926 an Frankfurt angeschlossen).

1900:
14.000 Einwohner.

1902:
Kleinbahn Höchst-Königstein eröffnet.

1907/09:
Bau der katholischen St.-Josefskirche.

1908:
Eröffnung der Robert-Blum-Schule.

1910:
Gründung der Mainkraftwerke (Elektrizitätswerk).

1914:
17.000 Einwohner.

1917:
Eingemeindung von Unterliederbach, Sindlingen und Zeilsheim in Höchst (32.000 Einwohner).

1918/30:
Französische Besatzung in Höchst.

1928:
Eingemeindung nach Frankfurt am 1. April.
Eröffnung der Trauerhalle auf dem Höchster Hauptfriedhof.

1929:
Nach Plänen von Ernst May entsteht zwischen Kurmainzer-, Zuckschwerdt-, Auer- und Palleskestraße eine neue Siedlung.
Eröffnung des Neubaus des Kaufhauses Schiff in der Königsteiner Straße.
Die Bahnhofsanlage wird nach Westen erweitert.

1930:
Ende der französischen Besetzung.
Die Wörthspitze wird mit Pappeln bepflanzt und erhält Fuß- und Fahrradwege, die Breuerwiesen werden in den Stadtpark einbezogen, der Stadtparkweiher wird vergrößert.
Einweihung der neuen Schießanlage des Schützenvereins Höchst am Main bei der Tillylinde auf dem linken Mainufer.
Die Bücherei des Bundes für Volskbildung zieht als Volksbücherei Frankfurt am Main-Höchst in das alte Rathaus ein.

1932:
Nach fast zweijähriger Schließung wird die renovierte Justinuskirche in einem feierlichen Gottesdienst wieder ihrer Bestimmung übergeben.
Die im Rahmen von Notstandsarbeiten durch Arbeitslose erfolgte Erweiterung des Stadtparks ist abgeschlossen.

1933:
Das 1932 gegründete «Notwerk der deutschen Jugend» richtet in der Kaserne verschiedene Werkstätten zur Fortbildung jugendlicher Arbeitsloser ein.

1934:
Mit der Fertigstellung eines neuen Kesselhauses mit einer Höchstdruckanlage beginnt die Erneuerung der Infrastruktur der Farbwerke Hoechst.

1935:
Peter Schlott eröffnet an der Niddamündung ein «schwimmendes Bootshaus».
Fertigstellung des Finanzamtneubaus in der Hospitalstraße.

1936:
Fertigstellung des Neubaus für die Medikomechanische Abteilung an der Chirurgischen Klinik des Städtischen Krankenhauses.
Regulierung der unteren Nidda und Befestigung der Uferböschung an der Mainseite der Wörthspitze.
Renovierung des Greiffenclauschen Hauses.

1937:
Errichtung des Ehrenmals zum Gedenken der im Ersten Weltkrieg Gefallenen von Nied und Höchst auf der Wörthspitze.

1938:
Verlegung des Brüningbrunnens von Schlossplatz zum Marktplatz.
In der Reichspogromnacht wird die 1905 erbaute Synagoge niedergebrannt.

1940:
Am 7. und 8. Juni erster Luftangriff auf Höchst, der vier Häuser zerstört, wobei 13 Tote, 2 Schwerverletzte und 20 Leichtverletzte zu beklagen sind.

1945:
Am 29. März Einmarsch amerikanischer Truppen in Höchst.
Der AFN (American Forces Network) richtet sich im Höchster Schloss ein.

1947:
Erste Neugründung der Höchster Porzellanmanufaktur.
Die evangelische Stadtkirche erhält ein neues Geläute.

1950:
Im Städtischen Krankenhaus wird ein Pathologisches Institut eröffnet.
Höchst hat 20.000 Einwohner.
In der Gebeschusstraße und in der Kiosterhofstraße werden die ersten Wohnungen der Farbwerke nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt.

1951:
Verkehrsübergabe der Uferstraße Höchst-Nied.

1952:
Die Straßenbahnlinie 12 wird bis Höchst-Zuckschwerdtstraße verlängert.

1954:
Verlegung der Straße von Höchst nach Sindlingen an den Nordrand der Werksanlagen (Farbenstraße).

1955:
Die Farbwerke Hoechst nehmen die Produktion von Hostalen und Trevira vor.
Sechshundertjahrfeier der Stadterhebung von Höchst.
Einweihung des Hallenschwimmbades und der Kleinmarkthalle.

1956:
Errichtung des Silobades, ein Geschenk der Farbwerke Hoechst zur 600-Jahrfeier der Stadterhebung.
Ausbau der Silostraße.
Nach Freigabe durch die amerikanische Armee wird das Volksbildungsheim renoviert und wieder bezogen.

1957:
Das erste Höchster Schlossfest findet statt.
Die gründliche Renovierung der Josefskirche ist abgeschlossen.

1958:
Errichtung eines Verwaltungsbaus der Main-Kraftwerke an der Brüningstraße.
Eröffnung der Kinderklinik im Städtischen Krankenhaus.

1960:
Anstelle der Seeackersiedlung, der ältesten Werkssiedlung der Hoechst AG, wird ein Aus- und Weiterbildungszentrum errichtet.
Einweihung der neuen Leibnizschule in der Gebeschusstraße.

1961:
Die Sonderschuie in der Gotenstraße ist bezugsfertig.
Die Hoechst AG kauft das Höchster Schloss.

1962:
Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens erbaut die Hoechst AG die Jahrhunderthalle.

1963:
Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes.

1964:
Umgestaltung und Erneuerung des Freibades.

1965:
Einweihung des neuen, von Franziska Lenz-Gerharz geschaffenen Ehrenmals für die Opfer der beiden Weltkriege auf dem Hauptfriedhof als Ersatz für das alte auf der Wörthspitze.
Einweihung des Neubaus der Helene-Lange-Schule.
Einweihung des Zentralbaus des Städtischen Krankenhauses.
Zweite Wiedergründung der Höchster Porzellanmanufaktur.

1966:
Fertigstellung des Neubaus der Orthopädischen Klinik des Städtischen Krankenhauses.
Eröffnung der Jugendarrestanstalt.

