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Chronik von Bockenheim

Ansicht mit der alten St.-Jakobskirche (Aquarell von W. Becker, 1850), © Stadt Frankfurt am Main,Institut für Stadtgeschichte
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Bockenheim Turnhalle (1912), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Blick in die Leipziger Straße (1905), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Frühzeit bis 1499

Um 768/778:
„Bochinheim“ im Niddagau erstmals in einer Güterschenkungsurkunde für das Kloster Lorsch genannt.

1365:
Bau der Jakobskirche.

1434/35:
Bau der Bockenheimer Warte (Teil der Frankfurter Feldbefestigung).

1438:
Bockenheim genießt Bürgerrecht in Frankfurt (das Recht, in Notzeiten hinter die schützenden Stadtmauern zu flüchten).

1481:
Bei der Aufteilung des Landgerichts Bornheimer Berg fällt Bockenheim an die Grafschaft Hanau.

1500 bis 1899

1523:
Einführung der Reformation in Bockenheim.

1560:
Auf der Bockenheimer Warte wird eine Windmühle eröffnet.

1595:
Einführung des calvinistischen Bekenntnisses. Niederländische Glaubensflüchtlinge siedeln sich in Bockenheim an.

1615:
300 Einwohner.

1634/35:
Die Pest vertreibt alle Einwohner nach Frankfurt oder Hanau.

1736:
Bockenheim fällt mit der Grafschaft Hanau an die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

1754:
654 Einwohner.

1771:
Bau des Bockenheimer Schlosses (1944 zerstört, zuletzt im Besitz der Frankfurter Bankiersfamilie v. Bernus, Rest: Bernuspark).

1790:
Die Wirtschaftsentwicklung wird gefördert durch eine 15-jährige Steuerfreiheit.

1818:
Bau des Schönhofs durch den französischen Baumeister Salins de Montfort.
1.030 Einwohner.

1819:
Erhebung zur Stadt durch Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel, Stadtwappen: goldener Bienenkorb mit fliegenden Bienen auf blauem Grund als Sinnbild des Gewerbefleißes (Stadtprivileg von 1822).

1829:
Die erste Zeitung wird in Bockenheim herausgegeben.

1834:
2.755 Einwohner.

1835:
Einrichtung eines ersten städtischen Krankenhauses.

1844:
Eröffnung der Sophienschule, benannt nach Sopie von Brabant, der Stammutter der hessischen Fürsten.

1848:
Bau des Bockenheimer Bahnhofs.

1852:
Inbetriebnahme der „Main-Weser-Bahn“ Frankfurt Kassel; Bockenheim erhält Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.

1855:
Gründung der „Höheren Bürgerschule“, heute Liebig-Gymnasium.

1866:
Bockenheim fällt an Preußen.

1868/1872:
Bau der Elisabethenkirche.

1871:
8.483 Einwohner.

1872:
Die Pferdebahn nimmt ihren Betrieb auf.

1880:
15.000 Einwohner.

1882:
Eröffnung des Elisabethenkrankenhauses.

1883:
Bau des Trambahnbetriebshofes Bockenheimer Warte.

1890:
18.675 Einwohner.

1895:
Eingemeindung nach Frankfurt (562 Hektar, 20.000 Einwohner).

1897:
Der Biegwald wird von der Stadt Frankfurt aus Privatbesitz angekauft.


1899:
Ausbau der Bismarckallee (Theodor-Heuss-Allee) bis zur Überführung der Main-Weser-Bahn.

1900 bis 1949

1900:
Schließung des letzten Basaltbruches in Bockenheim.

1901:
Elektrische Straßenbahn in Bockenheim.

1902:
Eröffnung der Bonifatiusschule.

1907:
Bau der Festhalle (Messegelände).

1910:
40.000 Einwohner.

1912:
Eröffnung der Kuhwald- und der Philipp-Reis-Schule (Neubau 1955).
Einweihung der Markuskirche (1944 zerstört, 1953 Neubau).

1914:
Gründung der Frankfurter Universität.
Einweihung des Brunnens auf dem Kurfürstenplatz (Darstellung: Bockenheim als Dorf und als Stadt).

1925:
44.000 Einwohner.

1929:
Weihe der katholischen Frauenfriedenskirche.

1944:
Weitgehende Zerstörung Bockenheims im 2. Weltkrieg.

1947:
Die Bismarckallee wird in Rheingauallee umbenannt.

1949:
Rückgang auf 19.000 Einwohner.

1950 bis 1969

1951:
Im Industriehof wird der „Autohof West“ als moderner Güterumschlagplatz eröffnet.

1956:
Wiederaufbau der evangelischen Jakobskirche.

1958:
Auf der Ginnheimer Höhe entsteht das neue Markus-Krankenhaus.

1961:
40.000 Einwohner.

1962:
Neubau des Westbahnhofs.

1964:
Die Rheingauallee erhält den Namen Theodor-Heuss-Allee.
41.000 Einwohner.

1965:
Einweihung des Neubaues der Stadt- und Universitätsbibliothek.

1966:
Freigabe der Breitenbachbrücke für den Verkehr.

1967:
Freigabe der Brücke über den Opelkreisel zwischen Theodor-Heuss-Allee und Wiesbadener Straße.

1970 bis 1989

1970:
Übergabe der 1. hessischen Klinik für plastische und Wiederherstellungschirurgie im St.-Markuskrankenhaus.

1971:
Eröffnung des Pathologischen Instituts am St.-Markuskrankenhaus.

1972:
Übergabe der Sozialstation am Rohmerplatz 15.

1973:
Einweihung der Kindertagesstätte 120 in Bockenheim in der Marburger Straße 34.
Eröffnung einer Sonder-Kindertagesstätte für Schwerbehinderte im Pavillon des Deutschen Roten Kreuzes in der Kaufunger Straße 11.
Förmliche Übergabe und Eröffnung des AfE-Turmes der Universität (Hochhaus der Abteilung für Erziehungswissenschaft) in der Senckenberganlage wird wegen angekündigter Störaktionen kurzfristig abgesagt (Daten zum Bauwerk: 47 Mio. Mark Baukosten, 38 Stockwerke, 120 m Höhe, 3.000 Plätze).
Die Beleuchtung der Autobahn Frankfurt-Wiesbaden wird in Betrieb genommen.

1974:
Das Senckenberg-Museum erhält als Geschenk der USA eine Probe Mondgestein von der Mondlandung am 20.07.1969.
Dem Markuskrankenhaus wird eine Klinik für Unfall-Chirurgie angegliedert.
Die höher gelegte Fahrbahn der Emser Straße wird für den Verkehr freigegeben.
Großbrand auf dem Messegelände: ca. 1,2 Mio. Mark Gebäudeschäden.

1975:
In der Markgrafenstraße 7 wird ein Informationsbüro für ältere Bürger eröffnet.
Grundsteinlegung für den Fernmeldeturm auf der Ginnheimer Höhe (331.14m).
Übergabe des Hauses Varrentrappstraße 38 als Jugendzentrum für die Bockenheimer.

1976:
Das Senckenberg-Museum erhält einen an der Nordseeküste gestrandeten Grundwal zur Präparation.
Auf der Bezirkssportanlage Ginnheimer Landstraße wird eine Kunststoffloipe für Skilanglauf eingeweiht.
Der Dialog-Verkehr an der Deutschen Bibliothek mittels EDV-Anlage wird eröffnet.
Im Palmengarten wird das „Karl-Egle-Haus“ für subtropische Flora eröffnet.
Die Pläne für die U-Bahn-Linie durch Bockenheim (Gesamtkosten 310 Mio. Mark) werden vorgelegt.

1977:
Richtfest am Fernmeldeturm.

1978:
Einweihung des ökumenischen Zentrums der Christuskirchengemeinde am Beethovenplatz.
Die „Miquel-Anlage“ der Deutschen Bundesbank wird mit dem Prädikat „Vorbildliches Bauen in Hessen“ ausgezeichnet.
Einweihung eines Dialysezentrums im Markuskrankenhaus.

1979:
Eröffnung eines ersten Frauengesundheitszentrums in der Hamburger Allee.
Die Stadt- und Universitätsbibliothek stellt den ersten Band der Hessischen Bibliographie vor.