1967:
Freigabe des Schlossgrabens als öffentliche Parkanlage.
Einrichtung des Haltepunktes Farbwerke an der Bahnstrecke Höchst-Limburg.
Fertigstellung des Südhafens der Hoechst AG.
Vollendung der ersten Stufe der biologischen Abwasserreinigungsanlage der Hoechst AG.
In der Emmerich-Josef-Straße wird das Centro Espanol eröffnet.
Einweihung von Hessens größtem Altenzentrum «Victor-Gollancz-Haus») mit Appartementhaus für 28 Zwei- und 112 Einzimmerappartements, mit Altenheim für 36 Einbett- und 12 Zweibettzimmern und mit Pflegeheim für 217 Plätze.
Der Ruderclub «Nassovia» weiht auf der Wörthspitze ein neues Bootshaus ein.
Schlüsselübergabe für die neue Post-Schalterhalle im Postamt Höchst.
Einweihung eines Kindergartens für das südliche Höchst im früheren Klostergarten an der Stadtmauer.
Eröffnung der neuen Paketverteilungsanlage im Postamt Höchst.

1968:
Die Feuerwache V (für Höchst und Nied) bezieht am Nieder Kirchweg ihr neues Domizil.

1969:
Einweihung des Gemeindezentrums der evangelischen Gemeinde Alt-Höchst.
Eröffnung der 7. Beratungsstelle der Deutschen Gesellschaft für Familienplanung in Höchst.
Eröffnung der Augenklinik des Schwerpunktkrankenhauses Höchst.

1970:
Der Bunker am Bahnhof Höchst wird hergerichtet und durch einen unterirdischen Teil ergänzt.
Der Gaskessel an der Zuckschwerdtstraße wird abgebrochen.
Für die westlichen Stadtteile wird in Höchst eine Großmeldestelle der Polizei eingerichtet.

1970:
Die Höchster Porzellanmanufaktur zieht von Bad Nauheim nach Höchst.
Eröffnung einer Fachoberschule für Chemie an der Paul-Ehrlich-Schule.
Stapellauf der MS «Höchst».
Übergabe des Erweiterungsbaus der Kasinoschule.

1971:
Gründung der Bürgervereinigung Höchster Altstadt.
Die Verwaltungsstelle Höchst wird dem Büro des Oberbürgermeisters zugeordnet.
Einweihung des Instituts für Pharmakologie im Forschungszentrum der Hoechst AG.
Einweihung eines Turnsaales und eines Bewegungsbades in der Orthopädischen Klinik des Städtischen Krankenhauses.
Die Straße Am Farbwerksbad wird für den Verkehr freigegeben.

1972:
Die Höchster Altstadt wird als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Mit der Renovierung des Schlosses durch die Hoechst AG setzt auch die Renovierung der Altstadthäuser durch deren jeweilige Bewohner ein.
Im Postamt Höchst wird der erste Münzfernsprecher für Auslandsgespräche in Betrieb genommen.
Die Wohnbevölkerung beträgt 13.836.

1973:
Entdeckung der Abfallgrube im Wirtschaftshof des ehemaligen Antoniterklosters mit bedeutenden Glas- und Keramikfunden des 15. bis 17. Jahrhunderts.
Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Höchster Sportvereine.
Eröffnung einer Kindertagesstätte für die Kinder des Pflegepersonals des Städtischen Krankenhauses.

1974:
Abbruch des Schlachthofs, wo ein Jugendzentrum entstehen soll.
Die Stiftung für das behinderte Kind eröffnet im Städtischen Krankenhaus eine frühdiagnostische Untersuchungs- und Behandlungsstelle.

1975:
Bau des Bildungs- und Kulturzentrums (BIKUZ) an Stelle des Volksbildungsheims in der Gebeschusstraße.
Eröffnung des Firmenmuseums der Hoechst AG im Schloss.
Die evangelische Stadtkirche erhält eine neue Orgel.

1975:
In der Höchster Strafvollzugsanstalt arbeitet ein dreiköpfiger Anstaltsbeirat mit dem Ziel, die Haftzeit zu humanisieren.

1976:
Der Neubau der Paul-Ehrlich-Berufsschule im früheren Luciuspark wird offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Innenrenovierung der evangelischen Stadtkirche.
Eröffnung des Museums für Höchster Geschichte im Schloss.
Das Städtische Kinderhaus an der Adolf-Haeuser-Straße wird eröffnet.

1977:
Schlüsselübergabe des Dalberger Hauses durch die Stadt Frankfurt an die Höchster Porzellanmanufaktur.
Der Reichsbund der Kriegsopfer, Behinderten und Sozialrentner verleiht der Stadt die «Güteplakette für behindertengerechtes Bauen» für das neue Höchster Hallenbad, das für Behinderte gut zugänglich gebaut wurde.
Umgestaltung des neuen Schlosses als Gästehaus der Hoechst AG.
Der Schlossplatz erhält ein historisches Pflaster.
Zum zweiten Mal Weihnachtsmarkt in Höchst vor dem Schloss, organisiert von der Bürgervereinigung Höchster Altstadt.
Im Haus Königsteiner Straße 49 richtet der Bund für Volksbildung einen «Kultur-Treff» ein.
Neues Elektronisches Zentralstellwerk im Höchster Bahnhofsbereich wird in Betrieb genommen.

1978:
Eröffnung der S-Bahn-Linien S1 (Frankfurt-Wiesbaden) und S2 (Frankfurt-Hofheim/Niedernhausen).
Der Arbeitersamariterbund in Höchst erhält ein neues Rettungsfahrzeug.
Aufnahme der externen Drogenberatung in der Justizvollzugsanstalt Höchst durch Mitarbeiter des Frankfurter Vereins für Jugendberatung und Jugendhilfe.

1979:
Eröffnung des neuen Jugendzentrums in der Palleskestraße.
Die Fassade des Greiffenclauschen Hauses wird renoviert.
Der Dalbergplatz ist nach seiner Neugestaltung wieder benutzbar.

1980:
Vertragsunterzeichnung für die «Zentrale für ambulante Krankenpflege 1 Höchst» im Johannes-Busch-Haus in der Hospitalstraße 42.
Nach einem Großbrand im Leibniz-Gymnasium muss der Seitentrakt wegen Einsturzgefahr gesperrt werden.