1980:
Offizielle Einweihung des Fernmeldeturms durch den Bundespostminister.

1981:
Das barocke Herrenhaus des Schönhofs wird instandgesetzt.
Im städtebaulichen Wettbewerb Bürgerhaus Schönhof fällt der erste Preis an die Werkgemeinschaft Architektur + Stadtplanung.
Mit Leitungsarbeiten beginnen die Bauarbeiten für die U-Bahn in der Leipziger Straße.

1982:
Aussichtsplattform und Caféteria des Fernmeldeturms werden für das Publikum geschlossen.
Das Informationsbüro zur Sanierung Bockenheims zieht von der Markgrafenstraße 7 ins denkmalgeschützte und renovierte Delkeskamphaus (Leipziger Straße 9).

1983:
Die neue Orgel der evangelischen Jakobskirche wird eingeweiht.
Die Altentagesstätte an der vor einem halben Jahr bezogenen Wohnanlage Adalbertstraße 19 wird ihrer Bestimmung übergeben.

1984:
Im Altarraum der Markuskirche wird ein Relief des Frankfurter Bildhauers Hans-Bernd Gebhardt enthüllt, das das Taufgeschehen darstellt.
Die kirchliche Arbeitsgruppe „Forum Bockenheim“ wird gegründet.
Mit dem Beispiel „Stadterneuerung in Bockenheim“ nimmt die Stadt Frankfurt am Bundeswettbewerb „Bürger, es geht um deine Stadt: Bauen und Wohnen in alter Umgebung“ teil und wird vom Land Hessen mit Gold und vom Bund mit Silber ausgezeichnet.

1985:
Der Bildhauer Bernhard Krämer erhält im Wettbewerb für den Brunnen auf dem Kirchplatz den ersten Preis.
Das ehemalige Depot an der Bockenheimer Warte wird für eine Theateraufführung hergerichtet. Pförtnerhaus und Lokschuppen werden abgerissen. Das Depot geht in den Besitz des Landes Hessen (der Universität) über.
Das Behandlungshaus Nord (Professor-Süsse-Haus) des Markuskrankenhauses mit u.a. dem Zentralabor, mit Bestrahlungs- und Gymnastikräumen, mit der zweiten medizinisch-chirurgischen Klinik, mit einem Konferenzraum wird eingeweiht.

1986:
Im neuen Gebäude der Feuerwache in der Schwälmer Straße wird ein Bürgertreff eröffnet.
Das Projekt „City-West“ zwischen Opelrondell und Westbahnhof auf der Grundlage der Ideenskizze des Architekten Oswald Mathias Ungers wird vorgestellt.
Noch vor Eröffnung der U-Bahn bezieht die Stadt- und Universitätsbibliothek mit ca. 250.000 Bänden der Lehrbuchsammlung und der Freihandausleihe neue Räume im U-Bahnhof Bockenheimer Warte.
Die U-Bahnlinien U6 und U7 (Zoo-Bockenheim-Hausen/Praunheim) werden in Betrieb genommen.
Am Studentenwohnheim in der Ginnheimer Landstraße 40-42 wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an die „Perlenfabrik“, ein nationalsozialistisches Konzentrationslager auf dem Gelände eines ehemaligen Erziehungsheimes, angebracht.

1987:
Fertigstellung der neuen Schule der Siemens AG für Kommunikations- und Datentechnik in der Voltastraße 1.
Die Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen baut Kiesstraße/Jordanstraße 82 Wohnungen nach den Bestimmungen des sozialen Wohnungsbaus, darunter fünf Wohnungen für Rollstuhlfahrer. Im Innern des Blocks wird eine Grünanlage angelegt.
Das Haus Basaltstraße 23 wird wieder hergerichtet im Zustand von 1905 für Gemeindeamt, Pfarrer und Bildungswerk „Mobile Akademie“ der Altkatholischen Gemeinde. Im ehemaligen Café wird die Kapelle der Gemeinde eingerichtet.
Renovierung der alten Liebigschule in der Sophienstraße, die nach Fertigstellung (1990) die Max-Beckmann-Schule aufnimmt.