1980:
Der Evangelische Regionalverband richtet neben dem Johannes-Busch-Haus der Christophorusgemeinde ein Evangelisches Sozialzentrum ein.
Schließung des Höchster Hafens.
Freigabe einer neuen Brücke der Hoechst AG vom Kelsterbacher Knoten zum Werkstor Süd und zu den dortigen Parkplätzen.
Verlegung des Sitzes des Main-Taunus-Kreises von Höchst nach Hofheim, das Kreisstadt ist.
Der Verein für Höchster Geschichte zieht in den renovierten Zollturm.
Richtfest für die Zweigstelle Höchst der Praunheimer Werkstätten, wo 180 Behinderte an Hobelbank und Schleifmaschine arbeiten können.

1981:
Der Erweiterungsbau der Paul-Ehrlich-Schule in der Brüningstraße - mit chemischem Technikum, Elektro-Fachräumen, einer Turnhalle und einer Tiefgarage - wird seiner Bestimmung übergeben.
Eine Behindertenwerkstatt des Vereins Arbeits- und Erziehungshilfe wird eingerichtet.
Renovierung des Altarraums der evangelischen Stadtkirche.

1982:
Im Bahnhof Höchst wird der 86. S-Bahn-Triebwagenzug des FVV mit Namen «Höchst am Main» als erster auf den Namen eines Frankfurter Stadtteils getauft.
Nach 20 Monaten Bauzeit eröffnet die Hoechst AG ihre neue Betriebskantine mit 620 Plätzen in der Kantine und 220 Plätzen der Cafeteria auf der Empore sowie die Zentralküche, in der von 70 Mitarbeitern täglich 5.000 Essen zubereitet werden können.
Das Bikuzgymnasium (Oberstufengymnasium) wird offiziell in Friedrich-Dessauer-Gymnasium umgetauft.
Der Neuguss der 1928 von Richard Biringer geschaffenen Bronzeplastik «Krieg» wird am Höchster Marktplatz aufgestellt.
Im vor 26 Jahren eröffneten Silobad wird der siebenmillionste Besucher begrüßt.

1983:
Gründung der Stiftergemeinschaft Justinuskirche zur umfassenden Renovierung dieses ältesten Frankfurter Gotteshauses.
Nach umfassender Renovierung wird das Postamt in der Hostatostraße wiedereröffnet.

1984:
Das bereits im April 1983 bezogene neue Heim der DRK-Ortsgruppe Höchst, Hostatostraße 35, wird eingeweiht.
Umgestaltung eines unansehnlichen Hinterhofs Emmerich-Josef-Straße 6 zu einem lebenswerten Wohnumfeld durch Innenhofbegrünung.
Einweihung des Brunnens aus rotem Buntsandstein von Bildhauer Uhl Ecke Hostato-/Dalbergstraße vor dem Neubau der Commerzbank.
Errichtung einer behindertengerechten Telefonzelle in der Bolongarostraße vor dem Bushalt am Ärztehaus.
Die Christophoruskirche erhält einen 16 Meter hohen Glockenturm aus feuerverzinktem Stahl.

1985:
Die «ökumenische Arbeitsgemeinschaft Sozialarbeit West» baut ihre Dienste für ältere Menschen aus (Hospitalstraße 42).
Erster Spatenstich für die Geschäftsstelle der AOK-Main-Taunus-Kreis in der Palleskestraße 1.
Das älteste, 500 Jahre alte Fachwerkhaus in der Bolongarostraße 154 wird renoviert.

1986:
Der Neubau für Psychiatrie, Neurologie und für die Augenklinik am Städtischen Krankenhaus Höchst wird offiziell übergeben.
Die Neugestaltung der Kurmainzerstraße zwischen Höchst und Sossenheim wird vorgestellt: beidseitige Bepflanzung, breite Bürgersteige, Radwege, zwei normal breite Fahrspuren.

1987:
Das «Neue Theater» des Bundes für Volksbildung im ehemaligen Exzelsior-Kino in der Emmerich-Josef-Straße wird eröffnet.
Der in den Stadtparkweiher mündende Bach wird wieder aktiviert.

1988:
Der Höchster Marktplatz erhält wie die umliegenden Altstadtgassen Kopfsteinpflaster.
Für 3,5 Millionen Mark lässt die Stadt im Krankenhaus Höchst einen Nierensteinzertrümmerer «MFL 500» installieren, ein sogenannter multifunktionaler Lithotripter, der auch Gallensteine zerkleinert und als Röntgensystem für allgemeine und urologische Röntgendiagnostik und Zystologie eingesetzt werden kann.
Eröffnung der neuen Ballsporthalle neben dem Silobad an der Silostraße, die für 25 Sportarten zur Verfügung steht und Platz für 5.000 Zuschauer bietet.
Die Mainkraftwerke nehmen eine neue Netzleitstelle in Betrieb, in der alle Informationen über den Betriebszustand der Verteilungsanlagen zusammenlaufen und mit der Störungen schneller erfaßt und behoben werden.
Die für 1,6 Millionen Mark umgebaute und erweiterte und nun auch Vereinssportlern zur Verfügung stehende Turnhalle der Hostatoschule wird offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Archäologen finden einen Erdkeller von Häusern aus staufischer Zeit und im Hof in 2,2 Meter Tiefe eine bisher unbekannte gepflasterte Gasse.
Der alte Kran an der Niddamündung aus dem Jahre 1770 wird generalüberholt.

1989:
Eine durch Brandstiftung hervorgerufene Explosion beschädigt das erst kürzlich renovierte Kronberger Haus erheblich.
Die Bürgervereinigung Höchster Altstadt zeichnet in ihrem ersten Altstadtwettbewerb vier Hauseigentümer aus.
Mit der Aufstellung von 36 «Alt-Frankfurter» Lampen, die am Sockel das Höchster Wappen haben, beginnen die Erneuerungsarbeiten des Bolongarogartens.
Nach ihrer Restaurierung stehen die barocken Figuren der Apostel Petrus und Paulus, der Kirchenpatrone Justinus und Margarete und des Schutzpatrons Sebastian wieder auf ihren alten Konsolen in der Justinuskirche.
Nach 10-jährigem Stillstand ist wieder die Turmuhr der Josefskirche in Betrieb.
Im ersten Altstadtwettbewerb der Bürgervereinigung Höchster Altstadt erhalten vier Hauseigentümer vier gleichrangige Preise von je 2.500 Mark und Plaketten zur Anbringung an den Häusern für denkmalschützerische Maßnahmen.
Das Kellergewölbe des Dalberger Hauses, Domizil der Höchster Porzellanmanufaktur, wird als Ausstellungs- und Empfangsraum hergerichtet.