1988:
Das ehemalige Straßenbahndepot an der Bockenheimer Warte wird mit Brechts „Leben Eduard des Zweiten“ als Spielstätte des Schauspiels eröffnet.
Die U-Bahn-Station Bockenheimer Warte wird mit einem behindertengerechten Aufzug nachgerüstet (Schrägaufzug vom Bahnsteig zur B-Ebene, Vertikalaufzug von dort zur Straße).
An der Bockenheimer Warte wird ein Wochenmarkt (jeden Donnerstag) eröffnet, der siebte in Frankfurt.
Fertigstellung der Orgel in St. Elisabeth am Kurfürstenplatz.
Für das Jugendhaus in der Leipziger Straße 91 wird die Trägerschaft dem Verein Nachbarschaftsheim Bockenheim vergeben.

1989:
Gründliche Renovierung der Bockenheimer Warte getreu historischer Vorlagen.
„Lehrerkoop“ richtet als zweiten internationalen Kinderhort die „Wolke 77“ in der Hamburger Allee 52 ein.
Nach 21-monatigem Umbau wird das neue Verwaltungsgebäude des Diakonischen Werks in der Ederstraße eröffnet.

1990 bis 1999

1990:
Einweihung der Kindertagesstätte 99 in der Werrastraße.
Im Straßenblock Hessenplatz/Marburger Straße/Leipziger Straße/Basaltstraße entsteht aus einem Hinterhof mit Schuppen und Lagern ein großer sonniger Gemeinschaftsplatz mit Rasen, Sandspielplatz und einem Forum für 15 Häuser.

1991:
Am Kurfürstenplatz wird ein alter Bauwagen aufgestellt, der als Treff für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren dient, die für einen Hort zu alt und für das Jugendhaus in der Varrentrappstraße zu jung sind.
Vorstellung der Pläne für die Verkehrsberuhigung, namentlich Einführung der Tempo-30-Zone, im Gebiet zwischen Sophien-, Adalbert-, Schloss- und Ginnheimer Straße.
Nach knapp drei Jahren Bauzeit wird das Altenpflegeheim Bockenheim Ecke Friesengasse und Kleine Seestraße des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe offiziell eröffnet. Das Haus hat 120 Betten, fünf altenfreundliche und vier behindertengerechte Wohnungen sowie ein Therapiezentrum.
Liselott Schindling-Rheinberger (Linsenhoff), die Hauptaktionärin der VDO-Werke mit der Zentrale in Schwalbach, mit Werken in Heddernheim und Bockenheim, wo Steuer- und Regelsysteme für Automaten hergestellt werden, verkauft 51 Prozent ihrer Aktien an den Mannesmann-Konzern.
Der veränderte Bebauungsplan für die City-West, ein 52 ha großes Areal in Bockenheim-Süd zwischen Solmsstraße und Theodor-Heuss-Allee, wird öffentlich ausgelegt. Damit ist der Weg frei für die Errichtung von Wohnungen für 5.000 Menschen und von 17.500 Büroarbeitsplätzen.

1992:
Fertigstellung der Blockinnenbebauung mit dem Hans-Eick-Weg im Zuge der Sanierung des Areals zwischen Grempstraße, Konrad-Broßwitz-Straße, Florastraße und Basaltstraße.
Im südlichen Bockenheim wird eine Tempo-30-Zone eingeführt.
Einweihung des „Öko-Hauses“ mit u.a. Abwärme-Heizung, Regenbrauchwasser und Luftaustausch als Veranstaltungsstätte und Domizil für alternative Firmen, erbaut von der Commerzbank im Tausch gegen das KBW-Haus in der Mainzer Landstraße.