1990:
Offizielle Eröffnung der Fußgängerzone Königsteiner Straße.
Eine von der Stadt Mainflingen erworbene Gierseilfähre ersetzt die alte, 1911 erbaute.
Im Höchster Bahnhof wird der modernste Fahrkartenschalter der damaligen Deutschen Bundesbahn eingerichtet, ein Universalschalter für Verkauf, Auskunft und Reservierung.
Fertigstellung des 3,35 km langen Teilstücks der A 66 zwischen Frankfurt und dem Krifteler Dreieck mit je Richtung drei Fahrspuren und einem Standstreifen. Von den 33 Millionen Mark Gesamtkosten entfallen ein Drittel auf Lärmschutz, Landschaftsgestaltung und Verkehrssicherheit.
Im Fachwerkhaus Schlossplatz 1/Ecke Bolongarostraße, das erste Zollamt von Höchst von 1591, richtet der Verein «Kunst. Höchster Schlossplatz 1» sein Domizil ein.
Die Städtischen Klinken Höchst eröffnen einen Erweiterungsbau mit neuen Räumen für Chirurgie und Geburtshilfe.
Das in Eigenarbeit hergerichtete Haus des Vereinsrings in der Liederbacher Straße 137 wird offiziell in Betrieb genommen.

1991:
Einweihung des Neubaus der Zentralforschung der Hoechst AG auf den Arbeitsgebieten Keramikforschung, Analytik, Proteinkristallographie und Polymerforschung.
Im Kirchsaal der Christophorusgemeinde wird eine neue voll-mechanische Pfeifenorgel installiert.
Richtfest des Scandic Crown Hotels Ecke Bolongarostraße/Zuckschwerdtstraße.
Die Oberfläche der Pylone der Werksbrücke der Hoechst AG über den Main wird neu beschichtet.

Einweihung des Neubaus der Zentralforschung der Hoechst AG auf den Arbeitsgebieten Keramikforschung, Analytik, Proteinkristallographie und Polymerforschung.
In der Gotenstraße werden außer den 40 Bäumen zwischen Hospitalstraße und Sossenheimer Weg zusätzlich weitere sieben Bäume der Sorte Apfeldorn entlang den Häusern Nr.1-9 gepflanzt.
Im Kirchsaal der Christophorusgemeinde wird eine neue vollmechanische Pfeifenorgel installiert.
In den städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst wird eine Patienten- und Besucher-Cafeteria eingerichtet.
Gründung einer Tagesklinik für ambulante Operationen.
Die für den Main-Taunus-Kreis zuständigen Abteilungen des Finanzamts Höchst ziehen nach Hofheim, Nordring 4-10. Damit werden diverse Außenstellen in Höchst aufgelöst.
Nach einem Probejahr, in dem die drei Einrichtungen «Essen auf Rädern und Fahrdienste», «Mobiler Sozialer Hilfsdienst» und «Ökumenischer Kleider- und Möbeldienst» Haus und Hof gemeinsam nutzten, werden die neuen Räume in der Königsteiner Straße 69 als ein Zentrum ökumenischer Sozialarbeit offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

1992:
Der bisherige Trampelpfad um das Freibad an der Nidda wird zu einem fahrrad- und fußgängerfreundlichen Weg ausgebaut.
Das Schuldezernat überreicht der Robert-Blum-Schule ein «Öko-Labor».
An den Städtischen Kliniken Höchst wird eine neurochirurgische Abteilung eingerichtet, die eine wichtige Lücke bei der Versorgung von Unfallopfern schließt.
Nach Ideen der Kinder wird die Außenwand der Kindertagesstätte 32 in der Paul-Schwerin-Straße mit Blumen und Bäumen bemalt.
Die Hoechst AG stiftet Trevira-Stoff für die Polsterung der Sitze im Neuen Theater in Höchst.
Eröffnung der Kita 9 in der Gerlachstraße im ehemaligen AOK-Gebäude. Mit 120 Plätzen ist sie die derzeit größte in Frankfurt.
Da immer wieder durch Vandalen beschädigt, wird der öffentliche Durchgang an der Paul-Ehrlich-Schule von der Ludwigshafener Straße zur Brüningstraße mittels eines Tores gesperrt, außerdem wird das Schulgelände eingezäunt.
Die McNair-Kaserne in Höchst wird von den Amerikanern geräüumt. In den frei gewordenen Gebäuden soll eine Außenstelle der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft (HGU) Schwalbach für Asylbewerber untergebracht werden.
In den vom Jugendzentrum Höchst zur Verfügung gestellten Räumen im Haus Palleskestraße 2 neben dem Caf? Libertad wird die von dem vor 1 1/2 Jahren gegründeten Stadtteilarbeitskreis betriebene «Infothek Höchst» eröffnet, die Daten sammelt und speichert, die das Zusammenwirken verschiedener Höchster Kinder- und Jugendeinrichtungen vorantreiben soll.
Der Frankfurter Sozialdezernent hat den vom hessischen Familienministerium angeordneten Auszug von Aussiedlerfamilien aus dem ?bergangswohnheim Adelonstraße gestoppt. Familien mit Kindern, denen kein Platz im ortsnahen Wohnheim an der Bolongarostraße, sondern eine Unterbringung in weit entlegenen Häusern zugewiesen worden wären, können vorerst bleiben. Das Familienministerium hatte den Mietvertrag mit dem DRK, dem Eigentümer und Betreiber des Hauses, gekündigt.

1993:
Das alte Höchster Rathaus, ein Bau aus dem 16. Jahrhundert, erstrahlt im neuen Glanz. So sind die bisher unter Putz verborgenen Arkadenbögen wieder sichtbar.
Eröffnung des Second-Hand-Ladens «Kaufrausch» des Vereins Selbsthilfe im Taunus im ersten Stock einer ehemaligen Fabrikhalle.
Ein Gemisch aus Chlordioxid, Luft und Wasserdampf zersetzt sich, tritt an die Luft und breitet sich über dem Werksgelände des Stammwerks Hoechst aus.
Die städtischen Kliniken beginnen mit der Sanierung von vier Therapieräumen des Sozialpädriatischen Zentrums, in denen erhöhte Konzentration des Lösungsmittels Toluol zu Beschwerden geführt hatte.
Bei der erneuten Sanierung des Kronberger Hauses, die durch die Explosion 1988 notwendig geworden war, wird Asbest entdeckt, so daß das Hochbauamt einen sofortigen Baustopp verhängt.
Fertigstellung des Erweiterungsbaus mit Klassenräumen und einer Gymnastikhalle und Renovierung des Altbaus der Hostatoschule, einer Grund- und Hauptschule.
Die Tagesklinik für ambulante Operationen erweitert ihr Angebot um Behandlung des Grauen Stars.
Ein von der Stiftergemeinschaft Justinuskirche in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts für Gebäudeanalyse und Sanierungsplanung (IGS) ergibt, daß die Salzausblühungen an den tragenden Säulen im karolingischen Langhaus der Justinuskirche, ebenso zwischen den Basaltbodenplatten und auch am Mauerwerk im Bereich der Taufkapelle weitgehend auf die angrenzenden, teilweise sogar im Fundamentbereich der Kirche liegenden Gräberfelder zurückgeführt werden können.

1994:
Mit dem Verkauf des Höchster Antoniterklosters ist der Weg frei für eine denkmalgerechte Sanierung des Baus aus dem 16. Jahrhundert und eine jahrzehntelange Auseinandersetzung beendet.
Der Turm der ev. Stadtkirche wird neu ausgefugt, weitere Sanierungsarbeiten schließen sich an. Der rund 50 m hohe Turm erhält ein neues vergoldetes T-förmiges Antoniterkreuz, hergestellt von der Firma Biringer.
Das stählerne Glockengerüst von St. Josef hat Rost angesetzt. Die Glocken müssen verstummen, bis der Glockenstuhl ausgewechselt ist.
16 Bürger gründen den «Verein zur Rettung des Höchster Strandbads», dessen Ziel die baldmöglichste Wiedereröffnung des geschlossenen Tillybades ist. Da das Bad in sehr schlechtem Zustand ist (veraltete Filteranlage, renovierungsbedürftige sanitäre Anlagen) ist es insofern das Nahziel des Vereins, die Liegewiesen zu erhalten und als Sonnenbad zu nutzen.
Die Interessengemeinschaft Handel und Handwerk in Höchst, die bereits 1991 ein großes Frühlingsfest in der Fußgängerzone Königsteiner Straße durchgeführt hatte, veranstaltet auf der Königsteiner Straße zum ersten Mal ein Oktoberfest mit einem Dutzend Ständen sowie Darbietungen von Kapellen und Tanzgruppen.
Die Häuser Amtsgasse 1-3 und Bolongarostraße 103 werden saniert. Haus Amtsgasse 1-3, gebaut für die Arbeiter der Bolongaro'schen Tabakfabrik, wird entkernt, seine Fassade bleibt erhalten. Die Substanz des Hauses Bolongarostraße 103 - es war bis 1911 das Kreishaus des Maintaunuskreises - muß in allen Details erhalten werden: Dachstuhl, Gemälde über den Innentüren, Deckenstuck, Fenster, Holzdecken sowie der Kachelofen. In den Häusern nebst einem angrenzenden Neubau entstehen 40 Eigentumswohnungen und drei Gewerbeeinheiten.
Als einem der ersten Patienten Deutschlands mit einem Bauchaorta-Aneurysma wird an den Städtischen Kliniken Höchst erfolgreich eine Prothese in die Bauchschlagader und beide Beckenschlagadern eingesetzt, ohne den Bauchraum zu öffnen.
Die Hausmeister und Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums haben Wände gestrichen und bemalt, im besonderen den Pausenhof mit freundlichen Farben gestaltet.
Eine neue Einrichtung ermöglicht, daß das Institut für Labormedizin der Städtischen Kliniken Höchst Blut für die Eigenverwendung abzapfen, aufarbeiten und lagern darf.
Vor der Hintergrund der Strukturkrise in der westeuropäischen Faserindustrie gliedert die Hoechst AG die Fasersparte in die rechtlich selbständige Hoechst Trevira GmbH & Co. KG aus, an der die Hoechst AG alle Anteile hält.
Im nördlichen, etwa 60.000 qm großen Bereich des Stammwerks der Hoechst AG, wo etliche Betriebe still stehen (Düngemittelproduktion, Salpetersäureherstellung, Chloralkaly-Elektrolyse, FCKW-Betrieb) und deren Gebäude abgerissen werden, wird eine Gewerbefläche zur Ansiedlung von Industriebetrieben zur Verfügung stehen.
Am Bolongaropalast wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an Bruno Asch, den früheren Bürgermeister von Höchst und späteren Stadtkämmerer von Frankfurt, der 1933 nach Holland geflohen war und 1940, als die deutschen Truppen nach Amsterdam einmarschierten, durch Freitod aus dem Leben schied, enthüllt. Anwesend ist Bruno Aschs Tochter Mirjam Pinner-Geisenberg.