1993:
Das Goethe-Theater in der Leipziger Straße muss schließen.
Straßen und Plätze um das Pflegeheim Bockenheim, Kaufunger Straße, Kleine Seestraße und Mühlgasse, werden nach Entwurf des Architektenbüros ABS Wolf Dietrich und DW Dreysse und unter Mitwirkung des Landschaftsarchitekten Bert Maecker neu gestaltet, im Besonderen um den Durchgangsverkehr zu reduzieren und Straßenfläche für Fußgänger zurückzugewinnen.
Im Bereich Bockenheim Süd wird das achte Parkplakettengebiet Frankfurts ausgewiesen.
Der Verein Filmhaus Frankfurt zieht von der Kaiserstraße in die Hamburger Allee 45 um.
Die Kreuzung Schlossstraße/Adalbertstraße wird erneuert. Es gibt nun die Möglichkeit des Linksabbiegens von der Nauheimer Straße in die Schlossstraße, außerdem kann die Straßenbahn mittels Funkanlage die Ampeln auf freie Fahrt schalten.
Vorstellung des Entwurfs des Architekturbüros Albert Speer für die Bebauung des „Käsedreiecks“ westlich von „An der Dammheide“ in der City-West, der den früheren Entwurf Oswalt Mathias Ungers ablöst und nun auch Wohneinheiten beinhaltet.
Die Bauträger-Gesellschaft Süba Bauen und Wohnen GmbH Rhein-Main hat nahe dem Westbahnhof ein viergeschossiges Bürogebäude als Firmensitz und als Domizil für Büros der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sowie der Verwaltung eines Zahntechnischen Labors errichtet.
Das Katasteramt, bisher in der Börsenstraße, bezieht neue Räume in der Hamburger Allee 22-24.

1994:
Fertigstellung des „Carat-Bürocenter“ an der Voltastraße, entworfen vom Frankfurter Architektenbüro Balser.
Im Bockenheimer Depot findet die zentrale Ausstellung zum Stadtjubiläum „FFM 1200/Tradition und Perspektiven einer Stadt“ statt.

1995:
Nach seinem Umbau wird das Wohnhaus Falkstraße 39 als Kita 133 eröffnet.
Mit der Veröffentlichung der „Aufhebungssatzung“ ist die 1978 begonnene Sanierung Bockenheims förmlich beendet. Bis zum Abschluss aller begonnenen Arbeiten werden noch etwa anderthalb Jahre vergehen. Die geschätzte Endsumme für die Modernisierungen beträgt etwa 150 Millionen Mark. Das Sanierungsbüro Bockenheim verlässt das Delkeskampsche Haus Leipziger Straße 9. Dieses um 1860 erbaute, 1980/81 sanierte spätklassizistische Haus mit fünfeckigem Grundriss war lange im Besitz der Familie Delkeskamp; in ihm starb der Graphiker Friedrich Wilhelm Delkeskamp 1872.
Die ev. Markusgemeinde Bockenheim richtet den Jugendtreff „Abbey's Pub“ ein.
Grundsteinlegung des „Athlon Place“ zwischen Solmsstraße, Voltastraße und Ohmstraße für 500 Wohnungen sowie etwa 55.000 qm Büros und Läden als Kernstück der City-West nach Entwurf des Frankfurter Büros Piske/Köhler.

1996:
Einweihung der neuen, von der Fa. Siegfried Sauer erbauten Orgel der katholischen Frauenfriedenskirche mit 45 computergesteuerten Registern.
Einweihung des neuen Gemeindezentrums der katholischen St. Elisabethengemeinde am Kurfürstenplatz.

1997:
Die Stadt schließt zum 1.1.1997 einen Pachtvertrag mit Gastronom Klaus-Peter Kofler über das Bockenheimer Depot ab, das damit wieder einer intensiven kulturellen Nutzung zugeführt wird, zum Beispiel für Einzelveranstaltungen und als Spielstätte des TAT.
Mehrere Einzelhändler schließen sich zur „Interessengemeinschaft lebendiges Bockenheim“ zusammen.
Fa. Hartmann & Braun zieht nach Eschborn um. Auf ihrem Gelände an der Gräfstraße soll das neue Stadtviertel „Alvearium“ mit Büros und Lofts in den alten Gebäuden und Wohnungen in Neubauten entstehen.
Die evangelischen Gemeinden St. Jakob und Markus schließen sich zusammen.
Die Saalbau GmbH schließt den 1989 eröffneten Bürgertreff Titania, der künftig von einem Dauermieter übernommen wird.
Mitarbeiter des städtischen Revisionsamts pflanzen in der Friesengasse einen Ahornbaum in Erinnerung an die Bildung des Rechnungsprüfungsamts vor 100 Jahren.

1998:
Das Frauenzentrum Bockenheim erweitert sein Angebot und bezieht Räume im neuen Bürohaus Am Weingarten 25. Die Einrichtung für Beratung und Deutschkurse für Frauen wurde 1989 in der Falkstraße gegründet und hatte ihren Sitz später in der Ludolfusstraße.

1999:
Der „Verein für soziale Arbeit im Stadtteil“ eröffnet neue Räume in der Grempstraße 47.
Eröffnung einer Abteilung für Geriatrie mit 30 Betten am St. Elisabethenkrankenhaus. Bis zum Abschluss der allgemeinen Umbauarbeiten ist sie im 4. Stock untergebracht, danach erhält sie Räume im Erdgeschoss.
Der Vorstand der ev. Gemeinde Bockenheim (1997 durch Zusammenschluss von Markus und Jakob entstanden) stimmt dem Plan der EKHN zu, in der Markuskirche statt Nutzung durch die Gemeinde ein neues Arbeitszentrum für „Gottesdienst, Verkündigung, Geistliches Leben“ einzurichten.

seit 2000

2000:
Der Kaufhof in der Leipziger Straße schließt.
Die „Exzess-Halle“ in der Leipziger Straße, 1994 aus einem ehemaligen Ball- und Kinosaal zum Szenetreff und Domizil der 1987 von Thorsten Morawietz mit Maria Piniella und Michael Przybilla gegründeten „Dramatischen Bühne“ umgebaut, wird modernisiert.

2001:
Oberbürgermeisterin Petra Roth sowie der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Kurt Bodewig, und der Hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch, eröffnen die U-Bahn-Strecke vom Hauptbahnhof über Messe/Festhalle zur Bockenheimer Warte. Die Fertigstellung der knapp 1,8 km langen Strecke, die 420 Millionen Mark kostete, von denen der Bund knapp 210 Millionen und das Land gut 34 Millionen gaben, verzögerte sich um mehrere Jahre wegen des mit Chemikalien einer dort gelegenen Farbenfabrik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verseuchte Grundwassers und des schwer belasteten Erdreichs. Die beiden Stationen der neuen Strecke wurden durch die Architektengemeinschaft Gerhard Balser und das Darmstädter Architektenbüro Nieper und Partner gestaltet.
Umzug der geisteswissenschaftlichen Bereiche der Johann Wolfgang Goethe-Universität vom Campus Bockenheim in das sanierte IG Farben-Haus auf dem Campus Westend.
Fertigstellung des Y-förmigen Bürohochhauses „Scala“ in der Solmsstraße.

2002:
Durch den Umbau der beiden historischen Gebäude der Gutenberg- und Bismarckschule sowie durch Hinzufügung eines Neubaus ist an der Hamburger Allee ein modernes Berufsausbildungszentrum entstanden.
Umzug der Dresdner Bank in den bereits vollendeten ersten Bauabschnitt des „Broker & Office Center“ in der Theodor-Heuss-Allee (geplante Fertigstellung: 2003).
In der Theodor-Heuss-Allee 106 bezieht die Direktbank DiBa ihr neues Domizil; das weit auskragende Flugdach gibt dem Bürohaus ein unverwechselbares Gesicht und der H-förmige Grundriss ermöglicht vier verschiedene Varianten der Flächennutzung.
Die Franckeschule in der Falkstraße begeht ihr 125jähriges Jubiläum.
Startschuss für das Projekt „Rebstockpark“: Nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Peter Eisenman wird im Anschluss an den 1962 entstandenen Erholungspark Rebstock und das 1982 eröffnete Rebstockbad ein neues Stadtviertel begonnen, das auf 27 Hektar Gesamtfläche 4.500 Bewohnern und 5.500 Arbeitnehmern aufnehmen soll (geplante Fertigstellung: Ende 2010).
An der Grempstraße entsteht das erste Passivhaus Frankfurts in Form eines Geschosswohnungsbaus; die enorme Energieeinsparung wird durch eine extreme Wärmedämmung und eine Wärmerückgewinnungsanlage erreicht, welche die Temperatur der aus den Räumen abgesaugten verbrauchten Luft nutzt.