1995:
In einem Kellerraum des Bolongaropalastes installiert die Stadt einen neuen, sechs Millionen Mark teuren Verkehrsrechner, der zentral die 34 Ampelanlagen in den Stadtteilen westlich der A 5 steuert.
Im Büro des Hausmeisters in der Pausenhalle der Helene-Lange-Schule wird ein Feuer gelegt, das erheblichen Schaden anrichtet und auch das Sekretariat verwüstet.
Am 25.12. zerstört ein Brand, vermutlich durch einen technischen Defekt im Bereich der Kasse ausgelöst, zum großen Teil das Höchster Hallenbad. Es entsteht ein Schaden von etwa 20 Millionen Mark.
Die Hoechst AG übernimmt für 7,1 Milliarden Mark den US-Pharmakonzern Marion Merrell Dow (MMD).
Die Hoechst AG erhält die Genehmigung, den Container-Umschlag in ihrem Molehafen auch für auswärtige Kunden zu betreiben.
Das ehemalige Forschungshochhaus F 821 der Hoechst AG im Südteil des Werks wird für 50 Millionen Mark zum «Corporate Center», zum neuen Domizil des Vorstands und zur Steuerungszentrale des Konzerns als Folge des durch die Neustrukturierung erforderlichen Zusammenschlusses von bislang räumlich getrennten Abteilungen umgebaut.
Der Vorstand der Hoechst AG beschließt, das Tochterunternehmen Cassella aufzulösen. Das Management beider Firmen begründet den Einschnitt mit härterem Wettbewerb und veränderten Marktbedingungen, was vor allem der Pharma- und der Farbstoffsparte zugesetzt habe.
Umgestaltung der Höchster Farbenstraße: die Fahrbahn wird verengt und höher gelegt, damit Regenwasser in die Grünanlagen ablaufen kann, Rad- und Fußwege werden erneuert und Straßenränder mit Bepflanzung gegen unbefugtes Parken von Lkws geschützt.
Nach zweijähriger Bauzeit wird der Neubau des 17. Polizeireviers in der Gebeschusstraße eingeweiht. Es bietet mehr Platz als das alte Domizil im Bolongraopalast. Es ist mit moderner Technik ausgestattet, hat Dusch- und Umkleideräume und Unterrichtsräume.
Der Verein «Selbsthilfe im Taunus», der sich seit 1985 für Langzeitarbeitslose und ehemalige Drogensüchtige einsetzt, richtet in der Königsteiner Straße 41 Möbelwerkstatt und -haus ein.
Die Städtischen Kliniken Höchst richten eine Psychiatrische Tagesklinik ein, die den stationären Aufenthalt abkürzen oder ihn vielen Patienten sogar ersparen kann.
Nach Abschluß einer Pilotsanierung der mit Asbest verseuchten Räume der Kasinoschule entscheiden Gutachter, ob die Abdichtungsmethoden auch an anderen asbestbelasteten Schulen angewandt werden können.
Die Städtischen Kliniken Höchst geben Patienten die Möglichkeit, ihre Kinder während des Krankenhausaufenthaltes in der hauseigenen Kindertagesstätte, die bisher nur den Nachwuchs von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufnahm, unterzubringen.
Die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main II in der Hospitalstraße wird renoviert, wobei einen großen Teil der Arbeiten die Häftlinge selbst übernehmen.

1996:
Im südlichen Teil von Höchst zwischen Bahnlinie, Leverkuser Straße und Zuckschwerdtstraße wird ein bundesweit einmaliges Anwohner-Parksystem eingeführt. Anwohner dürfen an den Parkautomaten frei parken, wenn sie eine Plakette hinter der Windschutzscheibe haben. Dieses Konzept wurde entwickelt von der IHH (Interessengemeinschaft Handel & Handwerk) zusammen mit der Stadt, dem Ortsbeirat und der Interessengemeinschaft Höchster Altstadt.
Im Wohngebiet Höchst-Nord zwischen Königsteiner Straße, Hospitalstraße, Herbesthaler Straße, Windthorststraße und Sossenheimer Weg wird eine Tempo-30-Zone eingeführt.
Nach zweijähriger Planungsphase, an der der Ortsbeirat 6, die Bürgervereinigung Höchster Altstadt, die Interessengemeinschaft Handel und Handwerk Höchst und die Hoechst AG. beteiligt waren, tritt das neue Buskonzept für die westlichen Stadtteile in Kraft. Es entlastet die Altstadt von Höchst und bringt mehr umsteigefreie Direktverbindungen, da bisherige «Stichbuslinien», die aus den Stadtteilen nach Höchst liefen, zu «Durchmesser- oder Ringbuslinien» verknüpft wurden.
Nach knapp zwei Jahren ist die aufwendige Renovierung von Turm und Fassade zur Justinuskirchstraße der katholischen Kirche St. Josef abgeschlossen.
Als Folge der bundesweiten Strukturreform der Deutschen Post AG wird die eigenständige Verwaltung des Postamts 80 (Frankfurt-Höchst) und die Briefsortierung dort aufgelöst. Es verbleiben nur noch die Kundenschalter.
Die Wiese im westlichen Teil des Stadtparks Höchst wird in einem Pilotprojekt für Hunde gesperrt und als Spiel- und Liegewiese ausgewiesen und im östlichen Teil des Parks eine Auslaufwiese für Hunde geschaffen.
Ecke Bolongarostraße und Zuckschwerdtstraße wird das Lindner Congress Hotel, Frankfurts erstes Multimedialhotel mit Computertechnologie, mit 285 Zimmern, jedes mit Internetanschluß ausgerüstet, eröffnet. 1995 hatte die Lindner-Gruppe die jahrelang brachliegenden Baustelle des Scandic-Crown Hotels, für das 1990 der Grundstein gelegt worden war, ersteigert.
Im Hinterhaus Bolongarostraße 150 wird das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Höchst offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Räume, in denen bis 1987 die Redaktion des Höchster Kreisblattes untergebracht war, wurden von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr renoviert.
Der Denkmalschutzpreis des Landes Hessen wird an die Freiburger Investoren Thomae & Partner und den Frankfurter Architekten Seeger für die gelungene Restaurierung des im klassizistischen Stil 1790 errichteten Gebäudes Amtsgasse 1-3 verliehen.
Die Spezialchemiesparte der Hoechst AG wird mit der Schweizer Sandoz-Tochter Clariant zusammengeführt. Der Firmensitz der erweiterten Clariant bleibt im schweizerischen Muttenz. Die größte Auslandstochter ist in Frankfurt angesiedelt.

1997:
Bauingenieur Kurt Bechtold schenkt seine wertvolle Porzellansammlung der Historischen Archäologischen Gesellschaft, die sie als Dauerleihgabe dem Historischen Museum zur Ausstellung im Kronberger Haus übergibt.
In einem Festgottesdienst wird die Wiederherstellung der ev. Stadtkirche gefeiert, die im Jahr zuvor durch ein mutwillig, wohl von Einbrechern gelegtes Feuer am Altar beschädigt worden war. Das Feuer hatte einen Schaden von 1,5 Millionen Mark verursacht; die Feuerwehr hatte ein ?bergreifen der Flammen auf das Kirchenschiff verhindern können. Das Kreuzigungsbild des ansonsten verkohlten Altars war verschwunden.
Nach dreijähriger Renovierung ist das zwischen 1580 und 1600 erbaute Höchster Schloß wieder für Besucher geöffnet. Für rund 1,5 Millionen Mark hat die Hoechst AG, die das Bauwerk 1961 erworben hatte, verwitterte Steine austauschen, Dächer abdichten und neue Regenläufe anbringen lassen; Portale und Torbögen und Fassaden haben ihre ursprüngliche Farbigkeit erhalten. Auch die im Schloß untergebrachten Museen sind wieder der Öffentlichkeit zugänglich.
Am Antoniterkloster in Höchst haben die Entkernungsarbeiten begonnen. Lediglich drei historische Bauteile des von 1518 stammenden früheren Pflegespitals des Antoniterordens sollen erhalten bleiben: der Schildgiebel zur Badstubgasse hin, eine Mauer mit Renaissance-Bauschmuck zum Hof hin und das spätbarocke Fachwerk mit Zierelementen zur Bolongarostraße. Alle anderen Bauteile werden abgerissen, darunter auch das komplette Ständerwerk im Innern des Fachwerkhauses, und neu errichtet zu einem Wohnhaus.
Höchst mit seiner historischen Altstadt schließt sich der 3. Regionalstrecke der «Deutschen Fachwerkstraße» als deren südlichster Endpunkt an.
Zahlreiche Kinder, die Vereine «Kinder Höchst Aktiv» und «discorso» und das Frankfurter Kinderbüro errichten auf dem Spielplatz Luciuspark einen Kletter-Rutsch-Kriech-Hügel und eine Vogelschaukel, die auch behinderte Kinder nutzen können. Im Jahr darauf führen 80 Jungen und Mädchen mit Hilfe von Vereinen einen weiteren Umbau des Spielsplatzes Luciuspark vor; sie errichten ein Baumhaus mit Behindertenrampe und einen Kleinkindbereich.

1998:
Engagierte Erzieher, Eltern und Kinder der Kindertagesstätte 7 in Höchst gestalten den Innenhof zu einer Spielfläche, unterstützt und finanziert vom Stadtschulamt und dem Verein «Umwelt lernen», gebaut wurde eine Pergola, ein «Sinnespfad», eine Sitzgruppe aus Holzstümpfen und ein Wasserspiel.
Die für die Vermarktung des früheren Werksgeländes der Hoechst AG, des Industrieparks Höchst, zuständige Hoechst-Tochterfirma Infraserv GmbH schließt einen Vertrag mit dem Container-Spezialisten CCS (Combined Container Service) zur Nutzung des ehemaligen Werkshafens der Hoechst AG als bedeutende Konkurrenz zum Rhenania-Terminal im Frankfurter Osdthafen.
Im Industriepark Höchst wird als dessen Wahrzeichen ein Wasserstofftank eingeweiht. Er ist 32 m hoch, hat einen Durchmesser von 26 m und faßt 10.000 cbm. Seine Baukosten betragen 11 Millionen Mark.
Ins Erdgeschoß des 1591 als Landzollamt erbauten Fachwerkhauses Höchster Schloßplatz 1, Domizil des 1990 gegründeten Kunstvereins Höchster Schloßplatz 1, zieht eine Filiale der Buchhandlung Bärsch.
Die Renovierung der Empfangshalle des Höchster Bahnhofs ist abgeschlossen. Der Bahnhof erhielt neue Fenster, eine neue Kuppel, einen neuen Außen- und Innenanstrich, neugestaltete Schalterhalle und Serviceteil, neue Beleuchtung und Uhren und Anzeigetafeln.
Die drei Lagerhallen der ehem. Michael-Barracks in Höchst sollen abgerissen werden, ihren Bewohnern des alternativen Wohnprojekts im Platanenhof wird gekündigt. Die fünf Offiziershäuser, ebenfalls von der Platanenhofgesellschaft bewohnt, können noch zwei Jahre bleiben.
Der Hoechst-Konzern wird als Höhepunkt des radikalen Umbaus des Unternehmens, von dem schon in den letzten vier Jahren zahlreiche Beteiligungen an nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmen verkauft worden waren, in das Life-Science-Geschäft mit den Schwerpunkten Pharma und Gesundheit (Hoechst Marion Roussell, Agrevo und Hoechst Roussell Vet) und den Bereich der industriellen Chemie (Celanese AG) aufgespaltet.
Das Höchster Hallenbad, das durch einen Brand 1995 zerstört worden war, wird nach seinem Wiederaufbau, um den heftig gerungen wurde und der in zwei Jahren erfolgte, wiedereröffnet.
Eine Wiesenfläche des Areals des geschlossenen Tillybades hat der Höchster Schwimmverein gepachtet und damit sein eigenes, direkt an das Bad grenzende Gelände erweitert.
Der direkt beim Fähranleger liegende Kinderspielplatz wird umgestaltet und erweitert als eines der verbliebenen Projekte des Großprojekts "Spielen am Fluß", das von der inzwischen aufgelösten Grüngürtel GmbH initiiert wurde. Eine "Mini-Pipe" für Skater, eine vier Meter hohe Kletterwand, eine Tischtennisplatte, ein Trimmgerät und weitere Spielmöglichkeiten sind vorgesehen.
Die 8700 Wohnungen und 400 Einfamilienhäuser der Hoechst Bauen und Wohnen und der Wohnungsbau Hoechst GmbH gehen in das Eigentum der Deutschen Wohnen AG über, einer Tochter der Deutschen Bank.