2003:
Die Evangelische Gemeinde Bockenheim weiht ihr neues Gemeindehaus ein, das an den historischen Turm der Jakobskirche angebaut worden ist; eine gläserne Eingangshalle dient der Erschließung vom ebenfalls neu gestalteten Vorplatz und als optische Verbindung der beiden Bauteile.
Die Senckenberganlage ist im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau neu gestaltet worden; der paläontologische Lehrpfad auf dem Teilstück vor dem Senckenbergmuseum ist dabei besonders erwähnenswert. Das Institut selbst ist von März bis November zwecks Sanierung des Gebäudes und Modernisierung einzelner Abteilungen geschlossen.
Das ursprünglich von der Deutschen Bank als eigenes Händlerzentrum geplante Bürogebäude „IBC“ in der City-West ist vollendet; der aus zwei zehngeschossigen Baukörpern und einem 110 Meter hohen Turm bestehende Komplex wird nun jedoch nur zu etwa einem Drittel von der Deutschen Bank genutzt.
Das Foyer der Stadt- und Universitätsbibliothek wird in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege renoviert und neu möbliert.
Anlässlich des 100. Geburtstags von Theodor W. Adorno wird auf dem Adornoplatz ein Denkmal zur Erinnerung an den Philosophen und Musikwissenschaftler von Vadim Zakharov enthüllt; durch einen gläsernen Kubus geschützt sind in „Adornos Arbeitszimmer“ unter anderem Schreibtisch, Stuhl sowie Manuskript- und Notenblätter zu sehen.
Das Areal um das weitgehend leerstehende alte Elektrizitätswerk in der City-West soll nach dem Willen des Investors Bernd Lunkewitz zu einem Ensemble aus Wohn-, Technik- und Bürogebäuden ausgebaut werden. Das Elisabethenkrankenhaus eröffnet einen neuen Operationstrakt.
Beginn des Umbaus des seit dem Jahr 2000 leerstehenden Kaufhof-Gebäudes in ein Wohn- und Geschäftshaus (geplante Fertigstellung: 2005).
Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen führen einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb durch, der sich mit der Zukunft des Campus‘ Bockenheim nach seiner endgültigen Aufgabe durch die Universität beschäftigt; den ersten Preis erhält das Konzept des Freiburger Büros K9 Architekten Borgards Lösch Piribauer, das in den nächsten Jahren weiter ausgearbeitet werden soll.
Grundsteinlegung für den Um- und Erweiterungsbau der evangelischen Markuskirche in ein „Zentrum Verkündigung“, in dem verschiedene Arbeitsstellen der hessisch-nassauischen Landeskirche zusammengefasst werden sollen (geplante Fertigstellung: Mitte 2005).
Wegen einer umfassenden Renovierung ist das Rebstockbad für sechs Monate geschlossen.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird erstmals die neue Straßenbahnlinie 17 eingesetzt; sie verbindet die beiden im Bau befindlichen Stadtquartiere Rebstockpark und City-West mit dem Hauptbahnhof.

2004:
Richtfest für den vom Land Hessen geförderten Neubau des Alten- und Pflegeheims Sankt Josefshaus auf dem Gelände des Elisabethenkrankenhauses (geplante Fertigstellung: Mitte 2005).
Grundsteinlegung für den Gebäudekomplex „Drehscheibe Frankfurt“ auf dem Standort der ehemaligen Union-Druckerei in der Theodor-Heuss-Allee (geplante Fertigstellung: Frühjahr 2006).
Richtfest für die Anlage mit 160 Wohnungen im Bereich Volta-, Ohm- und Galvanistraße (geplante Fertigstellung: Ende 2005).
Die Frauenfriedenskirche feiert ihr 75jähriges Bestehen mit einer Wallfahrt, einer Ausstellung und der Enthüllung einer vom bayerischen Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes für das Gotteshaus gestifteten Engelsfigur durch Kardinal Lehmann.
Abriss der ehemaligen Polizeiwerkstätten an der Sophienstraße und des Luftschutzbunkers an der Konrad-Broßwitz-Straße; an ihrer Stelle wird die FAAG einen Passivhäuser-Komplex mit ungefähr 150 Wohneinheiten errichten, den „Sophienhof“ (geplante Fertigstellung: Mitte 2006).
Der Rebstockpark nimmt Gestalt an: Die Leonardo-da-Vinci-Allee als neue Hauptachse des Viertels wird freigegeben; die erste Wohnanlage der Wüstenrot Haus- und Städtebau ist bereits bezogen; die Unfallkasse Hessen legt den Grundstein für ein neues Verwaltungsgebäude (geplante Fertigstellung: Ende 2005).
Nach 50 Jahren als Avantgarde- und Experimentiertheater wird das TAT, seit 1995 im Bockenheimer Depot beheimatet, geschlossen.
Die Stadtteilbücherei Bockenheim muss nach einem Stadtverordnetenbeschluss geschlossen werden; sie wird jedoch an anderer Stelle, im Hinterhaus der Kurfürstenstraße 18, in Form einer Public-Private-Partnership zwischen der Stadt und einem Förderverein weiterbetrieben werden.
Der Belag der Leipziger Straße wird saniert.

2005:
Die Renovierung der baufälligen Bockenheimer Warte ist Ende des Jahres abgeschlossen.
Nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet am Opelkreisel das Vier-Sterne-Hotel SAS Radisson „Blue Heaven“; der Name des spektakulären Hochhauses in Form einer Diskusscheibe nimmt auf seine blaue Verkleidung Bezug.
Die Ladengalerie an der Bockenheimer Warte hat seit mehreren Jahren mit Leerständen zu kämpfen; mit einem neuen Konzept, z. B. der geplanten Ansiedlung eines Großfilialisten, soll die Attraktivität der Immobilie gesteigert werden.
Das Centro do Livro e do Disco de Língua Portuguesa begeht seinen 25. Geburtstag mit einer Lesung des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago in der Buchhandlung in der Großen Seestraße 47-51.
Der Siegerentwurf des Freiburger Büros K9 Architekten Borgards Lösch Piribauer hinsichtlich der zukünftigen Nutzung des Campus‘ Bockenheim nach dem vollständigen Abzug der Universität liegt nun als Rahmenplan vor und bildet die Grundlage für das folgende Bebauungsplanverfahren; im Wesentlichen umfasst er das ungefähr 17 Hektar große Gebiet zwischen Georg-Voigt-, Gräf-, Sophienstraße, Zeppelinallee und Senckenberganlage; bis auf wenige bedeutende Bauwerke wie das Senckenbergmuseum, das Jügelhaus, die Bockenheimer Warte und das Depot sollen die vorhandenen Gebäude abgerissen werden; das neue Quartier soll viele Grünflächen sowie Raum zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Ausgehen bieten.
Nach 25 Jahren schließt das zu Frankfurts Hausbesetzungszeiten legendäre „Antiquariat Marx“ in der Jordanstraße seine Pforten, bleibt aber als virtuelle Adresse im Internet bestehen.
Die Konzentration der Mainova-Verwaltung an der Solmsstraße schreitet voran: Im Juni wird das Richtfest für insgesamt vier neue Gebäude gefeiert (geplante Fertigstellung: Sommer 2006).
Im September findet auf dem Celsiusplatz der City-West erstmals ein Wochenmarkt statt.
Nach langen Verhandlungen einigen sich das Land Hessen und die Stadt Frankfurt, dass das denkmalgeschützte Bockenheimer Depot ab 2010 dauerhaft Eigentum der Kommune bleibt; im Gegenzug erhält das Land das städtische Gelände des Betriebshofes Grüneburgpark, das für die Erweiterung des Campus‘ Westend dringend benötigt wird.
Der Schulausschuss der Stadtverordnetenversammlung stimmt für die Umwandlung der Georg-Büchner-Schule von einer Kooperativen in eine Integrierte Gesamtschule.

Chronik wird nicht fortgesetzt.