1999:
Die Hoechst AG fusioniert mit der französischen Rhône-Poulenc zum weltgrößten Pharmakonzern «Aventis» mit Sitz in Straßburg.
Auf dem Areal der ehem. McNair-Kaserne in Höchst beginnt die GWH, der Investor der Neubebauung, mit dem Abriß vorhandener Gebäude (Sporthalle, Garagen, Baracken), um mit dem Bau des ersten Abschnitts für das «Lindenviertel», ein neues Wohnquartier mit 600-800 Mietwohnungen und etwa 200 Einfamilienhäusern. Die eigentliche Kaserne (Michael-Barracks), in der Wohnsitzlose untergebracht sind wird von der Nassauischen Heimstätte saniert werden.
Das Arbeitsamt Höchst, zuständig für die westlichen Stadtteile und den Main-Taunus-Kreis, zieht um in die Kurmainzer Straße 4-6. Das bisherige Domizil in der Stupanusstr. 6 war zu klein geworden; bisher getrennte Bereiche werden zusammengelegt, so kommen 40 Mitarbeiter aus der Zentrale in der Innenstadt dorthin, auch die Berufsberatungsstelle aus der Königsteiner Str. 54.
Der Brüning-Brunnen auf dem Höchster Marktplatz wird dank Spende der Frankfurter Sparkasse und anderer Sponsoren saniert. Er wird von Moos und Dreck befreit, teilweise neu ausgefugt, alte Zementverflickungen durch Stein ersetzt, die Gedenktafel an Clara und Adolf Brüning, Mitbegrüder der Hoechst AG, gereinigt; lediglich das Löwenmaul als Wasserspender fehlt noch.
Die Einführung von Tempo-30-Zonen und geänderte Verkehrsführungen in Höchst Süd zur Verkehrsberuhigung stoßen auf heftige Kritik.
Die Main-Kraftwerke legen ihr Steinkohlekraftwerk still. Das Kraftwerk wird in «Kaltreserve» gehalten, um jederzeit in der Lage zu sein, wieder ans Netz zu gehen.
Im Zuge der Umstrukturierung der Hoechst AG erhalten die Geschäftsbereiche wesentlich mehr operative Verantwortung als bisher, während sich der Vorstand auf die "strategische Führung" des Konzerns konzentriert.
Die Infraserv stellt mit einem Tag der offenen Tür den Industriepark Höchst vor. In diesem vormaligen Fabrikgelände der Hoechst AG betreibt eine Vielzahl von Unternehmen, von denen viele zur Hoechst AG gehört hatten, Produktionsanlagen oder bietet Dienste an.
Untersuchungen des Bauforschers Markus Grossbach ergeben, daß die Justinuskirche offenbar schon während der Regierungszeit von Kaiser Ludwig dem Frommen vollendet wurde, und widerlegt die lange diskutierte These, der Bau sei um 1050 auf den Fundamenten eines karolingischen Vorgängerwerks errichtet worden.

2000:
Die Infraserve Verwaltungs GmbH und Höchst Service GmbH beabsichtigen das bisher vom Vorstand der Hoechst AG zum Empfang seiner Gäste genutzte Neue Schloß mit seiner stilvollen Räume und wertvollen Kunstgegenständen für Konferenzen, Tagungen, Vorstandssitzungen, Banketten und Ausstellungen zu vermarkten.
Die Höchster Stadtkirche erhält einen neuen Altar, der den 1996 einem Brandanschlag zum Opfer gefallenen Holz-Altar ersetzt. Es ist ein kelchrunder Altar aus rotem Verona-Marmor, entworfen von Anna und Wolfgang Kubach-Wilmsen aus Bad Münster am Stein. Außerdem werden ein geriffeltes Kreuz aus weißem Carara-Marmor und ein Lesepult gleichfalls aus Marmor aufgestellt.

2001:
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kauft das Höchster Schloß von der Infraserv GmbH Höchst und erklärt, daß das Firmen- und Geschichtsmuseum sowie die Veranstaltungsräume erhalten bleiben.
Die Leibniz-Schule eröffnet ihre neue Schulbibliothek.
Nach einer dreimonatigen Erprobungsphase wird die neue Schlaganfall-Akutbehandlungsstation in der Neurologischen Klinik der Städtischen Kliniken Höchst als dritte derartige Station in Frankfurt neben dem Universitätsklinikum und dem Krankenhaus Nordwest eröffnet.
Die Kinderklinik der Städtischen Kliniken Höchst bietet eine eigene Notfallambulanz an, in die Eltern ihre Kinder bringen können, wenn diese abends oder am Wochenende akut erkranken.
Die Volksbank Höchst erhöht ihre Jubiläumsstiftung aus dem Jahre 1987 zugunsten des Jugendsports und der Seniorenhilfe um 150.000 Mark auf 450.000 Mark.

2002:
Bei Renovierungsarbeiten im Haus Bolongarostraße 167 kommt Zierfachwerk der Renaissancezeit von großer Qualität zum Vorschein.
Rolf Henry Kunz, Organist und Kantor der Josefskirche, stellt die 2001 nach seinen Intentionen von der Fa. Johannus zusammengestellte elektronische Orgel, eine von wenigen in Deutschland, in einem Konzert vor.
Auf dem Gelände der ehemaligen McNair-Kaserne in Höchst ist das Sportjugendzentrum Lindenviertel eröffnet worden. In ihm können Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren in neu gestalteten Räumen Sport und Fitneß betreiben, so pädagogisch betreutes Kraft-, Konditions- und Gesundheitstraining, ferner Karatekurse, Aerobic und Indoor-Cycling ausüben, ergänzt um Projekttage, Fortbildungsangebote, «Offener Treff im Bistro», Sport- und Jugenddisco.
Da der Betriebshof des Eigenbetriebs der Stadtentwässerung Frankfurt in Höchst an seine Kapazitätsgrenze gestoßen ist und auch nicht mehr in vollem Umfang den heutigen Erfordernissen entspricht, wird er zusammen mit dem in Rödelheim auf das Gelände der ARA Niederrad verlegt, wo Richtfest für einen neuen Betriebshof gefeiert wird.
Die Fliesen der Königsteiner Straße werden saniert, zugleich wird der Kreuzungsbereich Königsteiner Straße/Emmerich-Josef-Straße instandgesetzt.

Chronik wird nicht fortgesetzt.